Chlamydieninfektion

Chlamydien

Infektion verursacht kaum Symptome

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Chlamydieninfektionen sind die häufigste Geschlechtskrankheit in Europa - und verlaufen gerade bei Frauen häufig unbemerkt.
Hemera

Unter den sexuell übertragbaren Krankheiten stehen Infektionen mit Chlamydien zahlenmäßig inzwischen an erster Stelle – noch vor Syphilis oder Gonorrhö (Tripper). Die Krankheit verursacht häufig nur unauffällige Beschwerden. Unbehandelt können Chlamydien jedoch Mann und Frau für immer unfruchtbar machen.

Geht es um Geschlechtskrankheiten, korrekt bezeichnet als sexuell übertragene Erkrankungen (STD), denkt jeder zuerst an Syphilis, Aids und Gonorrhö (Tripper). Weniger bekannt ist, dass die Infektion mit Chlamydien jedoch europaweit die häufigste Geschlechtskrankheit ist. Aktuelle Zahlen des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) in Stockholm sprechen von knapp 350.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Vermutlich liegt die Dunkelziffer jedoch noch weitaus höher. Betroffen sind vor allem junge Männer und Frauen unter 24 Jahren. Trotzdem ist die Chlamydieninfektion als Krankheit nicht mehr meldepflichtig, was sie bis zum Jahr 2001 noch war.

Ungeschützter Sex lässt Infektionsrate ansteigen

Warum Geschlechtskrankheiten und vor allem Chlamydieninfektionen auf dem Vormarsch sind, lässt sich nur mutmaßen. Vermutlich unterliegen vor allem junge Menschen dem Irrglauben, dass Aids nicht mehr tödlich sei – Verhütung mit dem Kondom sei deshalb nicht mehr wichtig. Das stimmt nicht. Übersehen wird außerdem, dass Kondome nicht nur vor Aids schützen, sondern auch vor allen anderen Geschlechtskrankheiten. Diese Sorglosigkeit könnte Ursache für das Ausbreiten der STDs sein, vor allem der Chlamydieninfektion.

Chlamydien mit Antibiotika behandeln

Auslöser der Infektion sind Chlamydien, das sind spezielle Bakterien der Gattung Chlamydia, die während des Geschlechtsverkehrs übertragen werden. Beim Mann verursachen sie unterschiedliche Anfangssymptome. Bei der Frau sind die Anzeichen häufig so diffus und milde, dass viele Betroffene erst gar nicht zum Arzt gehen. Dabei ließe sich die akute Infektion erfolgreich mit Antibiotika behandeln.

Unbehandelte Chlamydieninfektion führt zu Unfruchtbarkeit

Wird die Erkrankung jedoch chronisch und steigen die Bakterien auf, können Organe dauerhaft geschädigt werden: etwa Samenleiter beim Mann und Eileiter bei der Frau. Die Folge der verschleppten Infektion ist jeweils Unfruchtbarkeit. Experten gehen inzwischen davon aus, dass etwa für die Hälfte der Unfruchtbarkeitsfälle bei Frauen eine frühere Ansteckung mit Chlamydien verantwortlich ist.

Die zehn häufigsten Geschlechtskrankheiten

Autor: / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 04. Oktober 2013
Quellen: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie, Stand 2013; Fachinformationen vom Berufsverband der Frauenärzte und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe

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