Lebensabend

Palliativmedizin oder Hospiz?

Wer beschäftigt sich schon gern im Voraus mit Palliativmedizin oder der Suche nach einem Hospiz? Erfordert die Situation dann aber rasche Entscheidungen, fühlt man sich schnell überfordert.

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Die Palliativmedizin behandelt Patienten, deren Erkrankung nicht mehr geheilt werden kann.
(c) Stockbyte

Wie ein Mantel „pallium“ (lat.) sollen die Maßnahmen der Palliativmedizin den Schwerstkranken schützend umhüllen. Palliativmedizin bedeutet die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten, deren Erkrankung nicht mehr geheilt werden kann. Betreuung durch die Palliativmedizin soll körperliche Beschwerden verringern, aber ebenso psychische, soziale und spirituelle Probleme angehen.

Abgeleitet vom Lateinischen „hospitium“ (Gastfreundschaft, Gast) wurden Hospize im Mittelalter bekannt als Herbergen für Pilger. Heute steht der Begriff für ein umfassendes Konzept. Sterbenskranke Menschen sollen auch in ihrer letzten Lebensphase daheim sein können. Dies geschieht in der Regel ambulant, das heißt in der eigenen Wohnung durch Besuchsdienste. Zusätzlich zu stationären Hospizen bieten Krankenhäuser und Pflegeheime speziell eingerichtete Zimmer. Zur Entlastung der Angehörigen werden auch Tageshospize angeboten.

Wer bezahlt die Behandlung auf einer Station für Palliativmedizin?

Die Versorgung Sterbender auf einer Palliativmedizin-Station ist Teil der im Einzelfall erforderlichen Krankenhausbehandlung. Die Behandlungskosten werden deshalb regelmäßig von den Krankenkassen übernommen.

Wer bezahlt den Aufenthalt im stationären Hospiz?

Das Gesetz sieht keine volle Deckung der Kosten durch die Krankenkassen vor. Vielmehr sind die Kosten eines Hospizpatienten anteilig durch einen Zuschuss der Krankenkassen, einen Betrag der Pflegekassen je nach Einstufung in die Pflegestufe, einen Eigenanteil des Trägers in Höhe von 10 % des Bedarfssatzes und einen Eigenanteil des Hospizpatienten zu decken. Die Höhe des Eigenanteils des Versicherten hängt insbesondere von der Einstufung in die entsprechende Pflegestufe und der daraus resultierenden Höhe des Zuschusses der Pflegekasse ab. Sollte der Eigenanteil die finanziellen Möglichkeiten des Patienten übersteigen, wird geklärt, ob zur Kostenregelung die Sozialhilfe oder andere Hilfen herangezogen werden können.

Wie finanziert sich ambulante Hospizarbeit?

Ambulante Hospizarbeit wird zu einem geringen Teil durch die Krankenkassen gefördert, beispielsweise als Zuschuss zu den Personalkosten. Aufgrund des ehrenamtlichen Engagements können die Dienstleistungen für Patienten meist kostenlos angeboten werden.

Wie lange kann ich im Hospiz bleiben?

Die Verweildauer in einem stationären Hospiz ist sehr unterschiedlich und hängt von der Erkrankung ab. Manche Betroffene sind nur wenige Tage im Hospiz, andere einige Monate. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt 21 Tage.

Wie finde ich ein gutes Hospiz?

Ende 2008 wurde erstmals in Deutschland ein Hospiz KTQ-zertifiziert: das Hospiz Elias Ludwigshafen (www.hospiz-elias.de). „KTQ“ steht für das Verfahren „Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen“. Das KTQ-Zertifizierungsverfahren basiert auf der Bewertung der Kriterien Patientenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Sicherheit, Informationswesen, Führung und Qualitätsmanagement.

Eine Übersicht über die Adressen der ambulanten Hospizdienste, der stationären Hospizeinrichtungen, der Einrichtungen mit Palliativmedizin sowie weiterer Institutionen im Hospiz- und Palliativbereich (z. B. Weiterbildungseinrichtungen) veröffentlicht regelmäßig der Wegweiser Hospiz und Palliativmedizin Deutschland (wegweiserhospiz.shifttec.de). Einrichtungen, die Mitglied des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (DHPV - www.hospiz.net) oder der Landesverbände Hospiz sind, sind kenntlich gemacht durch das Logo des DHPV. Adressen von Hospizdiensten sind außerdem auf der Homepage der Deutschen Hospizstiftung (www.hospize.de) zu finden.

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