Häufiger Asthma-Auslöser

Hausstauballergie: So bekommen Sie die Symptome in den Griff

Unsichtbare Heerscharen in Kissen und Decken: Die Hausstauballergie wird von Kotpartikeln der Hausstaubmilbe ausgelöst. Betroffene leiden unter Überempfindlichkeitsreaktionen wie Niesreiz, Schnupfen, Atembeschwerden und/oder geröteten Augen.

iStock_000059175986_Small.jpg
Hausstaubmilben sind winzige Spinnentiere, die praktisch in jedem Haushalt leben. Sie können bei sensibilisierten Personen zu teils schweren Allergie-Symptomen führen und die Atemwege schädigen.
iStock

Die Bezeichnungen Milbenallergie und Hausstauballergie sind irreführend: Denn eigentlich sind es nicht unmittelbar die Hausstaubmilben und schon gar nicht der Staub in der Wohnung, die allergische Beschwerden auslösen. Vielmehr sorgen getrocknete, mikroskopisch kleine Kotpartikel, Eier und Körperreste von Hausstaubmilben für Überempfindlichkeitsreaktionen, wenn sie von Milbenallergikern eingeatmet werden. Das bedeutendste Allergen in diesem Zusammenhang heißt P1-Antigen.

Hausstauballergie beim Kind häufig

  • zum Selbsttest

    Schnupfen, Niesattacken, gerötete und brennende Augen? Diese Symptome deuten auf eine Allergie hin. Aber steckt eine Überreaktion auf Hausstaubmilben dahinter? Finden Sie es hier heraus:

Zu den typischen Symptomen der sogenannten Milben- oder Hausstauballergie gehören starker Niesreiz und Niesanfälle, allergischer Schnupfen mit klarem Sekret, Atembeschwerden sowie tränende und gerötete Augen. Auch Asthma-Symptome zählen zu den häufigen Anzeichen einer Hausstaubmilbenallergie. Oft kommt es erst im späteren Verlauf und nach Jahren zum Etagenwechsel von der Allergie hin zum allergischen Asthma.

Allergische Beschwerden betreffen in Deutschland Schätzungen zufolge jeden vierten Erwachsenen. Dabei sind Pollen die häufigsten Allergie-Auslöser. An Hausstauballergie leidet gut jeder zehnte Bundebürger, die Zahlen schwanken zwischen zehn und 15 Prozent. Besonders Kinder sind häufig betroffen: Jedes fünfte Kind ist gegenüber Hausstaub-Allergenen sensibilisiert, die Überempfindlichkeit entsteht meist in den ersten Lebensjahren.

Hausstaubmilben kommen in jeder Wohnung vor

Hausstaubmilben sind helle, winzig kleine (0,1 bis ein halber Millimeter) Spinnentiere, die mit bloßem Auge kaum erkennbar sind. Ihr Vorhandensein in einem Haushalt ist kein Zeichen mangelnder Sauberkeit. Sie sind ein normaler Bestandteil des Staubs, der in jedem Haus und in jeder Wohnung vorkommt.

Hausstauballergie – diese 22 Tipps helfen!

 

Eine Rolle bei der Entstehung von Hausstauballergien spielen vor allem die Milbenspezies Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Die Gattungsbezeichnung der Hausstaubmilben, Dermatophagoides, kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie "Hautesser". Denn Hausstaubmilben ernähren sich von Hautschuppen, von denen jeder Mensch täglich rund ein bis zwei Gramm absondert.

Die Parasiten finden bei Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent ideale Lebensbedingungen vor. Wird die Luft in Innenräumen im Winter dann trockener und kühler, verringert sich die Milbendichte. Auch Höhenluft ist für die Spinnentiere nachteilig. Am stärksten ist die Belastung für Hausstauballergiker in den warmen Sommermonaten bis in den Herbst hinein. Doch auch der Winter hat seine Tücken. Dann sterben zwar viele der Milben ab, ihre Überreste wiederum aber verschlimmern die Allergiesymptome.

Millionen Milben in Kissen und Matratze

Die Generationsspanne der Milben dauert zwischen einem und mehreren Monaten. Weibchen legen gleichzeitig bis zu etwa 80 Eier ab, die sich über ein Larvenstadium und mehrere Nymphenstadien zu den geschlechtsreifen Milben entwickeln.

Hausstaubmilben besiedeln bevorzugt Kopfkissen, Bettdecken und Matratzen. Mit Abstand die meisten Milben leben dabei auf Kopfkissen und Matratze, weil hier besonders viele Hautschüppchen landen. Aber auch auf Teppichen, Polstermöbeln und Kuscheltieren sind Hausstaubmilben verstärkt zu finden

Die Zahl der Milben erreicht dabei schwindelerregende Ausmaße: In einem gewaschenen Kopfkissen wohnen immer noch mehrere zehntausend Milben. Ein Kissen, von dem stets nur der Bezug gereinigt wird, bietet bis zu einer halben Million Milben eine Wohnstatt.

Was tun, wenn der Hund allergisch auf Hausstaub reagiert?

Übrigens können auch Hunde an einer Hausstauballergie leiden. In diesem Fall helfen meist ähnliche Behandlungsansätze (etwa der Wirkstoff Kortison) und Tipps wie bei menschlichen Patienten: Dazu zählen häufiges Staubsaugen, während der Hund sich in einem anderen Raum aufhält, nass wischen, Verzicht auf Teppiche, Kochwäsche oder das vorübergehende Einfrieren von Stoff-Spielzeug.

Anzeichen: Diese Symptome sind typisch für Hausstauballergie

Die Allergene der Milbe können verschiedene Beschwerden der Haut und Atemwege hervorrufen. Die Symptome sind bei vielen Betroffenen nur sehr leicht oder kaum spürbar. In anderen Fällen sind die Beschwerden jedoch mäßig bis stark ausgeprägt.

Die große Mehrzahl der Betroffenen reagiert mit Schnupfen, verstopfter Nase und/oder Niesattacken auf die Allergene von Hausstaubmilben. Gelegentlich kommt es auch zu juckenden, geröteten Augen (allergische Bindehautentzündung).

Bei schwereren Verläufen reagieren auch die unteren Atemwege (Lunge, Bronchien) gereizt. Betroffene müssen Husten und/oder leiden unter erschwerter, manchmal auch schmerzhafter Atmung und pfeifenden Atemgeräuschen.

Häufig zeigen sich Symptome der unteren Atemwege nur während oder kurz nach körperlicher Anstrengung und halten dann bis zu 30 Minuten an.

Viele Betroffene leiden besonders morgen an den Symptomen der Milbenallergie. Ursache für morgendliche Niesattacken und/oder Hustenreiz sind Milben-Allergene, die in Bettzeug und Matratzen besonders zahlreich vorhanden sind.

  • zum Selbsttest

    Schnupfen, Niesattacken, gerötete und brennende Augen? Diese Symptome deuten auf eine Allergie hin. Aber steckt eine Überreaktion auf Hausstaubmilben dahinter? Finden Sie es hier heraus:

Symptome der Hausstauballergie im Überblick:

  • Nase: Niesreiz, "laufende Nase", Schnupfen, angeschwollene Schleimhäute (Nase fühlt sich "zu" an), erschwerte Nasenatmung

  • Augen: Jucken, Rötung, tränende Augen, chronische Bindehautentzündung

  • Atemwege: Reizhusten, schleimiger Husten, Atemnot, Asthma

  • Haut (bei Milbenallergie eher selten): Jucken, rötlicher Ausschlag, Ekzeme (Dermatitis)

Sonstige Symptome der Hausstauballergie umfassen Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Hausstauballergie: Welche Ursachen stecken dahinter?

Staub
Im Hausstaub befindet sich Milbenkot, die Ursache für Hausstauballergie.

Auslöser der Hausstauballergie sind ganz bestimmte Eiweißstoffe im Kot der Milben. Die exakten Auslöser der Beschwerden sind die Allergene mit der Bezeichnung "Der p1", "Der p2" und "Der p23".

Die Ausscheidungen der Tiere reichern sich in ihrem Lebensraum (zum Beispiel auf Matratzen, Bettwäsche, Vorhängen und Polstern) an. Die getrockneten Kot-Partikel verbinden sich mit anderen Bestandteilen des Hausstaubs und werden im gesamten Wohnraum verteilt.

Wird beim Bettenmachen, Kehren oder Staubsaugen Staub aufgewirbelt, lösen sich mikroskopisch feine Milbenkot-Partikel, schweben für kurze Zeit in der Raumluft und lagern sich auf den Schleimhäuten der Augen, Nase und Lungen ab.

Bei Menschen, die zu Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Hausstaubmilben neigen,  stuft das Immunsystem die im Milbenkot enthaltenen Allergene als gefährlich ein und löst innerhalb weniger Sekunden oder Minuten eine Abwehrreaktion aus. Es kommt zu allergischen Symptomen an jenen Körperpartien, an denen sich die Allergene abgelagert haben: an Atemwegen und Haut.

Häufig gibt es eine familiäre Veranlagung zu Allergien

Warum das Immunsystem einiger Menschen allergisch auf Hausstaubmilben reagiert, wurde von der Medizin bislang nicht lückenlos geklärt. Das Immunsystem der Betroffenen reagiert über und bildet gegen eigentlich harmlose Eiweiße im Milbenkot Antikörper.

Diese Reaktion löst wiederum die Ausschüttung von Histamin aus. Der Botenstoff erweitert die Blutgefäße und lässt die Schleimhäute anschwellen. Es kommt zu Entzündungsreaktionen der Atemwege und den belastenden Symptomen der Hausstauballergie.

Bei der Mehrzahl von Betroffenen liegt eine familiäre Häufung von Allergien vor. Zudem können Umwelteinflüsse, Ernährung und Lebensstil die Allergiebereitschaft einiger Menschen erhöhen. 

Diagnose der Hausstauballergie: Das passiert beim Arzt

Pricktest,Allergie,Hauttest
Mit dem Prick-Test lässt sich erkennen, auf welche Allergene überreagiert wird - etwa auf die Eiweiße im Milbenkot.
iStock

Der beste Ansprechpartner bei Verdacht auf Hausstaubmilben ist ein Hals-, Nasen- und Ohrenarzt (HNO-Arzt). Bei der Untersuchung geben die Schilderung der Symptome, ein Hauttest (Prick-Test) und eine Blutuntersuchung Aufschluss über eine möglicherweise vorhandene Allergie.

Zur Diagnosestellung wird sich der Mediziner zunächst erkundigen, ob die Symptome zu einer bestimmten Tages- und/oder Jahreszeit verstärkt auftreten.

Viele Betroffene leiden zum Beispiel während der Nacht und morgens besonders stark unter den Symptomen einer Hausstauballergie, weil sie den Allergenen auf Matratze und Bettwäsche im Schlaf besonders massiv ausgesetzt sind. Desweiteren untersucht der Arzt die Schleimhäute der Nase und des Rachens und horcht die Lunge ab, um den Umfang der Beschwerden einschätzen zu können.

Nachweis der Hausstauballergie durch Prick-Test und Blutuntersuchung

Eine Hausstauballergie wird weiterhin mit speziellen Allergietests nachgewiesen. Am häufigsten kommt der sogenannte "Prick-Test" zum Einsatz. Bei einem Pricktest träufelt der Arzt verschiedene Testlösungen mit für die Erkrankung typischen Allergenen auf die Innenseite des Unterarms.

  • zum Ratgeber

    Egal ob Pollen, Insektengift oder Hausstaub: Allergische Erkrankungen sind in westlichen Ländern auf dem Vormarsch. Alles über Symptome, Diagnose und Behandlung inklusive Test gibt es hier

Damit die Flüssigkeit in die Haut eindringen kann, piekst der Arzt die benetzten Stellen vorsichtig mit einer feinen Nadel oder Pinzette an. Nach einer Wartezeit von 15 bis 60 Minuten wird das Ergebnis überprüft.

Haben sich an jenen Stellen, die mit Hausstaub-Allergenen beträufelt wurden, juckende, rötliche Quaddeln gebildet (ähnlich wie ein Mückenstich), liegt sehr wahrscheinlich eine Allergie vor.

In einer labortechnischen Untersuchung wird die Konzentration bestimmter Antikörper (Antikörper der Klasse E) im Blut bestimmt. Liegt der ermittelte Wert oberhalb der Normgrenze, weist auch dieses Ergebnis auf eine erhöhte Allergen-Sensibilität des Patienten hin.

Gut zu wissen: Ein positiver Prick- und Bluttest weisen zunächst nur erhöhte Allergiebereitschaft nach. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass der Betroffene auch die lästigen Symptome der Hausstauballergie entwickelt. Bei manchen Allergikern treten im Alltag keine oder nur gelegentlich sehr leichte Beschwerden auf.

Therapie: Wie wird die Hausstauballergie behandelt?

nasenpolypen vorbeugen hyposensibilisierung
Um den Körper unempfindlich gegen die Eiweiße im Milbenkot zu machen, gibt es die spezifische Immuntherapie, kurz SIT.
Getty Images/iStockphoto

Die einfachste Therapie einer jeden Allergieform besteht darin, das jeweilige Allergen so gut es geht zu meiden. Im Fall der Milben- oder Hausstauballergie heißt das, die Luft in Wohnräumen möglichst trocken zu halten, oft Staub saugen zu lassen und Teppichböden sowie Haustiere zu meiden. Kissen, Oberbett und Bettwäsche sollten bei hoher Temperatur waschbar sein, um Milbenallergikern Erleichterung zu verschaffen. (ausführliche Tipps unter "Hausstauballergie vorbeugen)

Spezifische Immuntherapie (SIT) gegen Milbenallergie

Bringt die Milben-Sanierung des Haushalts keine Beschwerdefreiheit, kann der Arzt (HNO oder allergologisch weitergebildeter Hausarzt) eine "Spezifische Immuntherapie" (SIT) durchführen. Die Erfolgschancen der Behandlung sind gut, die Therapiedauer erstreckt sich über zirka drei Jahre.

  • zum Expertenrat Allergie

    Sie haben Fragen zum Thema Allergie? Stellen Sie Ihre Fragen im Lifeline-Expertenrat und erhalten Sie kompetente Antworten und medizinischen Rat!

Bei der SIT, auch Hypo- oder Desensibilisierung genannt, wird dem Betroffenen in regelmäßigen Abständen der spezielle Allergieauslöser (in diesem Fall  Allergene der Hausstaubmilbe) als Serum in den Oberarm injiziert. Die Behandlung kann bei  zahlreichen allergischen Erkrankungen, zum Beispiel auch mit Pollen- und einigen Tierhaar-Allergenen, durchgeführt werden.

Die Injektion, umgangssprachlich auch "Allergie-Spritze" genannt, wird dem Allergiker zunächst wöchentlich mit steigender Dosierung, später dann alle vier bis sechs Wochen bei gleichbleibender Allergen-Menge verabreicht. Ziel der Behandlung ist es, das Immunsystem an die Allergene zu gewöhnen und die überschießende Abwehrreaktion deutlich zu mildern oder im Idealfall zu stoppen.

Hyposensibilisierung gilt als wirksamste Behandlung der Hausstauballergie

In der Medizin war lange umstritten, ob die Spezifische Immuntherapie einen Nutzen für Allergiepatienten hat. Inzwischen ist die Wirksamkeit der Therapie nachgewiesen. Laut WHO ist eine Hyposensibilisierung die wirksamste Behandlungsmethode in der Allergologie.

Bei vielen Patienten bessern sich die Beschwerden bereits nach einem Jahr spürbar, nach zwei bis drei Jahren sind allergische Reaktionen häufig restlos verschwunden.

Da dem Körper eine Substanz, auf die er normalerweise allergisch reagiert, in hoher Konzentration zugeführt wird, sind Begleiterscheinungen der Hyposensibilisierungs-Therapie relativ häufig. Die Nebenwirkungen sind aber meist mild und von kurzer Dauer.

In Studien zur SIT zeigte sich bei etwa 60 Prozent der Teilnehmer ein leichter Hautausschlag an der Einstichstelle. Etwa zwanzig Prozent reagierten mit stärkeren Allergie-Symptomen (Atemwegs-Beschwerden), welche mit Antihistaminika behandelt werden mussten.

Ein allergischer (anaphylaktischer) Schock ist während einer Desensibilisierung äußerst selten. Er tritt laut Studien bei weniger als einem Prozent der Betroffenen auf. Zur Sicherheit sollte der Patient nach der Allergie-Spritze mindestens 30 Minuten in der Praxis bleiben.

Kurzfristig helfen Antihistaminika

Neben der Hyposensibilisierung steht Milben-Allergikern eine Vielzahl von (häufig rezeptfreien) Medikamenten zur Verfügung. Diese können akute Symptome der Allergie  kurzfristig lindern und/oder unterdrücken – sie sind aber nicht zur dauerhaften Einnahme geeignet.

  • zum Selbsttest

    Schnupfen, Niesattacken, gerötete und brennende Augen? Diese Symptome deuten auf eine Allergie hin. Aber steckt eine Überreaktion auf Hausstaubmilben dahinter? Finden Sie es hier heraus:

Als besonders wirksame Allergiemedikamente haben sich Antihistaminika bewährt. Sie wirken dem Botenstoff der allergischen Reaktion, dem Histamin, entgegen und können allergische Reaktionen verhindern oder bereits ausgebrochene Allergie-Symptome wie Niesreiz und Schnupfen mildern.

Antihistaminika gibt es in unterschiedlichen Anwendungsformen, zum Beispiel als Nasenspray, Augentropfen oder als Spray zum Inhalieren. Eine häufige Nebenwirkung von Antihistaminika ist Müdigkeit.

Niem-Spray befreit Einrichtung von Milben

Zur Anwendung direkt in der Wohnung und auf Textilien bieten sich Sprays aus dem Öl des Niembaums an. Ihr Wirkstoff Margosa-Extrakt (Mahalin) vertreibt Milben, indem er ihre Nahrung ungenießbar macht. Außerdem sollen Larven der Hausstaubmilben sich durch das Niem-Spray nicht mehr weiter entwickeln. Niem-Präparate gibt es in Apotheken.

Hausstauballergie: Verlauf

Bei einigen Allergikern bildet sich die Allergie auch ohne Hyposensibilisierung mit den Jahren zurück. Dies ist vor allem der Fall, wenn der Kontakt zu den Allergenen der Hausstaubmilbe durch die Milbensanierung des Haushaltes über einen längeren Zeitraum hinweg konsequent verringert wurde (Allergenkarenz).

Bei einem gleichbleibenden oder stärker werdenden Beschwerdebild kann die Hyposensibilisierung regelmäßig zu spürbarer Linderung oder dem vollständigen Verschwinden der Allergie führen.

In einigen Fällen kann es zu Komplikationen der Hausstauballergie kommen. Etwa ein Drittel der Betroffenen entwickelt eine erhöhte Asthmabereitschaft.

Wenn die allergischen Symptome nicht nur die oberen Atemwege (Mund, Nase), sondern auch Lunge und Bronchien betreffen (Kurzatmigkeit, Atemnot, rasselnde oder schmerzhafte Atmung), sollte ein HNO-Arzt die Beschwerden umgehend abklären.

Vorbeugung: Tipps gegen Hausstaubmilben

Boden wischen_putzen
Glatte Böden, keine Teppiche und häufig feucht wischen sind schlechte Bedingungen für Hausstaubmilben.
Getty Images/iStockphoto

Am besten bekommt man erst gar nicht eine Hausstaubmilbenallergie. Dazu sollte der Haushalt möglichst milbenfrei sein. Doch auch dann, wenn bereits Beschwerden bestehen, können diese durch konsequente Reduktion der Milbenpopulation in Haus und/oder Wohnung in vielen Fällen spürbar gelindert werden.

Mit ganz normalen Reinigungsmethoden können Milben und ihre Allergen allerdings meist nicht entfernt werden. Hausstaub-Allergiker müssen spezielle Maßnahmen ergreifen, um den winzigen Tierchen das Leben und vor allem die Vermehrung schwer zu machen. Kombinieren Sie dabei möglichst alle bekannten Maßnahmen, um die unerwünschten winzigen Bettgenossen zu reduzieren.

Was tun bei Hausstauballergie? Die besten Tipps zu Behandlung und Vorbeugung

Tipps und Hilfen für Milbenallergiker im Überblick

  • Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent halten (zwei bis drei Mal am Tag lüften, keine Luftbefeuchter verwenden)

  • Raumtemperatur maximal 20 Grad, Schlafzimmer-Temperatur maximal 18 Grad

  • Keine Haustiere ins Schlafzimmer lassen

  • Staubfänger wie Vorhänge, Gardinen und Wandbehänge meiden

  • Teppiche meiden (Parkett und Laminat sind ideale Bodenbeläge für Milbenallergiker) oder sehr sorgfältig und regelmäßig reinigen

  • Verzicht auf Zimmerpflanzen

  • Milbendichte Bezüge (Encasings) für vorhandene Matratzen sowie Kissen und Bettdecke besorgen (erhältlich im Internet oder Bettwaren-Fachhandel)

  • Bei Neuanschaffung: Matratze ohne tierische Materialien (zum Beispiel Rosshaar, Kamelhaar) kaufen, ideal sind Latex- oder Kaltschaummatratzen

  • Bettdecke und Kopfkissen alle vier bis sechs Wochen mit mindestens 60 Grad waschen

  • Bettbezüge und Laken einmal wöchentlich mit mindestens 60 Grad waschen

  • Keine zusätzlichen Kissen, Decken und/oder Kuscheltiere im Bett

  • Kuscheltiere von Kindern können durch einen "Besuch" in der Kühltruhe von Milben befreit werden. Alternative sind waschbare Kuscheltiere.

  • Keine Kissenschlachten, sie wirbeln Unmengen von Milben auf!

  • Mindestens ein Mal pro Woche Staubsaugen. Sinnvoll sind Geräte mit einem extra Mikrofilter für Allergiker. Im Anschluss ans Staubsaugen feuchtes Abstauben von Regalen, Fensterbänken, Armaturen usw.

  • Mindestens ein Mal pro Woche feuchtes Aufwischen glatter Böden

  • Regelmäßige Behandlung von Teppichen mit milbenabtötendem Schaum (zunächst monatlich, später alle sechs Monate) und Besprühen von Bettzeug und Oberflächen mit einem Milben-Repellent, zum Beispiel mit Margosa-Extrakt.

Video-Ratgeber: Was hilft gegen Hausstaubmilben?Anzeige

Ratgeber Hausstauballergie

YouTube/Taurus

Autor:
Letzte Aktualisierung: 10. Oktober 2016
Durch:
Quellen: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) in Zusammenarbeit mit dem Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA), der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA): Allergieprävention. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 061/016; Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010

Zum Seitenanfang

Mehr zu Milben und Hausstauballergie
Hausstauballergie: Tipps zu Behandlung und Vorbeugung
Hausstauballergie

Einfache Tipps im Alltag können die Symptome lindern. Welche Haushaltskniffe Milbenallergiker kennen sollten und was sonst noch wissenswert ist mehr...

Hausstauballergiker sollten jetzt gut lüften
Tipps fürs Immunsystem

Für Hausstaubmilben-Allergiker ist gründliches Lüften im Herbst besonders wichtig mehr...

Allergiestaubsauger mit Wasserfilter
Lifeline testet...

Aufatmen für Allergiker: Nie wieder Staubsaugerbeutel wechseln mehr...

Aktuelle Artikel zum Thema
Milbenspray und Co.: So bekämpfen Sie Milben im Bett
Allergie auslösende Spinnentiere

Milben der Gattung Dermatophagoides sind der zweithäufigste Allergie-Auslöser. Lesen Sie hier, welche Sprays und Hausmittel die Tierchen auf Abstand halten mehr...

Habe ich eine Hausstauballergie?
Hausstauballergie

Schnupfen, Niesattacken, juckende Augen: Könnte sich dahinter eine Milbenallergie verbergen? Testen Sie hier Ihr Risiko! mehr...

Reden Sie mit!

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Wie hoch ist mein Risiko?
Wie gut ist Ihr Medizinwissen?
Allergene lösen Allergien aus: Doch wieviele davon gibt es? Was schätzen Sie?
Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang