Ruta graveolens: Homöopathische Hilfe bei Verstauchungen

Das homöopathische Akutmittel Ruta graveolens kommt vor allem bei Verletzungen und Überlastungen des Bewegungsapparates zum Einsatz. Häufig erfolgt eine Anwendung nach Stürzen, Unfällen oder auch Sportverletzungen.

Ruta graveolens
Zur Herstellung des homöopathischen Arzneimittels werden auch die gelben Blüten der Gartenraute verwendet.
© Getty Images/Hana Richterova

Im Überblick:

Gelenkschmerzen homöopathisch behandeln

Was ist Ruta graveolens?

Ruta graveolens ist eine gelb blühende Strauchpflanze, die vor allem in Nordafrika und Südwesteuropa beheimatet ist. Sie gehört zur Gattung der Rautengewächse und ist hierzulande besser als Weinraute oder Gartenraute bekannt. Typisch für die Gartenraute sind die kleinen gelben Blüten sowie der intensiv würzig-bittere Geruch und Geschmack der Blätter.

Zur Herstellung des homöopathischen Arzneimittels Ruta graveolens werden Stängel, Blätter und Blüten der Strauchpflanze während der Blütezeit verwendet. Diese werden anschließend feinzerkleinert und entsprechend potenziert.

Anwendungsgebiete: Bei welchen Beschwerden wird Ruta graveolens eingesetzt?

Ruta graveolens ist ein häufig angewendetes homöopathisches Akutmittel mit unterschiedlichen Anwendungsgebieten. Haupteinsatzgebiet für Ruta graveolens sind Verletzungen am Knochen und Überlastungen der Gelenke.

Dazu zählen:

  • Zerrungen, Verrenkungen und Verstauchungen am ganzen Körper, insbesondere aber an den Hand- und Fußgelenken

  • Prellungen von Rippen und Schienbein

  • Nach Knochenbrüchen

  • Bänderriss

  • Schleimbeutelentzündungen

  • Ganglion, eine Art Überbein im Bereich der Gelenkkapsel

  • Überlastungen von Sehnen und Gelenken, wie etwa:

    • Sehnenscheidenentzündung

    • Karpaltunnelsyndrom

    • Tennisarm

    • Schnappfinger

    • Handydaumen

  • Verletzungen an Kiefer und Zähnen

  • Rücken- und Nackenschmerzen

Daneben wirkt Ruta graveolens aber auch auf die Augen. Charakteristische Anwendungsgebiete sind hier:

  • Überlastung der Augen, zum Beispiel durch lange Computerarbeit, langes angestrengtes Lesen oder Nähen und wenn bei schlechten Lichtverhältnissen die Augen tränen, heiß brennen, schmerzen oder Kopfschmerzen auftreten

  • Fehlstellungen der Augen mit unscharfem Sehen sowie müden, heiß brennenden Augen

  • Nach einer Schieloperation zur unterstützenden Behandlung und schnellerem Abheilen

  • Nach Verletzungen, wie einem Schlag aufs Auge (wichtig: diese Verletzung muss immer erst vom Arzt behandelt werden!) zur begleitenden unterstützenden Therapie

Darüber hinaus wird Ruta graveolens auch bei Entleerungsbeschwerden eingesetzt, wie etwa:

  • Schmerzhaftem Stuhlgang bei Verstopfung

  • Enddarmvorfall durch zu heftiges Drücken und Pressen bei der Darmentleerung

  • Gestörter, schmerzhafter Stuhlgang nach einer Entbindung

Bei wem kann Ruta graveolens angewendet werden?

Durch den geringen Wirkstoffgehalt können homöopathische Arzneimittel in der Regel bedenkenlos auch von sehr schwachen Menschen und Kindern eingenommen werden. Sie ergänzen und unterstützen dabei andere Behandlungen.

Ruta graveolens gilt als vergleichsweise kurz wirksames Akutmittel, das grundsätzlich in jedem Lebensalter angewendet werden kann.

Wichtig: Schwangere sollten bei der Einnahme von Ruta graveolens jedoch zurückhaltend sein. Denn der pflanzliche Ausgangsstoff für das homöopathische Arzneimittel enthält Bestandteile, die die Gebärmutter stimulieren können, was eventuell zu unerwünschten Kontraktionen mit Frühwehen führen kann. Zwar ist das homöopathische Arzneimittel Ruta graveolens potenziert und damit extrem stark verdünnt. Trotzdem sollten Schwangere Ruta graveolens vorsichtshalber nicht eigenmächtig, sondern nur auf Anraten und unter Aufsicht eines homöopathischen Arztes beziehungsweise einer in Homöopathie erfahrenen Hebamme einnehmen.

Welche Leitsymptome sprechen für die Anwendung von Ruta graveolens?

Um herauszufinden, welches homöopathische Arzneimittel bei welchem Krankheitsbild am besten hilft, sind in der Homöopathie immer die spezifischen Leitsymptome des Menschen ausschlaggebend. Darunter versteht man die beobachteten Hauptbeschwerden.

Jedem homöopathische Arzneimittel ist eine genau definierte Auswahl an Leitsymptomen zugeschrieben. Als ganzheitlich orientierte Heilkunde sind das nicht nur körperliche Symptome, sondern stets auch psychische Merkmale, Beschwerden sowie Befindlichkeiten.

Je ausgeprägter die Leitsymptome eines homöopathischen Arzneimittels beim Patienten beobachtet werden, umso passender gilt – nach dem homöopathischen Ähnlichkeitsprinzip – das gewählte Mittel. Folgende Leitsymptome sprechen für die Behandlung mit Ruta graveolens:

  • Schmerzen in Knochen, Knochenhaut und Gelenken nach Sturz, Schlag oder Unfall

  • Die Gelenke fühlen sich wund an und die Gliederschmerzen bleiben selbst im Liegen bestehen

  • Schwäche, Schmerzen und Steifheit besonders an den Hand- und Fußgelenken

  • Gefühl von Mattigkeit, Zerschlagenheit und Lahmheit: Patient kann kaum aufstehen

  • Schnelle Erschöpfung bereits nach kurzer, leichter Belastung, wie etwa einem kurzen Spaziergang

  • Starke Unruhe mit häufigem Wechsel der Liegeposition

  • Überlastung von Sehnen und Bändern vor allem in den Beugesehnen mit Tennisarm, Sehnenscheidenentzündung oder Schnappfinger

  • Ziehende Rückenschmerzen

  • Schmerzhafte Sitzbeinknochen

  • Heiß brennende, gerötete und tränende Augen durch Überanstrengung

  • Bindehautentzündungsähnliche Symptome durch Überlastung der Augen im Nahbereich, wie Computerarbeit, langes Lesen

  • Schlag auf das Auge

  • Kopfschmerzen und Nackenverspannungen

  • Prellungen und Quetschungen insbesondere an Stellen, wo die Haut direkt auf dem Knochen liegt, wie zum Beispiel am Schienbein

  • Analbeschwerden infolge von gestörtem und unregelmäßigem Stuhlgang mit Verstopfung und Mastdarmvorfall

  • Verstopfung infolge von Medikamentenmissbrauch

  • Probleme mit dem Stuhlgang nach der Geburt

  • Depression mit Niedergeschlagenheit und Melancholie

  • Unzufriedenheit mit sich und den anderen

  • Neigung zu Streit

Einnahme und Dosierung von Ruta gravenolens

Homöopathische Medikamente sind in der Regel potenziert. Das heißt, der jeweilige Ausgangsstoff ist stark verdünnt und nur noch in sehr geringem Maße enthalten. Durch die Einnahme sollen so Impulse im Körper gesetzt werden, die die Selbstheilung anregen.

Für die Selbstbehandlung mit Ruta graveolens werden in erster Linie niedrig dosierte Potenzen von D6 und D12 empfohlen. Die Einnahme als homöopathisches Einzelmittel kann dabei in Form von homöopathischen Tabletten, Tropfen oder auch Globuli erfolgen.

Lassen Sie dazu dreimal täglich entweder drei Globuli, drei Tropfen oder eine Tablette Ruta graveolens unter der Zunge zergehen. Im Akutfall können Sie die Arzneimittelgabe auch stündlich wiederholen. Die Tages-Höchstmenge von zehn Einnahmen sollte dabei nicht überschritten werden.

Bessern sich die Beschwerden, darf die Anzahl der Gaben entsprechend gedrosselt und auf zwei beziehungsweise einmal täglich reduziert werden. Sobald die Symptome verschwunden sind, sollten Sie die Behandlung beenden.

Ruta graveolens ist darüber hinaus auch in einigen homöopathischen Kombinationspräparaten enthalten. Darin werden verschiedene homöopathische Medikamente, die sich zur Behandlung bestimmter Krankheitsbilder und Zustände gut ergänzen, miteinander kombiniert. Achten Sie bei der Einnahme bitte auf die Dosierungsempfehlungen in der Packungsbeilage.

Höhere Potenzen und sogenannte Hochpotenzen des Einzelmittels Ruta graveolens, wie C30, C200 oder C1000 sind für die Behandlung von starken, akuten Krankheiten sowie für chronische Beschwerden geeignet. Homöopathische Arzneimittel in höheren und Hochpotenzen sollten allerdings nicht in Eigenregie eingenommen werden, sondern nur nach Rücksprache und unter Kontrolle eines in Homöopathie ausgebildeten Therapeuten erfolgen.

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