Burnout-Kolumne (22)

Krank im Urlaub durch Stress

Stresshormon Adrenalin schwächt das Abwehrsystem

Endlich Urlaub. Sie haben die letzten Punkt auf ihrer To-Do-Liste erledigt und sind jetzt bereit, richtig Urlaub zu machen. Doch spätestens am dritten Urlaubstag werden Sie krank. Kennen Sie das?

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Handy abschalten, runterkommen, entspannen: Die ersten drei Tage des Urlaubs sollte man langsam angehen, um nicht krank zu werden.
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Der Grund für das Krankwerden im Urlaub liegt im Stress, den wir uns vor dem Urlaub ausgesetzt haben. Wenn wir unter Stress stehen, produzieren wir körpereigenes Doping, das Stresshormon Adrenalin. Dieses stärkt unser Abwehrsystem kurzfristig. Es hilft uns, Durststrecken zu überstehen, weniger Schmerz zu verspüren, nicht so schnell zu ermüden und nicht krank zu werden.

Lässt der Stress dann im Urlaub nach, bricht unser Abwehrsystem von der Überlastung einfach zusammen. So toll das körpereigene Doping in Ausnahmesituationen auch wirken mag: Adrenalin behindert die Antikörperproduktion. Schüttet der Körper dauerhaft viel Adrenalin aus, wird also auf lange Sicht das Abwehrsystem geschwächt.

Urlaub Tag für Tag: So erholen sich Körper und Kopf

Immunsystem stärken – Burnout vorbeugen

Das Immunsystem wird nicht nicht in zwei, drei Wochen Urlaub wieder fit – sondern es sollte jeden Tag im Alltag gepflegt werden. Zu den Säulen einer guten Abwehr zählen eine ausgewogene Ernährung und genügend erholsamer Schlaf. Regelmäßige Bewegung wie Schwimmen, Joggen oder Radfahren stärken die Abwehr.

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Dabei wird Adrenalin abgebaut und weitere Antikörper produziert. Ein weiterer Pluspunkt: ist der Körper fit, erhöht sich auch die geistige Leistungsfähigkeit. Erfüllender Sex hat übrigens einen ganz ähnlichen Effekt auf das Immunsystem, denn beim Orgasmus werden wohltuende Hormone ausgeschüttet.

Gang runterfahren und abschalten

Beruflich sehr angespannte Menschen nehmen zudem den Arbeitsstress oft mit in den Urlaub. Weil sie oft wenig Freizeit haben, versuchen sie, viele Aktivitäten in den Urlaub zu packen. Das spannt an, statt zu entspannen. Die eigene Persönlichkeitsstruktur spielt bei Stress eine wichtige Rolle: auch im Urlaub kann manch einer nicht aus seiner Haut.

Urlaub sollte immer Urlaub sein. Die Arbeit, sprich Laptop und Mobiltelefone im Dauereinsatz, sollten tabu bleiben. Wer beruflich wirklich nicht darauf verzichten kann, sollte zumindest feste Zeiten festlegen, in denen er E-Mails checkt oder Telefonate erledigt.

Um den Körper und das Immunsystem zum Urlaubsbeginn nicht zu überfordern, heißt es vor allem in den ersten drei Tagen richtig "Runterfahren": Stürzen Sie sich nicht gleich in hektische Aktivitäten, sondern überlegen Sie in Ruhe, was Ihnen gut tut. Wichtig ist es, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und die Ansprüche an die eigene Veränderungsfähigkeit nicht zu hoch zu schrauben.

Wer es gar nicht mehr schafft, abzuschalten und zu entspannen, sollte sich professionelle Hilfe in auf Burnout spezialisierten Kliniken holen. Besser ist es allemal, früher gegenzusteuern als einen monatelangen Arbeitsausfall abzuwarten.

So viel Stress verursacht unser Leben

Autor:
Letzte Aktualisierung:24. Juli 2015

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