Enterale Ernährung

Sondennahrung von süß bis herzhaft

Unter enteraler Ernährung versteht man die künstliche Ernährung eines Patienten, der aus verschiedenen Gründen nichts essen kann, darf oder will. Der Magen-Darm-Trakt wird dabei nicht umgangen. Die Sondennahrung gibt es von süß bis herzhaft.

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Künstliche Ernährung ist Patienten nötig, die nicht essen können, dürfen oder wollen.
(c) Stockbyte

Eine speziell zubereitete, flüssige Nahrung wird dabei über eine Sonde in den Magen oder Dünndarm geleitet, daher die Bezeichnung „Sondenkost“ oder „Sondennahrung“. Eingesetzt wird die enterale Ernährung beispielsweise bei Bewusstlosigkeit oder bei Erkrankungen der Mundhöhle und der Speiseröhre. Enteral ernährt werden auch Personen, die Bestrahlungen und Chemotherapien unterzogen werden oder an Leber- und Nierenversagen leiden. Die Sondernahrung wird in den Verdauungskanal eingebracht, wie der durch Kauen zerkleinerte Nahrungsbrei auch. Die Darmfunktion wird einbezogen. Das ist positiv, denn der Darm bildet eine Barriere und hat eine natürliche Schutzfunktion gegen Krankheitskeime aus der Nahrung.

Arten der Sondennahrung

Die Art der Sondennahrung hängt von der Grunderkrankung ab und wird vom Arzt verordnet. Er legt auch fest, ob eine Ernährungspumpe zur kontinuierlichen Versorgung benutzt werden soll oder ob der Patient mehrere Sondenmahlzeiten erhält. Es gibt zwei Sondennahrungs-Hauptgruppen:

  • Standarddiäten: In enteralen Standarddiäten sind alle lebenswichtigen Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette usw. vorhanden. Diese Sondennahrung kann mit oder ohne Ballaststoffe sein.
  • Spezialdiäten: Spezialdiäten sind besondere Formen von Sondennahrung, die bestimmten Stoffwechsel-Problemsituationen angepasst sind. So kann z. B. ein Patient mit Diabetes oder einem Tumor eine Sondennahrung bekommen, die entsprechend den speziellen Bedürfnissen der Krankheit bestimmte Nährstoffe enthält. Bei einigen Arten von Sondennahrung sind die Nährstoffe vorverdaut, sodass sie schneller vom Körper aufgenommen werden können.

Vorteile und Nachteile

Die Vorteile der Sondennahrung liegen darin, dass die Ernährung in richtiger Zusammensetzung und zur richtigen Zeit verabreicht wird und dass diese Ernährungsform lange anwendbar ist.

Nachteilig ist, dass der sinnliche Aspekt der Ernährung verloren geht. Riechen und Schmecken der Nahrung sind nicht bzw. nur beim Aufstoßen erfahrbar.

Komplikationen

Häufigste Komplikation ist der Durchfall. Ursachen dafür sind falsche Zufuhrgeschwindigkeiten und -mengen, mangelnde Hygiene oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Es kann auch zur Verstopfung kommen. Durch ausreichende Zufuhr von Flüssigkeitszufuhr und ballaststoffreicher Sondennahrung kann dieses Problem gelöst werden. Ist die Zufuhr der Sondennahrung zu schnell eingestellt oder ist die Menge zu groß, kann es zu Erbrechen führen. Deshalb sollte eine kontinuierliche, pumpengesteuerte Nahrungszufuhr bzw. ein Herabsetzen der Nahrungsrate angestrebt werden. Viele Patienten klagen über einen „komischen“ Geschmack, den sie ständig im Mund haben oder der mit jedem „Aufstoßen“ hochkommt.

Darauf sollten Sie achten:

  • Vermeiden Sie falsche Zufuhrgeschwindigkeiten und -mengen!
  • Mangelnde Hygiene kann leicht zu Komplikationen führen.
  • Mögliche Infektionsquellen sind die Hände und alle verwendeten Materialien wie: Sonde, Überleitungssysteme, Spritzen zum Spülen der Sonde und die Sondennahrung.
  • Angebrochene Flaschen nicht länger als 24 Stunden verschlossen im Kühlschrank aufbewahren. Auch Medikamente können über die Sonde verabreicht werden.
  • Wählen Sie die Sondennahrung auch nach den geschmacklichen Vorlieben des Patienten aus. Die Industrie bietet eine breite Palette von süß bis herzhaft.
  • Eine Gewichtskontrolle sollte zweimal wöchentlich stattfinden.
  • Achten Sie auf sorgfältige Mundpflege während der Sondennahrung.

Autor: Redaktion Heilberufe
Letzte Aktualisierung: 24. September 2009

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