Immer häufiger Geschlechtskrankheiten

Risiko Sex: Syphilis und Tripper nehmen rasant zu

Geschlechtskrankheiten haben um mehr als 60 Prozent zugenommen, zeigt der aktuelle Jahresbericht des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). Spitzenreiter sind Chlamydien, Tripper und Syphilis.

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Kondom: Chlamydien, Syphilis und Tripper lassen sich mit der richtigen Verhütung verhindern.
iStock

No end to the Trend - so bezeichnen die Experten vom European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) die Entwicklung bei den sexuell übertragbaren Krankheiten, (sexually transmitted infections, kurz STI) oder Geschlechtskrankheiten. Seit Jahren nimmt die Zahl der Betroffenen nämlich zu und die aktuellen Statistiken folgen erneut diesem Trend. Am häufigsten werden danach Chlamydien-Infektionen gemeldet, gefolgt von Tripper (Gonorrhoe) und Syphilis. Alle Zahlen stammen aus den 26 Ländern der  Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums (EU/EWR).

Ohne Symptome, aber mit dramatischen Folgen

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Betroffen sind vor allem Homosexuelle. Chlamydien wurden jedoch in erster Linie bei Frauen diagnostiziert. Die Ursache dafür könnte jedoch sein, dass Frauen routinemäßig auf diese Bakterien getestet werden. Bei Männern ist das nicht der Fall. Weil eine Infektion mit Chlamydien bei ihnen oft fast symptomfrei verläuft, wird die Krankheit auch nicht entdeckt. Trotzdem kann sie Folgen wie Unfruchtbarkeit haben.

Spitzenreiter sind Chlamydien

Der Bericht nennt 385.307 Fälle von Chlamydien. Das entspricht einer Rate von 184 pro 100.000 Einwohner. Allerdings ist die tatsächliche Inzidenz wahrscheinlich viel höher, weil in vielen EU-Ländern diese Daten nicht dokumentiert werden.

Gonorrhö hat um mehr als 60 Prozent zugenommen

Seit 2008 hat sich die Gesamtrate von Gonorrhoe um 62 Prozent erhöht. Aktuell wurden 47.387 Fälle gemeldet. Im Gegensatz zu Chlamydien, wurde Gonorrhoe fast dreimal häufiger bei Männern als bei Frauen festgestellt. Die Erkrankungsrate beträgt 26 pro 100.000 bei Männern und neun bei Frauen. Junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren machen 41 Prozent der Fälle aus.

Syphilis und angeborene Syphilis

20.803 Syphilis-Fälle wurden gemeldet. Besonders stark stieg diese Rate im Vergleich zu früher in Dänemark, Griechenland, Malta, Norwegen, Portugal und der Slowakei. Betroffen sind wiederum vor allem Homosexuelle.

Ursachen: Unwissenheit und Armut

Die Ursachen für diesen massiven Anstieg der Geschlechtskrankheiten werden in dem Bericht zwar nicht genannt. Die Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass in manchen Ländern Armut eine Rolle spielen könnte. Außerdem müssten Screenings und Informationen zur Prävention dieser Krankheiten dringend verbessert werden. Immer noch ist das Allgemeinwissen über Übertragung, Ansteckung und die Folgekrankheiten der sexuell übertragbaren Krankheiten mangelhaft.

Die zehn häufigsten Geschlechtskrankheiten

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Letzte Aktualisierung:09. Juli 2014
Quellen: Pressemitteilung des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)

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  • Expertenrat Infektions- und Reisemedizin
    Frage zur Behandlung von Syphilis
    12.02.2014 | 20:13 Uhr

    Bei mir wurde bei einer Blutspende Syphilis diagnostiziert mit: TPHA-Screening: positiv...   mehr...

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