Augen und Sehkraft
Augen und Sehkraft
Netzhautablösung

Schnelle Hilfe bei schwarzen Flecken im Auge

Frühe Behandlung der Sehstörung schützt vor Erblindung durch eine Netzhautablösung

Spiegel
Zuckende Linien oder bewegliche schwarze Flecken: Ursache kann eine Ablösung der Netzhaut im Auge sein.
Franziska Koark / dpa

Lichtblitze und schwarze Flecken: Eine Netzhautablösung bereitet keine Schmerzen – gerade das macht die Sehstörung tückisch. Dabei lässt sie sich früh erkannt gut behandeln.

Zuckende Linien und dunkle Stellen im Blickfeld werden schon nicht so schlimm sein? Russflecken, die ins Sichtfeld flattern sind nur vorübergehend? Manch einer unterschätzt die Symptome, denn eine Netzhautablösung im Inneren des Auges ist nicht schmerzhaft. Doch sollten Betroffene sofort zum Augenarzt gehen, der die Beschwerden meist gut in den Griff bekommt. Unbehandelt aber kann die Sehstörung im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.  

„Typische Erstsymptome für eine Netzhautablösung sind Lichtblitze und bewegliche schwarze Flecken“, erklärt Frank Holz, Direktor der Uni-Augenklinik Bonn. Die Symptome zeigen sich auf einem Auge und können schnell schlimmer werden. Das Sehfeld wird dann in großen Teilen schwarz: „Es fällt ein Vorhang ins Bild oder eine Mauer wächst empor“, macht Holz anschaulich, was Betroffene sehen.

Im Frühstadium hilft eine ambulante Behandlung

Deutet der Betroffene die Erstsymptome richtig, ist diese Gefahr rasch gebannt. „Eine dünne Stelle der Netzhaut kann mit einem Laserstrahl beschossen werden“, erklärt Georg Eckert, Sprecher des Augenärzte-Verbands. Bei kleinen Löchern oder Rissen, die noch zu keiner Ablösung geführt haben, kann die Kältestift-Methode helfen. Beide Therapien erfolgen ambulant.

Erst, wenn die Netzhaut sich gelöst hat, wird eine Operation mit Krankenhausaufenthalt nötig. Dabei legt der Arzt die Netzhaut wieder an die richtige Stelle. In der Folge kehrt die Versorgung der Rezeptoren und damit die Sehkraft zurück.

Reißt der „Klettverschluss“ im Auge, kommen keine Nährstoffe mehr an

Das Auge ist vergleichsweise einfach aufgebaut: Durch die Pupille fällt Licht ins Innere und wirft ein Bild des Gesehenen an die Rückwand des Auges, in etwa so wie im Inneren eines alten Fotoapparats. Anstelle des Fotofilms nimmt im menschlichen Auge die Netzhaut das Licht auf. Dieses empfindliche Organ mit Millionen von Fotorezeptoren ist aber nicht fest mit dem restlichen Auge verwachsen, sondern haftet mit einer Art biologischem Klettverschluss an dessen Rückwand.

Der Glaskörper – die gelartige und transparente Füllung des Auges – sorgt dafür, dass die Netzhaut immer leicht gegen diese Haftschicht gedrückt wird. So wird die Schicht mit den wichtigen Photorezeptoren über die darunter liegenden Hautschichten mit Nährstoffen beliefert. Durch die Ablösung wird die Versorgung der Fotorezeptoren abgeschnitten, im Extremfall sterben diese ab.

Im Fall des Falles: Ruhe bewahren

Wie akut das Problem schon ist, kann ein Augenarzt sagen. „Entscheidend ist, ob die Stelle des schärfsten Sehens betroffen ist“, erläutert Peter Wiedemann, der die Augenheilkunde am Uniklinikum in Leipzig leitet. „Wenn am Morgen noch alles okay war und dann wird es tagsüber stetig schlimmer, ist das sicher ein Notfall.“ In jedem Fall ist Ruhe wichtig. Denn Bewegung kann dazu führen, dass die lockere Netzhaut weiter abreißt. Der Augenarzt empfiehlt unter Umständen eine spezielle Liegeposition, in der es an der wunden Stelle im Auge am wenigsten zieht.

Diabetes, Kurzsichtigkeit und Alter sind Risikofaktoren

Eine Netzhautablösung kann verschiedene Ursachen haben, sie entsteht zum Beispiel wegen einer kleinen, angeborenen Schwachstelle. Kinder und Jugendliche sind weniger gefährdet, da ihr Glaskörper noch eine festere Konsistenz hat. Erwachsene sollten sich regelmäßig untersuchen lassen. Experte Wiedemann empfiehlt spätestens ab 40 Jahren alle zwei Jahre den Check-up beim Augenarzt. Kurzsichtige Menschen sollten früher und häufiger zur Vorsorge: Ihre Netzhaut ist „dünner und kann leichter verletzt werden“, sagt Eckert.

Neben der Kurzsichtigkeit ist die Zuckerkrankheit ein Risikofaktor“, erklärt Holz. Denn Diabetes verändert die Zusammensetzung des Glaskörpers. Wer unsicher ist, ob er an einer Netzhautablösung leidet, sollte immer den Arzt konsultieren: Unregelmäßigkeiten kann er eventuell schon beim einfachen Blick ins Auge erkennen, sagt Eckert.

Augen-TÜV

Immer mehr Menschen steuern ein Fahrzeug und sehen schlecht. Denn viele Sehstörungen bemerkt man kaum. Da ist es wie beim Auto: Erst der TÜV findet Fehler und Defekte.

Autor: sw / dpa
Letzte Aktualisierung: 21. Februar 2013

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