Akute Krankheit verhindert langfristige Schäden

Broken-Heart-Syndrom: Herzen zerbrechen aus Selbstschutz

Enge im Brustkorb, Atemnot und akute Schmerzen: Wenn Patienten mit diesen Symptomen in die Klinik kommen, denken Ärzte zuerst an einen Infarkt. Es kann aber auch starke seelische Belastung dahinterstecken, die gerade Frauen sprichwörtlich das Herz bricht. Doch offenbar dienen die Schmerzen einem höheren Zweck.

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Am häufigsten leiden Frauen jenseits der Wechseljahre an gebrochenem Herzen. Die Symptome ähneln denen eines Infarkts.
©iStock.com/AndreyPopov

Bis zu zwei Prozent der Herzinfarkt-Verdachtsfälle stellen sich in der Notaufnahme als etwas ganz anderes heraus: An Broken-Heart-Syndrom oder auch Takotsubo-Kardiomyopathie leidet, wer vor kurzem einen geliebten Angehörigen verloren hat. Oder aus einem anderen Grund anhaltenden psychischen Stress aushalten muss. Meist sind die Betroffenen ältere Frauen. Die Erkrankung kann zu Herzversagen und sogar zum Tod führen, obwohl die für einen Herzinfarkt typische Verstopfung eines Herzkrankgefäßes fehlt.

So äußert sich ein Herzinfarkt bei Frauen

Lifeline/Wochit

Dabei dient das Broken-Heart-Syndrom eigentlich dem Schutz des lebenswichtigen Organs. Es will sich selbst vor einem zu hohen Level des Stresshormons Adrenalin schützen, wie Londoner Forscher vergangenes Jahr herausfanden. Dazu dreht das Herz seine Reaktion auf den Botenstoff sozusagen um: Während es normalerweise schneller schlagen würde, fährt ein gebrochenes Herz seine Pumpfunktion herunter. Besonders die linke Herzspitze zieht sich nicht mehr richtig zusammen, was dem Organ dann das klinisch typische, ballonartige Aussehen verleiht.

Überdosis Adrenalin schädigt das Herz

Das Herz bewahrt sich so vor fatalem Dauerstress. Während die kurzfristige Adrenalinausschüttung etwa eine nützliche Fluchtreaktion ermöglicht, würde eine Überdosis des Hormons das Herz auf Dauer schädigen. Das Broken-Heart-Syndrom aber geht, wenngleich von dramatischen Symptomen begleitet, meist innerhalb weniger Tage bis Wochen zurück, ohne dass den Betroffenen Schäden bleiben.

Ihre Hypothese testeten die britischen Forscher an Ratten, denen sie hohe Dosen Adrenalin spritzten. Auch bei den Nagern nahm die Pumpfunktion darauf zur Herzspitze hin ab. Die Studie beschäftigt sich aber auch mit der Frage, welche Medikamente das Broken-Heart-Syndrom lindern. Weil Mittel gegen Herzinfarkte oft auf Adrenalin beruhen, wäre ihre Gabe im Fall der speziellen Erkrankung grundverkehrt. Stattdessen empfehlen die Wissenschaftler im Fachjournal „Circulation“ den Wirkstoff Levosimendan für gebrochene Herzen.

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