Warum Tantriker besseren Sex haben

Mit Tantra zu mehr Lust

Die indische Lehre des Tantra kann einen frischen Wind ins Sexleben bringen und die Gesundheit stärken. Das zumindest versprechen viele Sex-Ratgeber für Paare. Vorab heißt es allerdings: Scham ablegen, sich aufeinander einlassen und üben, üben, üben.

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Ziel der spirituellen Lehre des Tantra ist es, den Menschen zu mehr Selbsterkenntnis zu führen - und das kann auch das Sexleben beflügeln.
©iStock.com/anyaberkut

Ziel der spirituellen Lehre des Tantra ist es, den Menschen zu mehr Selbsterkenntnis zu führen. Dazu bezieht Tantra das ganze Leben mit ein, auch die erotische Seite eines Menschen und seine Sexualität.

Im tantrischen Verständnis ist Eros so etwas wie die Sonne auf der Haut oder ein ganz besonderer Duft. Dieses Besondere der eigenen sexuellen Identität wollen Tantriker finden. "Es geht darum, die Zweisamkeit neu zu entdecken, Vertrauen und Hingabe zu entwickeln, Hemmungen abzubauen und mit der Zeit ungeahnte Gipfel der Ekstase zu erreichen", schreibt Kalashatra Govinda in dem Buch "Tantra - Geheimnisse östlicher Liebeskunst".

Am Ende soll Tantra nicht nur die Erotik und Sexualität verändern, sondern allgemein zu mehr Lebensfreude und bewusstem Erleben führen sowie zu einem gesunden, zufriedenen Körpergefühl verhelfen.

Govinda: "Körper, Seele und Geist werden gepflegt und so gesund erhalten."

Tantra heißt: den Körper wahrnehmen lernen

Tantra beginnt beim Körperbewusstsein. Um die Wahrnehmung des eigenen Körpers für eine verbesserte Sexualität zu schulen, leiten Tantra-Lehrer die Übenden zum Beispiel an, sich zu bewegen und einfach ihren Impulsen zu folgen. So kann jeder ganz vorsichtig wieder anfangen, sich selbst wahrzunehmen.

Spezielle Yoga-Übungen sollen helfen, ungesunde Blockaden zu lösen und den Energiefluss des Körpers zu aktivieren, damit sich die so genannten Chakren (Bewusstseinszentren) entfalten können. Beckenbodentraining stärkt die Muskeln im Intimbereich, hilft sie bewusst zu kontrollieren und die Lust beim Sex zu steigern.

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Tantrische Massagen sind wichtigste Komponente

Kernstück der Tantra-Übungen sind erotische Massagen, die sich jedem Teil des Körpers ausgiebig widmen, auch dem Intimbereich. Dabei setzt das Paar seine Hände, seine Körper, aber auch Federn, Felle, schmeichelnde Stoffe oder wohlriechende Öle ein. Die Massagen sollen Verspannungen lösen und Wohlbefinden schaffen. Die intensiven Berührungen vermitteln Nähe und Geborgenheit.

Vor allem Paare, die schon länger zusammen sind, können ihre Intimität durch Tantra neu erfahren und profitieren von einer, sie auch gesundheitlich beflügelnden andersartigen Ebene ihrer Beziehung. Sie lernen, ihre Körper anders zu entdecken und der erotischen Routine zu entfliehen. Dabei sind ihren Fantasien keine Grenzen gesetzt. Voraussetzung für eine erfüllte Begegnung sind allerdings immer Ruhe und Zeit.

Anregungen für erotische Berührungen

  • Mit einer Feder streicheln: Das Paar benötigt eine lange, zarte Feder. Der empfangende Partner muss nackt sein. Er schließt die Augen und atmet während der Massage tief ein und aus. Dann beginnt der Gebende ihn so sanft mit der Feder zu streicheln, dass sie kaum die Haut berührt: Zuerst auf den Schultern und am Hals, dann am ganzen Körper von oben nach unten und zum Abschluss am Kopf. Danach tauscht das Paar die Rollen.
  • Mit den Fingerspitzen streicheln: Der gebende Partner reibt sich kräftig die Hände, um sie zu erwärmen und energetisch aufzuladen. Er streichelt den Partner so leicht, dass er ihn kaum berührt. Alle erotischen Zonen sollten bedacht werden, auch die weniger bekannten: hinter den Ohren, die Augenlider, die Wangenknochen, die Lippen und die Handinnenflächen. Danach stellt sich der Streichelnde in Höhe der Taille mit gespreizten Beinen über den Partner und blickt ihn an. Er beginnt den Liegenden mit beiden Händen gleichmäßig vom Nabel über den Brustkorb zu den Schultern und die Arme hinab zu streicheln. Der Empfangende atmet dabei tief ein und aus. Die Bewegungen einige Male wiederholen. Dann stellt sich der Gebende über die Unterschenkel des Partners und streichelt ihn nun vom Nabel abwärts über den Unterleib, die Oberschenkel und Beine bis zu den Füßen.
  • Sich aneinander reiben und gleiten: Das Paar reibt sich gegenseitig am ganzen Körper mit Massageöl ein. Dann stellen sich die beiden dicht zusammen und jeder windet sich wie eine Schlange mit seinem Körper um den des Partners. Nun legt sich einer der beiden hin, während der andere über ihn hinweggleitet. Dabei kann sich der eine beispielsweise mit den Armen abstützen und Brüste und Genitalien langsam von den Füßen zum Kopf über den Körper des anderen gleiten lassen. Zwischendurch sollte das Paar die Rollen wechseln. Zum Abschluss massieren sich die Partner nacheinander sanft den Nacken, um etwaige ungesunde Verspannungen zu lösen.

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