Vaginale Atrophie nach den Wechseljahren

Lokale Hormontherapie bei Scheidentrockenheit

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In den Wechseljahren nehmen Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr vielen Frauen den Spaß am Sex. Eine lokale Hormotherapie kann helfen.
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Viele Frauen klagen nach den Wechseljahren (Postmenopause) über Beschwerden wie Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder auch Juckreiz im Scheidenbereich. Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer sogenannten vaginalen Atrophie (Rückbildungserscheinung), die durch den Östrogenmangel bedingt ist. Eine lokal wirksame Hormontherapie zum Beispiel mit Vaginalzäpfchen oder Creme auf Basis von niedrig dosiertem Estriol ist dann gerade im Hinblick auf Alter der Patientin, Verträglichkeit und Effektivität das Mittel der Wahl.

Bis zu 40 Prozent der Frauen, die ihre letzte Regelblutung (Menopause) hinter sich haben, sind von der sogenannten vaginalen Atrophie betroffen. Gemeint sind typische Rückbildungserscheinungen an Scheide und Schamlippen, die zum Beispiel mit Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Juckreiz einhergehen können. Häufig stellen sich die Beschwerden etwa vier bis fünf Jahre nach den eigentlichen Wechseljahren ein. Ohne Behandlung bleiben die unangenehmen Symptome meist bestehen oder verstärken sich sogar. Dies kann eine deutliche Beeinträchtigung der Lebensqualität mit sich bringen, da gerade auch das Erleben der Sexualität durch die Beschwerden stark beeinträchtigt sein kann.

Dementsprechend wichtig ist eine zielgerichtete, effektive und verträgliche Therapie, die an der Ursache des Problems ansetzt: dem Östrogenmangel. Gerade Frauen über 60 Jahren wird dabei eher zu einer lokalen Hormontherapie mit niedrig dosiertem Estriol (zum Beispiel) in Form von Creme oder Vaginalzäpfchen) als zu einer systemischen Gabe von Hormonen (Hormontherapie, die auf den gesamten Körper wirkt) geraten.

Hintergrund: Was Östrogen im Scheidenbereich bewirkt

In der Scheidenwand befinden sich Östrogenrezeptoren. Durch das Andocken des weiblichen Geschlechtshormons wird normalerweise die Durchblutung, Feuchtigkeitsbildung und der Aufbau von Zellen der Scheidenhaut gewährleistet. Östrogene beeinflussen zudem auch den pH-Wert der Scheidenflüssigkeit. Das gesunde Scheidenmilieu ist sauer, denn ein niedriger pH-Wert schützt vor Infektionen der Scheide. Steigt der pH-Wert, nimmt auch das Risiko für Infektionen zu. Umso deutlicher macht sich ein Mangel an Östrogen gerade im Bereich der Scheide bemerkbar.

Vaginale Atrophie und Probleme mit den Harnwegen als Folge von Östrogenmangel

In den Wechseljahren kommt es typischerweise zu einem Östrogenmangel. Aufgrund der nachlassenden Östrogenwirkungen nehmen Durchblutung, Feuchtigkeitsbildung und Elastizität der Scheide ab. In der Folge kommt es zu den charakteristischen Symptomen: Scheidentrockenheit, Juckreiz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie häufige Scheidenentzündungen (Kolpitis) können sich einstellen. Experten sprechen hier von der sogenannten vaginalen Atrophie.

Daneben bildet sich unter Umständen auch die Schleimhaut etwa in Harnblase und Harnröhre zurück, auch eine abnehmende Durchblutung sowie sinkende Elastizität und Muskelaktivität im Bereich der Harnwege ist möglich. Häufige Harnwegsinfektionen und Harninkontinenz können also ebenfalls die Folge von Östrogenmangel sein.

In der Postmenopause: Lokale Hormontherapie hat Vorrang

Freiverkäufliche Präparate wie zum Beispiel Gleitgele und Feuchtigkeitscremes sind bei vaginalen Beschwerden in der Postmenopause wenig effektiv, da sie nicht an der eigentlichen Ursache des Problems ansetzen: Dem Östrogenmangel. Um typische Beschwerden wie Scheidentrockenheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zu lindern, hat sich hingegen die gezielte Gabe von Östrogen bewährt. Insbesondere älteren Patientinnen wird dabei eher zu einer lokalen Hormontherapie (zum Beispiel mit Cremes oder Vaginalzäpfchen) mit Estriol – einem natürlichen Östrogen – geraten. Das heißt, die Wirkung entfaltet sich direkt in der Scheide und ermöglicht so eine niedrige Dosierung – mit entsprechend geringerem Nebenwirkungsrisiko.

Positiver Zusatzeffekt: Auch auf die Harnwege kann sich eine lokale vaginale Östrogentherapie günstig auswirken. Sie führt zu einem Rückgang der wiederholt auftretenden Harnwegsinfektionen, für die Einnahme von Östrogenen in Tablettenform (orale Östrogentherapie) ist dies hingegen nicht eindeutig bewiesen.

Grundsätzlich gilt: Ob die lokale Hormontherapie mit Estriol im individuellen Fall in Frage kommt, gilt es mit dem behandelnden Arzt zu klären.

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Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2012
Quellen: Marschke, J.; Emons, G.: Erkrankungen der Urogenitalorgane. Prävention und Behandlung. Gynäkologe 2010; 43: 324–330 Stute, P.; Kiesel, L.: Lokale Östrogentherapie in der Postmenopause. Gynäkologische Endokrinologie 2007: 5: 150–156 Stute, P.: Urogenitale Beschwerden und Östradioltherapie. Gynäkologische Endokrinologie 2008; 6: 48–52

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