Psychotherapie
Im Rahmen einer Psychotherapie werden psychische Probleme wie Ängste, Depressionen oder Zwänge mittels psychologischer Methoden behandelt
Bei der Psychotherapie können verschiedene psychologische Methoden und Verfahren zum Einsatz kommen, um gestörtes Denken und Erleben oder gestörte Verhaltensweisen zu verändern und individuelle Entwicklungsprozesse zu unterstützen. Eine elementare Voraussetzung für das Gelingen einer psychotherapeutischen Behandlung ist eine stabile und vertrauensvolle Beziehung zwischen Therapeut und Patient. Je nachdem, welche Erkrankungen bzw. Störungen behandelt werden, kann eine Einzel-, Gruppen-, Familien- oder Paartherapie erfolgen.
Verschiedene Formen der Psychotherapie
Es existieren zahlreiche psychotherapeutische Schulen, die sich in ihren Methoden zum Teil sehr stark unterscheiden.
Die verschiedenen Formen der Psychotherapie unterscheiden sich unter anderem in den jeweiligen Ansichten zur Entstehung psychischer Erkrankungen, in den Therapiekonzepten und in der Therapiedauer. Im Folgenden werden drei wichtigen Richtungen der Psychotherapie beschrieben, innerhalb derer wiederum unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen können.
- Analytische Psychotherapie
Die analytische Psychotherapie wurde aus der „klassischen“ Psychoanalyse nach Sigmund Freud abgeleitet. Sie basiert auf der Theorie, dass Konflikte, die in der Kindheit erlebt und nicht vollständig verarbeitet wurden, später zu psychischen Problemen führen können. Diese Form der Psychotherapie hat zum Ziel, solche verdrängten Ereignisse, Erinnerungen und Gefühle bewusst zu machen und aufzuarbeiten und auf diese Weise psychische Störungen beziehungsweise Erkrankungen zu heilen. Die Psychoanalyse ist eine langfristig angelegte psychotherapeutische Methode, die zwei- bis dreimal wöchentlich über bis zu drei Jahre erfolgen kann. Dabei werden zum Beispiel Assoziationen oder Traumdeutungen angewendet. In der Regel liegt der Patient während der Sitzungen auf einer Liege und der Therapeut bleibt außerhalb seines Sichtfeldes.
- Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie hat sich aus der Psychoanalyse entwickelt und ist wie die analytische Psychotherapie längerfristig angelegt. Allerdings erfolgt die Therapie im Sitzen und ist in der Regel auf eine Dauer von maximal zwei Jahren begrenzt. Des Weiteren fokussiert sie das aktuelle psychische Problem und seine Ursachen, wobei neben dem analytischen Blick in die Vergangenheit immer auch gegenwärtige Beziehungen und Umstände besprochen werden.
- Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie ist eine stark handlungsorientierte und problembezogene Form der Psychotherapie, die auf der Annahme basiert, dass problematisches/gestörtes Verhalten erlernt wird und deshalb auch durch die systematische Anwendung bestimmter Methoden „verlernt“ werden kann. Hier steht weniger eine detaillierte Ursachenforschung in der Vergangenheit des Patienten im Mittelpunkt, sondern viel mehr die Einübung bestimmter Techniken, mit denen es dem Patienten gelingt, die Verhaltensstörung zu durchbrechen. Von einer psychischen Erkrankung wird ausgegangen, wenn das Verhalten problematisch bzw. unpassend ist (zum Beispiel bei Ess-, Zwangs- oder Angststörungen) und beim Patienten selbst oder seiner Umgebung einen erhöhten Leidensdruck auslöst. In der Verhaltenstherapie wird das gestörte Verhalten zunächst dahingehend analysiert, wie es erlernt wurde und welche Auswirkungen es für den Betroffenen hat. Anschließend können verschiedene Methoden angewendet werden, um die gestörte Verhaltensweise abzubauen und eine neue zu erlernen. Dazu kann zum Beispiel eine systematische Konfrontation mit dem jeweiligen Angstauslöser oder eine Belohnung von erwünschtem bzw. eine Löschung von problematischen Verhaltensweisen erfolgen.
Neben den analytischen, tiefenpsychologischen und verhaltenstherapeutischen Ansätzen der Psychotherapie gibt es noch zahlreiche weitere Richtungen, wie zum Beispiel systemische Therapien, die wichtige Bezugspersonen beziehungsweise Familienmitglieder einbeziehen sowie kunst- oder körperorientierte Ansätze.
Kostenübernahme bei Psychotherapie
Grundsätzlich übernehmen die Krankenkassen die Behandlungskosten nur dann (vollständig), wenn eine psychische Störung mit Krankheitswert (zum Beispiel Angststörung, Verhaltensstörung, Sucht, Depression, Essstörung) diagnostiziert wurde. Eine Psychotherapie darf nur von psychotherapeutisch ausgebildete Ärzten und Psychologen (mit Beschränkungen auch Heilpraktiker) durchführt werden. Die Krankenkassen erstatten nur anerkannte psychotherapeutische Verfahren. Derzeit sind dies die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die analytische Psychotherapie. Darüber hinaus können auch Kurse zum Erlernen von Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Hypnose nach einer Genehmigung (mit)finanziert werden. Ob und in welchem Ausmaß die Krankenkasse die Kosten für eine geplante Psychotherapie im Rahmen der gesetzlichen Versicherung übernimmt, ist im Einzelfall vor Beginn der Behandlung zu erfragen.
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