Nächtliche Atemaussetzer
Schlafapnoe ernst nehmen
Häufige nächtliche Atemaussetzer, medizinisch als Schlafapnoe bezeichnet, beeinträchtigen nicht nur Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Die Schlafstörung gilt auch als wesentlicher Risikofaktor für Schlaganfall, warnt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Weltschlaftages.
Betroffene bekommen die Atemaussetzer im Schlaf in der Regel nicht mit. Meist ist es der Partner, dem das für die Schlafapnoe typische laute, unregelmäßige Schnarchen und das hektische Einatmen nach einem Atemstillstand auffallen. Die Folgen sind für Betroffene zunächst spürbar in Form von Konzentrationsschwäche, ständiger Müdigkeit und Neigung zum so genannten Sekundenschlaf, der vor allem Autofahrern gefährlich werden kann.
Schlafapnoe erhöht Risiko für Schlaganfall
Grund, zum Arzt zu gehen, ist die Schlafapnoe für die schätzungsweise zwei Prozent der Bevölkerung, die darunter leiden, aber oft nicht. Vieles deute darauf hin, dass auch Mediziner die Schlafapnoe unterschätzen, sagt Professor Dr. Jean Haan, Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Dabei kann die Schlafstörung unbehandelt schwerwiegende Folgen haben: "Mittelfristig führen die nächlichen Atemstillstände zu Bluthochdruck, weil das Herz mehr pumpen muss, um die Organe ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Hochdruck ist der Hauptrisikofaktor für einen Schlaganfall ", mahnt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am heutigen Weltschlaftag, mit dem Schlafmediziner auf der ganzen Welt auf die Bedeutung gesunden Schlafes hinweisen. Verschiedene internationale Studien wiesen ein zwei- bis dreifach erhöhtes Schlaganfall-Risiko bei Apnoe-Patienten aus – und dies bereits bei leichter bis mittelschwerer Ausprägung der Schlafapnoe.
Schlaganfall verschlechtert Schlafapnoe
Ein Schlaganfall wiederum kann zur Verschlechterung der Schlafapnoe führen, berichtet Haan, der als neurologischer Chefarzt der Kliniken Mariahilf in Mönchengladbach auch ein zertifiziertes Schlaflabor leitet. Doch in der Akutphase auf der Stroke-Unit (Schlaganfall-Spezialstation) seien die Patienten oft noch nicht stabil genug für eine Behandlung.
Vor Reha Schlafapnoe abklären
Sind sie erst einmal in die Rehabilitation entlassen, "sieht man sie möglicherweise nie wieder", ist Haans Erfahrung – das sei "ein echtes Problem". Wenn es der Zustand des Patienten zulässt, sollte man ihn deshalb nicht ohne Anpassung an ein Druckbeatmungsgerät in die Reha entlassen, so Haan. Er spricht sich dafür aus, bei Patienten mit schweren Schlaganfällen eine Schlafapnoe abzuklären: "Der Risikofaktor ist zu bedeutend, als dass man ihn vernachlässigen dürfte." Zudem kann eine schwere Schlafapnoe den Rehabilitationserfolg gefährden, weil sie den Patienten müde und abgespannt macht.
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