Ein Blick über die Grenzen

So liebt es sich international

Zahlreiche Studien berichten, dass die Deutschen chronisch unzufrieden mit ihrem Sexualleben sind. Doch was tut sich eigentlich in den Betten anderer Länder?

Stöbert man in den Ergebnissen so mancher intimen Befragung, drängt sich die Vermutung auf, dass sich die Deutschen von Enttäuschung zu Enttäuschung hangeln, sobald die letzte Hülle gefallen ist. Kaum ein anderes Volk gerät so passioniert ins Klagen, wenn es darüber berichten soll, was sich im heimischen Bett so abspielt. Dabei verrät der Blick über die Grenzen, dass wir den Vergleich in Sachen Liebesspiel nicht scheuen müssen. Die Beweise lieferte der jüngste „Durex Sexual Wellbeing Global Survey“, für den Menschen aus 26 Ländern Rede und Antwort standen.

Amerika: Der Kontinent der großen Kontraste

Auf dem Kontinent der Siedler und Einwanderer gibt es von allem reichlich. So etwa auch reichlich unterschiedliche soziokulturelle und geschlechtstypische Gepflogenheiten. Das Rollenverständnis der Brasilianer etwa ist von der portugiesischen Tradition bestimmt. Wieder andere Länder Südamerikas berufen sich auf ihr spanisches Erbe. An der Situation der Frauen ändert das wenig, denn sie besitzen so oder so nur ein übersichtliches Maß an Freiräumen. In den Liebesstreik gehen sie dennoch nicht. Ganze 145 Mal im Jahr fallen brasilianische Partner übereinander her, wobei sie es auf überdurchschnittliche 21,4 Minuten Liebesspiel schaffen. Da wundert es nicht, dass viele Brasilianer zufrieden mit ihrem Sexualleben sind.Fast scheint es, als hätten sich die Brasilianer mit den Mexikanern abgesprochen. Obwohl sie es nur auf relativ durchschnittliche 123 erotische Kontakte im Jahr schaffen, sind sie ebenso zufrieden und finden ihren Sex nicht weniger aufregend als die Brasilianer. Und das ist auch gut so, denn über 90% der Mexikaner finden, dass sexuelle Zufriedenheit eine wesentliche Voraussetzung für ein erfülltes Leben ist. Die US-Bürger dürften da anderer Meinung sein, denn für fast jeden zweiten ist Sex eher ein ernüchterndes Thema. Die Anzahl der Ernüchterten stimmt übrigens in etwa mit der Zahl jener überein, die weniger als einmal in der Woche Sex haben. Pro Jahr schlafen US-Pärchen übrigens im Schnitt nur 85mal miteinander.

Afrika und Asien: Spitzenreiter und Schlusslichter

Erhält man von einem Asiaten die Antwort, dass er zufrieden mit seinem Sexualleben ist, dann scheut er entweder die Wahrheit oder kommt aus China. Ansonsten ist es um das Sexualleben der meisten Asiaten – allen voran die Inder und Japaner- eher schlecht bestellt. In vielen der befragten Kategorien fährt der asiatische Kontinent den letzten Platz ein, so etwa bei der Anzahl und Dauer der Sexualkontakte, der Häufigkeit der Orgasmen und dem Abwechslungsreichtum des Liebesaktes. Wer an dieser Stelle munkelt, dass das überraschend gute Abschneiden der Chinesen etwas mit der dominanten Rolle der Frau zu tun hat, könnte richtig liegen, muss aber nicht.In den meisten Breiten Afrikas sind die Rollen klar verteilt. Die Frau wird schon in jungen Jahren verheiratet und ist dem Mann an ihrer Seite untergeordnet. Dennoch scheinen sie im Bett eher auf ihre Kosten zu kommen als die Asiatinnen. In Nigeria geht es mit durchschnittlich nur 1,8 Sexualpraktiken und 84 Liebesspielen im Jahr zwar eher gemäßigt zu, dennoch bezeichnen die Nigerianer ihr Sexualleben als abwechslungsreich und sind weltweit am zufriedensten mit der Anzahl der Schäferstündchen.

Europa und Deutschland: Ausdauernd und häufig

Doch wie sieht es eigentlich bei unseren Nachbarn aus? Die Italiener brauchen am längsten für ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Doch die Geduld zahlt sich aus. Rekordverdächtige 66 Prozentder Italiener haben regelmäßig einen Orgasmus. Bei den Griechen wiederum geht es 164mal im Jahr zur Sache, was sie auf den ersten Platz befördert. Die Franzosen räumen mit dem Klischee des liebestollen Volks auf. Sie vergnügen sich zwar rund 120mal im Jahr, dafür landen sie jedoch mit rund 14,6 Minuten Liebesspiel auf dem vorletzten Platz des Rankings. Im Schnitt 4 Minuten mehr Zeit hat man in Russland, und dass, obwohl 72 Prozent der Russen vorher noch ein Filmchen pornografischen Inhalts laufen lassen, um sich einzuheizen. Die meisten Europäer vermuten, dass in deutschen Betten Flaute herrscht. Dabei bringen es die Deutschen immerhin auf 117 Schäferstündchen im Jahr. Damit zufrieden sind jedoch nur mickrige 40 Prozent. Geschimpft wird jedoch nicht nur über die Anzahl, sondern auch das Einfühlungsvermögen des Partners. Nur 65 Prozent der Deutschen fühlen sich von ihrem Partner respektiert und viele meinen, dass sie viel häufiger über ihr Sexualleben sprechen sollten. Ein bisschen weniger reden und mehr probieren, könnte jedoch nicht nur für die eingeforderten längeren Vorspiele sorgen, sondern würde vielleicht auch weniger unschmeichelhafte Vorurteile auf den Plan rufen.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 07. September 2009
Quellen: Informationen von "Durex Sexual Wellbeing Global Survey"

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