Tipps bei Asthma und COPD

Wie Nebel den Bronchien dreifach schadet

Wie Nebel den Bronchien dreifach schadet
Nicht jeder kann einen Spaziergang im Nebel wirklich genießen
(c) Michael Blann

Beinahe ganz Deutschland liegt unter einer Nebeldecke. Für viele, die COPD oder Asthma haben, ist Nebel jedoch ungünstig. Sie haben noch mehr Atemprobleme als sonst. Warum das so ist und wie Sie sich am besten schützen, hat Lifeline für Sie zusammengestellt - damit Sie den Herbst trotzdem genießen können.

Die aktuelle Wetterlage ist typisch für den Herbst: Beim Übergang vom goldenen, warmen Oktober zum nasskalten Schmuddelwetter bildet sich Nebel. Was für die meisten ein stimmungsvolles Herbstphänomen ist, stellt für manche jedoch ein echtes Gesundheitsrisiko dar. "Vor allem bei Patienten mit Asthma oder COPD (chronisch obstruktive Bronchitis, engl. chronic obstructive pulmonary disease) können sich die Beschwerden verstärken", warnt Lifeline-Experte Michael Barczok, Sprecher des Bundesverband der Pneumologen. Denn Nebel gefährdet Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen gleich dreifach.

Kälte reizt die Bronchien

"Das ist zum einen die Kälte", erklärt der Pneumologe. Nebel besteht bekanntlich aus winzigen Wassertröpfchen, die kalt sind. Und Kälte lässt uns frösteln. Nicht nur die Haut zieht sich dabei etwas zusammen. Auch für die Bronchien ist Kälte ein starker Reiz. Sie verengen sich, was bei Asthma oder COPD für Patienten mit bereits verengte Atemwege riskant werden kann. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang ein Tuch oder leichter Schal vor dem Mund, durch den eingeatmet wird. Das ist übrigens auch ein guter Tipp für Jogger, die bei kalter Luft laufen möchten.

Wasser lässt die Schleimhäute anschwellen

Die zweite Gefährdung geht vom Wasser aus. Beim Einatmen von nebliger Luft gelangt durch die Tröpfchen viel Feuchtigkeit auf die Schleimhäute. Weil das Gewebe von Natur aus leicht salzig ist, zieht es das Wasser sozusagen an, es sickert ein und das Gewebe schwillt dadurch an. Die Bronchien verengen sich wiederum. Doch weshalb  schadet das eingeatmete Wasser – beim Inhalieren tut es doch gut? "Zum Inhalieren, etwa bei Erkältungen, nutzt man meist Salzlösungen. Damit wird ein Anschwellen der Schleimhäute verhindert", erklärt Michael Barczok.

Schadstoffe gelangen tief in Bronchien und Lunge

Eine weitere und damit dritte Ursache sind die Kondensationskerne der Wassertropfen im Nebel. "Schmutz und Verunreinigungen aus der Luft, beispielsweise von Autoabgasen und Heizungen, legen sich an diese Kerne. Sie transportieren die Schadstoffe dann wie ein Taxi tief in die Bronchien", erklärt der Lungenspezialist. Das ist doppelt ungünstig, denn bei Nebelwetterlage - so genannter Inversion - funktioniert der Luftaustausch sowieso nur gering. Die Folge: Die Luft wird immer mehr mit Schadstoffen angereichert.

Medikamente gewissenhaft einnehmen

Nebel bedeutet jedoch trotzdem nicht, dass Menschen, die Asthma oder COPD haben, das Haus hüten müssen. "Allerdings sollten sie, bevor sie ins Freie gehen, unbedingt ihre Medikamente einnehmen, also beispielsweise ihr Kortison-Spray", empfiehlt Michael Barczok. Sport treiben ist für sie bei diesem Wetter jedoch eher ungünstig. Unter Belastung wird nämlich rascher eingeatmet, also nicht mehr durch die Nase, sondern den Mund. "Das ist ungünstig, denn die Nase ist wie eine Klimaanlage für die Bronchien", sagt der Experte. Beim Einatmen durch die Nase wird die Luft angewärmt, gereinigt und auf die richtige Weise befeuchtet. Die Mundatmung kann das nicht.

Am besten im Wald spazieren gehen

Patienten mit Asthma oder COPD profitieren bei Nebel übrigens am meisten von einem Spaziergang im Wald. Hier ist die Luft nicht nur besonders rein, sondern "der Wald wirkt wie eine Klimaanlage, die bei zu feuchter Luft Feuchtigkeit aufnimmt, bei zu trockener sie wieder abgibt", sagt Michael Barczok. Waldluft ist deshalb eine ganz besonders gesunde Alternative.

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Letzte Aktualisierung: 22. Oktober 2012

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