Bei Völlegefühl mit Blähungen und Sodbrennen

Lycopodium: Homöopathie bei Beschwerden des Verdauungs- und Urogenitaltrakts

Lycopodium ist ein wichtiges homöopathisches Arzneimittel bei Verdauungsproblemen mit Verstopfung und starken Blähungen. Aber auch bei Blasen- und Nieren-, Gallen- und Leberbeschwerden sowie bei Atemwegsinfekten kann Lycopodium Linderung verschaffen.

Lycopodium
Das homöopathische Arzneimittel Lycopodium aus der Bärlappe hilft schonend bei Magen-Darm-Beschwerden.
© iStock.com/dolnikow

Das homöopathische Arzneimittel Lycopodium clavatum wird aus den winzigen aber zähen Sporen des Keulenbärlapps – einer uralten moosartigen Pflanze – hergestellt, die auf der ganzen Welt beheimatet ist und in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Naturschutz steht. 

Lycopodium clavatum: Homöopathisches Konstitutionsmittel gegen Ängste 

Innerhalb der Homöopathie gilt Lycopodium clavatum als Polychrest. Das sind vielseitig einsetzbare Arzneimittel mit tiefer und langanhaltender Wirkung. Als Konstitutionsmittel wird Lycopodium clavatum insbesondere bei älteren Personen, aber auch bei Kindern mit wachem Verstand, jedoch gering ausgeprägter Muskulatur, verwendet. Optisch wirken diese Personen meist frühzeitig gealtert und leiden an Versagensängsten, Prüfungsangst oder auch Lampenfieber sowie einem meist gering ausgeprägten Selbstbewusstsein. Typisch sind auch heftige Wutanfälle bei Widerspruch, Besserwisserei und diktatorisches Verhalten. Kinder reagieren oft mit Schlagen und Treten.

Lycopodium clavatum: Bärlapp gegen Blähbauch 

Zu den körperlichen Beschwerden, bei denen Lycopodium clavatum typischerweise eingesetzt wird, zählen Verdauungsbeschwerden mit Verstopfung, Sodbrennen sowie heftigen Blähungen mit lauten Darmgeräuschen. Auch bei Babys, die unter Drei-Monats-Koliken leiden, kann Lycopodium clavatum schonend Linderung verschaffen. Darüber hinaus kann Lycopodium clavatum auch unterstützend zur konventionellen Behandlung bei Gallenkoliken und Leberbeschwerden verwendet werden.

Homöopathie: 15 häufige Beschwerden und welche Arznei hilft!

Lycopodium clavatum: Homöopathie bei Infekten und Problemen im Harntrakt 

Unterstützende Hilfe bietet Lycopodium clavatum auch bei Harnverhalten, Blasen- und Nierenproblemen sowie Gicht – vor allem, wenn die Beschwerden rechts auftreten oder auf der rechten Seite beginnen. Das gilt auch für Kopfschmerzen und Infekte der oberen und unteren Luftwege. Bewährt hat sich Barläpp außerdem als unterstützendes Element bei der Behandlung von Lungenentzündungen, die allerdings immer erst schulmedizinisch abgeklärt werden müssen.  

Lycopodium D6 und D12: Typische Potenzen und ihre Dosierung 

Für die Selbstbehandlung mit Lycopodium werden in erster Linie die niedrig dosierten Potenzen von D6 und D12 empfohlen. Die Einnahme kann dabei in unterschiedlichen Darreichungsformen erfolgen. In der Apotheke stehen dazu wahlweise homöopathische Tabletten, Tropfen oder Globuli zur Verfügung.

  • Erwachsene nehmen hiervon drei Mal täglich entweder fünf Globuli, fünf Tropfen oder eine Tablette ein.

  • Kinder bekommen jeweils drei Globuli, drei Tropfen in Wasser gelöst oder eine halbe Tablette.

  • Für Kleinkinder und Säuglinge sind die süß schmeckenden Globuli besonders für die Einnahme geeignet. Kleinkinder nehmen hiervon jeweils zwei Kügelchen. Säuglinge bekommen je einen Globulus in die Backentasche geschoben. Es können aber grundsätzlich auch entsprechend viele Tropfen der homöopathischen Lösung beziehungsweise Tablettenanteile in Wasser gelöst verabreicht werden.

Bessern sich die Beschwerden, darf die Anzahl der Gaben auf zwei beziehungsweise einmal täglich reduziert werden. Sobald die Symptome verschwunden sind, sollte die Behandlung eingestellt werden. 

Hochpotenzen von Lycopodium: C30 und höher 

Mitunter ist auch die Gabe von höheren Potenzen, etwa Lycopodium C 30 oder höher, angebracht – insbesondere, wenn die Beschwerden chronisch oder sehr hartnäckig verlaufen. Die Gabe von Hochpotenzen sollte allerdings nicht mehr in Selbstbehandlung erfolgen, sondern immer erst nach Rücksprache und unter Aufsicht eines erfahrenen Homöopathen durchgeführt werden.

Leitsymptome für die Anwendung von Lycopodium 

Wenn folgende Leitsymptome – also Hauptbeschwerden – beobachtet werden, spricht das für die Behandlung mit Lycopodium:

  • typisch sind rechtsseitige Beschwerden beziehungsweise Beschwerden, die rechts beginnen und dann nach links wandern
  • ein Fuß ist warm und der andere ist kalt
  • ständige Sattheit beziehungsweise auch bei großem Hunger vergeht der Appetit bereits nach den ersten Bissen
  • nächtliche Heißhungeranfälle
  • Verdauungsstörungen
  • starke Blähungen mit lauten Darmgeräuschen
  • Blasen-, Leber-, Gallen- und Nierenbeschwerden mit kolikartigen Schmerzen
  • auffallend großes Verlangen nach Süßigkeiten
  • trockene Schleimhäute
  • aufgetriebener Bauch
  • saures Aufstoßen
  • große Empfindlichkeit gegenüber Kälte und Zugluft
  • Nierenbeschwerden mit rotem Sediment im Urin
  • Harnverhalten
  • Schmerzen vor dem Wasserlassen
  • Lese- und Rechtschreibschwäche
  • vorzeitig graue Haare
  • sehr reizbar und mürrisch nach dem Erwachen sowie bereits bei Kleinigkeiten und Widerspruch; bei Kindern mit Treten und Schlagen
  • wacher Verstand bei schwach ausgeprägter Muskulatur
  • Mangel an Selbstvertrauen
  • große Vergesslichkeit; erstarrter Geist
  • Neigung zu Widerspruch und Rechthaberei
  • Druck in der Magengrube; Gürteldruck wird nicht vertragen
  • blasse, kränkliche Erscheinung; sieht älter aus, als sie ist
  • frühreife, schwächliche Kinder
  • Blähungen und Drei-Monats-Koliken bei Säuglingen, die nach 16 Uhr am schlimmsten sind

Verbesserung der Symptome

  • warme Speisen und Getränke 
  • kleine Mahlzeiten 
  • Bewegung 
  • kalte Anwendungen 
  • frische Luft  
  • Wasserlassen 
  • nach Mitternacht 
  • Aufdecken  
  • Lockere Kleidung 
  • Aufstoßen 

Verschlechterung der Symptome 

  • zwischen 16 und 20 Uhr 
  • durch Wärme (außer bei brennenden Schmerzen, die sich dann verbessern) 
  • beim Aufwachen 
  • enge Kleidung, Kleiderdruck 
  • in schlecht belüfteten, warmen Innenräumen 
  • bei Lärm 
  • vor oder beim Ausbleiben der Menstruation 
  • bei nassem, windigem, stürmischem Wetter 
  • blähende Speisen wie Kohl, Bohnen und Zwiebeln 
  • Fasten 
  • unregelmäßige Mahlzeiten 
  • schnelles, hastiges Essen 
  • nach dem Sattessen 
  • große Hitze und Kälte
Magen-Darm-Beschwerden schonend behandeln

Lycopodium: Ähnlich wirkende Mittel 

Folgende homöopathische Arzneimittel decken einen ähnlichen Wirkbereich wie Lycopodium und kommen damit ergänzend oder auch alternativ zur Behandlung in Frage:

  • Carbo vegetabilis: Das homöopathische Arzneimittel aus Holzkohle gilt ebenfalls als wichtiges Blähmittel und auch hier bessern sich die Beschwerden an der frischen Luft. Anders als bei Lycopodium besteht bei Carbo vegetabilis allerdings eine Kollapsneigung mit Schwäche sowie eine eisige Kälte der Haut und der Extremitäten.

  • China officinalis: Bei Verdauungsproblemen mit starken Blähungen kann auch China officinalis zum Einsatz kommen. Allerdings treten bei China die Blähungen meist in Zusammenhang mit Durchfall, Erbrechen und hohem Flüssigkeitsverlust auf, während es bei Lycopodium eher Verstopfung ist.

  • Berberis vulgaris: Wenn Beschwerden im Harnsystem mit Gries- und Steinbildung oder auch Leber- oder Gallenprobleme im Vordergrund stehen, gilt auch Berberis als bewährtes homöopathisches Arzneimittel. Anders als Lycopodium gilt Berberis auch als Rheumamittel und kann ebenfalls gegen Rückenschmerzen und Hexenschuss eingesetzt werden. 

  • Argentum nitricum: Gegen Prüfungs- und Versagensängste wird auch gerne das homöopathische Arzneimittel aus Silbernitrat gegeben. Auch hier treten die Beschwerden typischerweise zusammen mit nervösen Verdauungsbeschwerden, wie Aufstoßen, Durchfall und Blähungen auf. Anders als Lycopodium kann Argentum nitricum auch gegen Bindehautenthzündung, Hals- und Kopfschmerzen eigesetzt werden.

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