Therapien A bis Z

Physiotherapie

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Im Rahmen der Physiotherapie kommen z. B. körperliche Übungen, Massagen oder Wärmeanwendungen zum Einsatz.
Getty Images/Wavebreak Media

Definition

Physiotherapie umfasst die Bewegungstherapie in Form von speziellen krankengymnastischen Übungen und die physikalische Therapie, zu der Anwendungen zählen, bei denen die therapeutische Wirkung von z. B. Massagen, Wasser, Wärme  und Stromimpulsen genutzt wird. Die Krankengymnastik darf nur durch Physiotherapeuten (früher „Krankengymnasten“) erfolgen. Die physikalischen Therapien können zum Teil auch von Masseuren durchgeführt werden.

Aktive und passive Behandlungsformen

Die Physiotherapie nutzt im Rahmen aktiver krankengymnastischer Übungen die selbständige Bewegung des Menschen, sie umfasst aber auch passive, durch den Physiotherapeuten geführte körperliche Übungen. Sie dient der Vorbeugung und Behandlung körperlicher Krankheiten sowie der Rehabilitation nach überstandenen Krankheiten und findet sowohl in der ambulanten Versorgung als auch in teilstationären und stationären Einrichtungen Anwendung. Sie ist bei vielen Krankheiten eine sinnvolle Ergänzung zu operativen Maßnahmen und medikamentösen Therapien.

Aufgaben der Physiotherapie

  • Prävention: Vorbeugung der Entstehung von Erkrankungen (Primärprävention); Vorbeugung des Wiederkehrens einer gleichartigen Erkrankung (Sekundärprävention); Vermeiden von Folgeschäden, z.B. Verhindern von Stürzen, Funktions- und Bewegungseinschränkungen von Gelenken (Kontrakturen), Herz-Kreislaufproblemen
  • Therapie: Kurz- und Langzeitbehandlung akuter und chronischer Krankheiten mit dem Ziel der Heilung oder des Erhalts einer bestehenden Situation; Verbesserung der Lebensqualität
  • Kompensation: Entwickeln von Verhaltensstrategien, um einen Verlust oder eine Einschränkung auszugleichen
  • Rehabilitation: Wiederherstellen von Funktionen; Wiedereingliedern in berufliche und private Umfelder und Tätigkeiten; Verbesserung der Lebensqualität bei bestehenden Beeinträchtigungen

Wirkungen der Physiotherapie

Die Physiotherapie:

  • lindert Schmerzen
  • fördert Stoffwechselprozesse und die Durchblutung
  • erhält und verbessert die Beweglichkeit von Gelenken
  • erhält und verbessert die Koordinationsfähigkeit
  • fördert Kraft und Ausdauer

Kosten der Behandlung

Die Physiotherapie zählt zu den Heilmitteln. Wird sie ärztlich verordnet und von einem Physiotherapeuten durchgeführt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten im Rahmen der gesetzlichen Versicherung. Bei Erkrankungen mit voraussichtlich kurzfristigem Verlauf ist eine Verordnung von einmalig sechs bis maximal zehn Behandlungen pro Jahr möglich, bei Erkrankungen mit voraussichtlich längerfristigem Verlauf sogar 12, 18 oder 30 Behandlungen. Allerdings müssen die Patienten zehn Prozent der Behandlungskosten zuzüglich zehn Euro pro Rezept selbst tragen. Wie bei anderen Verordnungen auch gilt hier eine Gesamt-Zuzahlungsgrenze von einem Prozent der Bruttoeinnahmen pro Jahr bei chronisch Kranken und zwei Prozent bei allen anderen (§ 62 Abs. 1 Satz 2 des Sozialgesetzbuch V). Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bei einer Heilmittelbehandlung grundsätzlich keine Zuzahlung erforderlich.

Autor: Kathrin Sommer für DVGE Verlag für Gesundheit und Ernährung
Letzte Aktualisierung: 13. Februar 2012
Quellen: Physiotherapie von A – Z. Stuttgart, New York: Georg Thieme Verlag 2010 Berliner, M.: Physikalische Therapie. In: Qualitätssicherung in der Rheumatologie. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (Hrsg.), 2008 Deutscher Verband für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten (ZVK) e.V. (URL: https://www.zvk.org/bundesverband/patienten-interessierte/startseite.html)

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