Bilirubin direkt

Kategorie: Magen-Darm » Expertenrat Leber- und Gallenbeschwerden | Expertenfrage

11.08.2017 | 13:49 Uhr

Liebes Experten-Team, 

bei einer Blutuntersuchung aufgrund ständiger Übelkeit, Bauchschmerzen, Luft im Magen, ständiges Luft-Aufstossen und immermal Sodbrennen wurden folgende Werte festgestellt:

Bilirubin direkt 11,8 µmol/l (Norm ist unter 4,99)

Bilirubin 36,3 µmol/l (Norm ist unter 20,99)

Die genommenen Leber- und Gallenwerte sind in Ordnung. Ansonsten ist eigentlich fast jeder genommene Wert in der Norm. Entzündungwerte in Ordnung.

Der Arzt meinte das war bei mir schon immer etwas höher aber ich hab die alten Blutbilder angeschaut und es war immer in der Norm und wenn es mal erhöht war dann im Kommastellen-Bereich.

Ich hab gelesen dass der Anstieg von B-direkt nicht mit Morbus Meulenkracht im Kontext steht. Wie soll ich mich nun am besten verhalten? 

 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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13.08.2017, 08:28 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Jens90, 

eine Erhöhung des direkten Bilirubins kann auf eine Abflussstörung der Galle deuten, normalerweise wären dann jedoch auch andere Werte erhöht. Wurde schon eine Sonographied er Leber durchgeführt? Wenn nicht, wäre die des nächste Schritt. 

 

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen  - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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13.08.2017, 13:04 Uhr
Antwort

Danke für Ihre Antwort. 

ASAT und ALAT sowie Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT) und alkalische Phosphatase (AP) sind im Normbereich. Sono Abdomen war ohne Befund. Ich denke schon das sich da die Galle mit angeschaut wurde. 

 

Trotz allem habe ich die Beschwerden immernoch. Frage mich ob es solche gravierenden Labormessfehler gibt oder was ich haben könnte dass die Werte so erhöht sind. 

Experte-Ohlert
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13.08.2017, 20:10 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert


Sehr geehrte Anfragerin,
sehr geehrter Anfrager,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst aber eine Vorbemerkung: Es erscheint mit wichtig darauf hinzuweisen, dass ich hier natürlich nur ganz allgemein zu den aufgeworfenen Themen Stellung beziehen kann.
Der Komplexität des Krankheitsbildes eines jeden einzelnen Patienten wird eine Stellungnahme im Rahmen einer "Internetkonsultation" sicherlich nicht gerecht.
Bitte verstehen Sie daher meine Ausführungen auch immer nur als "Denkanstoß" für die weiteren Gespräche mit Ihren behandelnden Ärzten.
Es wird letztlich "Bücherwissen" reproduziert und keinerlei individuelle Beratung in Bezug Ihr Krankheitsbild vorgenommen.
Dies wäre nach der Berufsordnung nämlich auch gar nicht zulässig.

Nun aber zu Ihrer Frage:

 Eine Erhöhung des Bilirubin kann genetisch bedingt sein (sog Morbus Meulengracht), wobei dies meist schon einen langjährigen Befund darstellt. Erhöhungen des Wertes im zeitlichen Verlauf sind eher selten, kommen aber vor.

Wenn nebem dem Bilirubin die alkalische Phosphatase nicht gleichzeitig erhöht ist, ist dies nicht typisch für eine Abflussstörung der Gallenflüssigkeit, kommt aber vor.

Um eine Abflusstörung der Gallenflüssigkeit auszuschliessen, kann uU eine Ultraschalluntersuchung weiterhelfen.

Eine Laboruntersuchung alleine (ohne entsprechende flankierende Untersuchungen ) ist mitunter nur bedingt aussagekräftig.

 

Wie schon oben gesagt, ist dies kein Portal zu individuellen Beratung über das Wesen von Symtomen -
das gehört in die Hand des Arztes, der Sie vor Ort untersuchungen und beraten kann. Da Ihre Frage aber
genau in diese Richtung zielt, kann ich nur anraten, einen Arzt vor Ort aufzusuchen.

 

 

 

Besten Gruss

Dr. Peter Ohlert

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14.08.2017, 14:35 Uhr
Kommentar

Sehr geehrter Herr Dr. Ohlert, 

 

danke für Ihre Antwort. Ein Ultraschalluntersuchung des Abdomens wurde bereits vorgenommen. Es sind nur diese zwei Werte erhöht. Bilirubin und Bilirubin direkt.

Einzig allein: 

Die Eosinophile Gran. ist mit 0,4% nicht in der Norm von 2-4% ansonsten liegen die Lymphozyten mit 22,2 leicht unter der Norm von 25-40%.

Chlorid ist mit 97,3 µmol/l  leicht unter der Norm von 98-107.

 

Mir ist bewusst das Meulengracht mit erhöhten Bilirubinewerten einhergeht aber erklärt dies auch diesen hohen Bilirubin-Direkt-Wert? 

 

Das macht mir schon sorgen. 

Experte-Ohlert
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16.08.2017, 11:51 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

Natürlich kann man einen Analysefehler bei der Laboruntersuchung nie von vorneherein ausschliessen, jedoch ist dies nach hiesiger Erfahrung eher sehr selten.

Kontrollen, auch Verlaufskontrollen, können die nötige Sicherheit bringen.

 

Dr. Ohlert

Experte-Ohlert
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16.08.2017, 11:54 Uhr
Antwort von Experte-Ohlert

Die Bewertung von Laborbefunden sollte stets im Kontext mit den sonstigen Befunden (körperlicher Untersuchungsbefund, Ultraschall, ggf Spiegelungen etc) erfolgen.

Eine isolierte Betrachtung von Laborwerten ist mitunter nicht hilfreich.

Dr: Ohlert

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