Anwendung und Tipps

Mögliche Veränderungen mit Hormonspirale

Viele Frauen schätzen die Sicherheit und gute Verträglichkeit der Hormonspirale und haben sich deshalb für diese Verhütungsmethode entschieden. Nach dem Einsetzen der Hormonspirale beobachten einige Frauen aber Veränderungen, die sie verunsichern. In der Regel sind solche „Auffälligkeiten“ harmlos und verschwinden nach kurzer Zeit von selbst wieder.

Hübsche Frau lächelt in Kamera
Die Hormonspirale ist gut verträglich, anfängliche Zwischenblutungen lassen meist schnell nach.
(c) Getty Images/Brand X

Die Hormonspirale wird von vielen Frauen als sichere und gut verträgliche Verhütungsmethode geschätzt. Dennoch kann es - vor allem in der ersten Zeit nach dem Einsetzen der Hormonspirale – zu Veränderungen der Menstruationsblutung und gewissen Beschwerden kommen. Meistens sind diese Auffälligkeiten harmlos und verschwinden nach einigen Wochen wieder, wenn sich der Körper auf die neue Verhütungsmethode eingestellt hat. In eher seltenen Fällen kann aber auch eine Entfernung der Spirale erforderlich sein.

Schmier- und Zwischenblutungen bei Hormonspirale

Blutungsunregelmäßigkeiten wie Zwischen- oder Schmierblutungen können insbesondere in den ersten Wochen und Monaten nach dem Einsetzen der Hormonspirale auftreten. Sie sind in der Regel gesundheitlich unbedenklich und treten meist im Verlauf der Zeit immer seltener auf. Die Befürchtung vieler Frauen, dass dies ein Zeichen dafür sei, dass die Spirale nicht richtig sitzt und deshalb ein reduzierter Verhütungsschutz besteht, kann der Arzt durch eine Ultraschallkontrolle meist ausräumen. Solche Kontrollen sollten routinemäßig nach dem Einsetzen der Spirale und dann mindestens einmal jährlich erfolgen. Wichtig ist es daher, die regelmäßigen Termine für die Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen. Auch wenn anhaltende Schmier- und Zwischenblutungen verunsichern, sollte der Gynäkologe aufgesucht werden: Er überprüft Lage und Sitz der Hormonspirale und kann andere Ursachen wie Infektionen ausschließen.

Bei starken Blutungen und Schmerzen zum Arzt

Ein Anlass für einen Arztbesuch sind plötzliche, starke Blutungen – insbesondere dann, wenn sie nach langen Phasen ohne Auffälligkeiten auftreten. Auch stärkere und anhaltende Schmerzen sind als Warnsignal zu deuten und sollten sicherheitshalber ärztlich abgeklärt werden. Sie können ein Hinweis darauf sein, dass die Hormonspirale verrutscht ist und/oder eine Verletzung der Gebärmutter vorliegt – allerdings ist das nur sehr selten der Fall. Ein leichtes Ziehen im Unterbauch, wie es auch im Rahmen der Menstruationsblutung auftreten kann, ist nach dem Einsetzen der Hormonspirale jedoch möglich und verschwindet mit der Zeit in der Regel wieder.

Wenn die Regel ganz ausbleibt

Sind die monatlichen Blutungen nach dem Einsetzen der Spirale deutlich schwächer oder bleiben sie nach einer gewissen Zeit aus, ist das meist auf die besondere Wirkweise der Hormonspirale zurückzuführen. Das Hormon Levonorgestrel, das kontinuierlich aus der Hormonspirale direkt in die Gebärmutter abgegeben wird, sorgt unter anderem für einen verminderten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, wodurch die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert wird. Da folglich im Rahmen der Menstruation weniger Gebärmutterschleimhaut abgelöst wird, ist auch die Blutung schwächer. Bei etwa 20 Prozent der Anwenderinnen bleibt die monatliche Blutung mit der Zeit ganz aus. Viele Frauen sehen darin einen Vorteil und nutzen die Hormonspirale auch aus diesem Grund. Beim ersten Ausbleiben der Regel sollte zum sicheren Ausschluss einer Schwangerschaft eine Untersuchung beim Frauenarzt erfolgen.

Rückenschmerzen, Stimmungsschwankungen und Hautveränderungen durch die Hormonspirale?

Nach dem Einsetzen der Hormonspirale können zunächst auch unerwünschten Wirkungen wie Brustspannen, Kopf- und Rückenschmerzen, Stimmungsschwankungen, Übelkeit, Wassereinlagerungen (Ödeme) und Veränderungen des Hautbildes auftreten. Bei vielen Frauen verschwinden diese Beschwerden im Laufe der ersten Anwendungswochen. Bleiben die Beschwerden über längere Zeit bestehen oder tritt der seltene Fall ein, dass eine Frau die Hormonspirale aufgrund individueller Voraussetzungen nicht verträgt, kann unter Umständen ein Wechsel der Verhütungsmethode sinnvoll sein.

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Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2012
Quellen: Rote Liste Service GmbH: Fachinformation Mirena®, Stand: Januar 2009; Dr. med. Ina Ilkhanipur, Gernsbach, Gynäkologin. In: Lifeline-Expertenrat Hormonspirale (Fragen und Antworten vom Jan. – Dez. 2011). URL: http://www.lifeline.de/spirale/forum/actionViewIntro.html?board=214&intro=3 (Stand: 21.12.2011)

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