Kleienpilzflechte: Pilzinfektion der Haut

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Unregelmäßige helle oder dunkle Pigmentflecke auf der Haut können auf eine Kleienpilzflechte hindeuten – eine Pilzinfektion, verursacht durch den Hautpilz Malassezia furfur. Lesen Sie hier, was die Ursachen sind, welche Symptome auftreten und wie die Infektion behandelt wird.

kleienpilzflechte am kopf
© Getty Images/bankrx

Im Überblick:

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Was ist die Kleienpilzflechte?

Die Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) ist eine Hauterkrankung, bei der sich helle oder dunkle Flecken auf der Haut bilden. Ausgelöst wird die Erkrankung durch Malassezia furfur – ein Hefepilz, der bei fast allen Menschen Bestandteil der normalen Hautflora ist. Die Pilzerkrankung ist harmlos und nicht ansteckend. Häufig leiden Betroffene aber aus kosmetischen Gründen unter der Hautveränderung.

Die Kleienpilzflechte, die auch als Kleienflechte bezeichnet wird, lässt sich mit pilzhemmenden oder abtötenden Mitteln gut behandeln.

Häufigkeit: Wie oft kommt die Kleienpilzflechte vor?

Die Pilzerkrankung ist zwar eine weitverbreitete Hauterkrankung, kommt in Ländern mit gemäßigtem Klima wie Deutschland aber nur bei etwa einem Prozent der Bevölkerung vor. In tropischen Ländern können bis zu 40 Prozent der Bevölkerung betroffen sein. Die Pilzinfektion tritt vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf – bei Frauen und Männern gleichermaßen. Kinder und Menschen über 65 Jahren haben damit eher selten Probleme.

Ursachen der Kleienpilzflechte

Erreger der Kleienpilzflechte ist der Hefepilz Malassezia furfur. Dieser befindet sich bei fast jedem Menschen auf dem Körper und ist Teil der gesunden Hautflora, besonders im Bereich der Kopfhaut. Bei einigen Menschen kann sich der Pilz allerdings übermäßig stark vermehren und zur Fleckenbildung führen. Warum das so ist, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es gibt aber verschiedene Risikofaktoren, die die Pilzerkrankungen begünstigen können. Dazu zählen:

  • Feuchtes und warmes Klima
  • Erhöhte Schweißproduktion beziehungsweise übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose)
  • Verstärkte Talkbildung der Haut (Seborrhö)
  • Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel aufgrund von Erkrankungen oder Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken

Symptome: Wie sieht die Kleienpilzflechte aus?

Zu Beginn der Infektion zeigen sich nur kleine Flecken auf der Haut, die eine andere Pigmentierung als die normale Hautfarbe haben. Diese Flecken treten überwiegend auf der Brust, dem Rücken, im Nacken oder an den Armen auf. Der Pilz kann sich aber auch an anderen Körperstellen ausbreiten wie zum Beispiel an der Innenseite der Oberschenkel. Mit der Zeit wachsen die betroffenen Hautstellen zu großen und unregelmäßig geformten Flecken zusammen – je nach Hauttyp in unterschiedlicher Pigmentierung:

  • Auf heller Haut bilden sich gelbliche oder rot-braune Flecken.
  • Bei dunkler oder gebräunter Haut entstehen helle oder weißliche Flecken.

Auf den betroffenen Hautstellen bildet sich zudem häufig eine feine Schuppung, die an Mehlkleie erinnert. Gelegentlich kann es auch zu einem leichten Juckreiz kommen. Dieser tritt aber nur sehr selten auf.


Diagnose der Kleienpilzflechte

Die Kleienpilzflechte ist zwar nicht ansteckend, sollte aber behandelt werden. Denn von allein heilt die Pilzerkrankung normalerweise nicht aus. Wer Symptome bei sich feststellt, sollte einen*eine Hautarzt*Hautärztin aufsuchen. Diese*r erkennt die Erkrankung häufig schon aufgrund der typischen Fleckenbildung. Zusätzlich kann der*die Arzt*Ärztin mit einem Klebestreifen einige Hautschuppen abnehmen und diese unter einem Mikroskop untersuchen. In der Regel lässt sich der Pilz dadurch gesichert nachweisen.

Um andere Hauterkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen, kommt gegebenenfalls auch UV-Licht, sogenanntes Wood-Licht zum Einsatz. Mit einer speziellen Untersuchungslampe lassen sich verschiedene Hautpilzarten gut unterscheiden, da sie unter UV-Licht in unterschiedlichen Farben aufleuchten. Bei der Kleienpilzflechte erscheinen die betroffenen Hautareale rötlich oder grün-gelb.

Behandlung der Kleienpilzflechte

Behandelt wird die Pilzerkrankung in der Regel mit sogenannten Antimykotika. Das sind pilzhemmende oder -abtötende Mittel, die in Form von Cremes, Salben oder Seifen auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Zusätzlich wird oft eine Behandlung mit speziellen Shampoos empfohlen, da der Pilz auch auf der Kopfhaut angesiedelt ist und sich von dort immer wieder ausbreiten kann. Je nach Präparat kann die Behandlung zwischen ein bis vier Wochen dauern. Sind größere Hautstellen von dem Pilz betroffen oder wirkt die äußerliche Therapie nicht, können auch Tabletten zur Behandlung verschrieben werden.

Konnte der Pilz erfolgreich bekämpft werden, verschwinden die Flecken mit der Zeit wieder. Es kann allerdings einige Wochen bis Monate dauern, bis die Haut wieder normal pigmentiert ist.

Prognose: Kann die Kleienpilzflechte erneut auftreten?

Die Kleienpilzflechte heilt ohne äußerliche Schädigungen wie Narben oder bleibenden Pigmentveränderungen ab. Typisch für die Erkrankung ist aber, dass sie wiederholt ausbrechen kann. Im ersten Jahr nach der Behandlung kann bei 60 Prozent der Betroffenen die Kleienpilzflechte wieder auftreten. Nach zwei Jahren können sogar 80 Prozent erneut mit dem Pilz zu kämpfen haben. Geschieht dies öfters, können vorbeugend aller zwei bis vier Wochen Shampoos zur äußerlichen Anwendung oder Medikamente empfohlen werden. Häufig lässt sich so ein erneuter Ausbruch vermeiden.

Wie lässt sich die Kleienpilzflechte sonst noch vorbeugen?

Da die Ursachen der Pilzerkrankung unbekannt sind, lässt sich dem erstmaligen Auftreten der Kleienpilzflechte nicht vorbeugen. Betroffene, die allerdings bereits Kontakt mit der Erkrankung hatten, können einige Maßnahmen treffen, um einen erneuten Ausbruch zu vermeiden. So kann es hilfreich sein, Kleidung aus Naturmaterialien wie Baumwolle oder Wolle zu tragen. Sie sorgen für eine bessere Belüftung der Haut. Synthetikstoffe hingegen fördern bei warmen Temperaturen das Schwitzen. Zudem sollte die Kleidung möglichst weit geschnitten sein, damit Luft gut zirkulieren kann. Des Weiteren sollten Betroffene nach schweißtreibenden Aktivitäten wie Sport oder wenn sie im Sommer stark ins Schwitzen geraten, immer zeitnah duschen.

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