Sehnenerkrankungen oder Schultererkrankung

Kalkschulter – Kalziumkristalle in der Sehne

Die Kalkschulter kann erhebliche Schmerzen verursachen. In einer Sehne der Schulter lagern sich Kalziumkristalle ab, sie "verkalkt". Frauen entwickeln häufiger eine Tendinosis calcarea als Männer. Warum ist unklar. Mediziner vermuten eine schlechte Durchblutung als Ursache des Schulterproblems. Eine Kalkschulter heilt in vielen Fällen innerhalb einiger Wochen von selbst aus. Unterstützend wirken Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente und die Physiotherapie.

kalkschulter
Massive Schmerzen, die von der Schulter Richtung Ellbogen ausstrahlen und vor allem nachts plagen: Sie sind das Hauptsymptom einer Kalkschulter.
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Bei einer Kalkschulter lagern sich feinste Kalziumkristalle ("Kalk") im Ansatzbereich einer Schultersehne ab. Die Kalkschulter heißt auch Tendinosis calcarea. Prinzipiell kann sich Kalk an allen Sehnen des Körpers ansammeln. Die Kristalle verursachen mitunter erhebliche Schmerzen. Sie sind meist zu spüren, wenn der Betroffene den Arm hebt, Wurfbewegungen ausführt oder mit dem Arm über Kopf arbeitet.

Die Kalkschulter betrifft meist die Sehnen der Rotatorenmanschette. Diese umfasst vier Muskeln, die das Schultergelenk stabilisieren und den Kopf in der Gelenkpfanne halten, aber auch für dessen Beweglichkeit sorgen. Die Sehnen dieser vier Muskeln setzen alle am Oberarmkopf an. Besonders oft betroffen ist die Sehne des Musculus supraspinatus.

Eine Kalkschulter entwickelt sich schleichend

Genaue, einheitliche Zahlen über die Häufigkeit der Tendinosis calcarea gibt es nicht. Frauen leiden öfter als Männer unter der Krankheit. Warum das so ist, ist unklar. Meist tritt die Kalkschulter zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr erstmalig auf. Sie entwickelt sich langsam und bleibt oft lange unbemerkt. Erst später verursacht sie Schmerzen, die sich bei Bewegung verstärken. Zudem ist die Beweglichkeit von Arm und Schulter eingeschränkt. Auch Entzündungen im Schultergelenk können hinzukommen. Eine entzündete Kalkschulter nennen Ärzte Tendinitis calcarea.

Schlechte Durchblutung sorgt für Kalkschulter

Als Ursache der Kalkschulter vermuten Ärzte eine Minderdurchblutung der Rotatorenmanschette. Dadurch lagert sich Kalk an der Rotatorenmanschette ab. Ebenfalls eine Rolle scheinen Belastungen der Schulter, Verletzungen oder ein Sturz auf die Schulter zu spielen. Eine Tendinosis calcarea muss nicht immer behandelt werden. Es besteht eine gute Chance, dass der Körper die Kalkablagerungen selbst auflöst und die Schulter spontan heilt. Bei stärkeren Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit kommen Medikamente, Physiotherapie oder eine Stoßwellenbehandlung infrage.

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Das sind die Kalkschulter-Ursachen

Eine Kalkschulter entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern über einen längeren Zeitraum. Als wichtigste Ursache vermuten Ärzte verminderte Durchblutung und Stoffwechselstörungen in der Schulter aufgrund von Alterungsprozessen und Abnutzungserscheinungen. Auch Verletzungen der Schulter beim Sport, durch Unfälle, Stürze oder Sehnenrisse kommen als Auslöser infrage. Eine zu große Belastung der Schulter, etwa bei schwerer Arbeit, begünstigt eine Kalkschulter.

Ärzte unterscheiden vier Phasen der Entwicklung:

  1. Zellumwandlung: Die Minderdurchblutung in der Schulter führt dazu, dass sich das Sehnengewebe zunächst in Bindegewebe (Faserknorpel) umbildet. Dieser Prozess ist meist schmerzarm oder schmerzlos.

  2. Kalkeinlagerung: Dann lagert sich Kalk in das Knorpelgewebe ein, das teilweise abstirbt. Dieser Prozess ist im Ultraschall und auf einer Röntgenaufnahme erkennbar. Die Sehne verdickt sich, wenn sich größere Kalkmengen ansammeln. Hebt man den Arm an, wird sie zwischen dem Schultergelenk und Schulterdach eingeklemmt, was Schmerzen verursacht. Das Kalkdepot drückt zudem auf den Schleimbeutel und die benachbarten Sehnen der Rotatorenmanschette. Die Schulter wird schmerzhaft gereizt, was Ärzte als sogenanntes Schulter-Impingement oder Impingement-Syndrom bezeichnen.

  3. Resorption: Grundsätzlich ist der Körper in der Lage, die Kalkansammlung wieder aufzulösen. Diese Phase ist oft mit besonders großen Schmerzen verbunden. Das Immunsystem aktiviert bestimmte Immunzellen, die Makrophagen oder Fresszellen. Diese versuchen, die eingelagerten Kristalle zu beseitigen. Manchmal wird Kalk in die angrenzenden Schleimbeutel verschleppt und diese entzünden sich (Bursitis). Dies kann äußerst schmerzhaft sein und Patienten haben erhebliche Schwierigkeiten, ihren Arm zu bewegen.

  4. Reparatur: Sind die Kalkablagerungen komplett beseitigt, entsteht Narbengewebe, welches die verletzte Sehne auffüllt und somit repariert. Verdickt sich die Sehne zu stark, haben die Patienten möglicherweise weiterhin Probleme. Ansonsten ist die betroffene Sehne meist wieder beweglich wie zuvor. Rückfälle – also erneute Kalkeinlagerungen – sind selten.

Nicht jeder Patient mit Kalkschulter durchläuft dieser vier Stadien, die Erkrankung kann in jeder Phase "stecken bleiben". Akute Schmerzen treten wegen des phasenartigen Verlaufs meist schubartig auf.

Symptome der Kalkschulter: diese Beschwerden sind typisch

Die Beschwerden bei einer Kalkschulter können individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Sie hängen vom Stadium der Erkrankung sowie von der Größe und Lage der Kalkablagerungen ab.

Folgende Symptome können auftreten:

  • Schmerzen, wenn Sie auf der betroffenen Schulter liegen
  • Schmerzen bei Belastung der Schulter
  • Stechende Schulterschmerzen, die plötzlich einsetzen und nicht auf einen Unfall zurückzuführen sind
  • Schmerzen in der Schulter bei Überkopfarbeiten
  • Die Beweglichkeit des Arms ist erheblich eingeschränkt oder der Arm ist plötzlich bewegungsunfähig (Pseudoparalyse)
  • Bei einer Schleimbeutelentzündung: starke Schmerzen, Überwärmung und Rötung im Bereich des Schultergelenks
  • Nackenschmerzen und Verspannungen, weil Sie die Schulter wegen der Schmerzen schonen oder umständliche Bewegungen mit dem Schulterblatt ausführen.

Diagnose: So erkennen Ärzte eine Kalkschulter

Suchen Sie bei den genannten Symptomen einen Facharzt auf, einen Orthopäden. In einem Gespräch wird er Sie zu Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte befragen (Anamnese). Folgende Punkte helfen dem Arzt, der Diagnose "Kalkschulter" auf die Spur zu kommen:

  • Seit wann haben Sie Beschwerden in der Schulter?
  • Wie stark sind die Schmerzen ausgeprägt?
  • In welchen Situationen treten die Schmerzen auf, zum Beispiel, wenn Sie auf der Schulter liegen?
  • Bei welchen Bewegungen haben Sie Schwierigkeiten mit der Schulter, etwa wenn Sie mit den Armen über dem Kopf arbeiten?
  • Hatten Sie kürzlich einen Unfall, bei dem Sie sich die Schulter verletzt haben, zum Beispiel beim Sport?
  • Üben Sie eine Sportart aus, welche die Schulter extrem belastet?

Bei der Kalkschulter-Diagnose setzen Ärzte zudem bildgebende Verfahren ein, meist Ultraschall und eine Röntgenuntersuchung. Die erste Phase der Kalkschulterentwicklung, nämlich der Umbau des Sehnengewebes in Faserknorpel, ist noch nicht auf dem Ultraschall oder im Röntgenbild erkennbar. Er verursacht meist kaum oder nur wenige Beschwerden. So bleibt die Kalkschulter oft lange unbemerkt.

Röntgenuntersuchung

  • zum Lexikon

    Im Lifeline-Lexikon sind Diagnosen von A wie Angiographie bis Z wie Zystoskopie ausführlich und auch für medizinische Laien verständlich beschrieben.

Die Röntgenuntersuchung gilt für Radiologen als wichtigste Untersuchung bei einer Tendinosis calcarea. Die Kalkdepots in der Sehne der Schulter sind gut auf dem Röntgenbild als weiße Schatten erkennbar. Dichtes Gewebe, etwa Kalkablagerungen, erscheinen auf der Röntgenaufnahme hell, weil sie die Röntgenstrahlen stärker abschwächen als weiches Gewebe. Eine Röntgenuntersuchung zählt zu den am häufigsten eingesetzten bildgebenden Verfahren. Sie kann ganz allgemein Knochen, Gefäße und innere Organe bildlich darstellen. Die Strahlendosis bei einer einzelnen Röntgenuntersuchung ist gering. Dennoch gelten Röntgenstrahlen als potenziell gesundheitsschädlich. Deshalb sollte die Untersuchung nicht häufiger und nur durchgeführt werden, wenn sie wirklich notwendig ist.

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Der Ultraschall ist eine wichtige Ergänzung zum Röntgenbild. Eingesetzt wird ein Ultraschallgerät mit einem Schallkopf, der Ultraschallwellen ins Gewebe sendet. Die Körperstelle, die geschallt werden soll, bestreicht der Arzt mit einem Gel, um einen möglichst guten Kontakt zwischen dem Schallkopf und der Körperoberfläche herzustellen. Ein Ultraschall ist eine schmerzlose, gesundheitlich ungefährliche Untersuchung. Das Gewebe reflektiert die Wellen je nach Struktur und Dichte unterschiedlich. Ärzte können die Lage und das Ausmaß der Verkalkung in der Schulter erkennen. Meist befindet sie sich in der Mitte der Sehne.

Kalkschulter-Behandlung

Es gibt verschiedenen Möglichkeiten der Kalkschulter-Therapie. Oft beseitigt der Körper die Kalkansammlungen selbst und die Krankheit heilt ohne weiteres Zutun aus. Den Heilungsprozess unterstützen können Ärzte mit nicht-operativen (konservativen) Maßnahmen. Sie gelten als wichtigste Therapiemaßnahmen bei Tendinosis calcarea und sollten über mindestens sechs Monate durchgeführt werden, je nach Schweregrad der Symptome. Bei größeren Kalkdepots und ausgeprägten Beschwerden kann eine Operation sinnvoll sein.

Bandage zur Ruhigstellung (Schulterorthese)

Eine Kalkschulter kann erhebliche Schmerzen verursachen. Das gilt vor allem, wenn beim Kalkabbau Teile der Kristalle in den Schleimbeutel verschleppt werden und sich eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) entwickelt. Linderung bringt eine Bandage, die sogenannte Schulterorthese. Sie stellt den Arm ruhig und entlastet ihn, bis die Entzündung abgeheilt und die Schmerzen abgeklungen sind.

Medikamente gegen Kalkschulter

Gegen die Schmerzen bei einer Tendinosis calcarea helfen Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente. Dazu zählen unter anderem nicht-steroidale Antirheumatika (auch nicht-steroidale Antiphlogistika) wie Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure (ASS). Die Schmerzen lassen sich auch lindern, wenn Ärzte das Betäubungs- oder Schmerzmittel direkt in die Rotatorenmanschette der schmerzenden Schulter injizieren. Daneben kann Kortison die Entzündungen wirksam eindämmen.

Kältebehandlung (Kryotherapie)

Die Kryotherapie lindert Schmerzen und Entzündungen bei Kalkschulter ebenfalls wirksam. Sie zählt zu den physikalischen Therapien. Eingesetzt wird meist moderate Kälte, zum Beispiel in Form von kalten Umschlägen oder Wickeln. Auch Coolpacks oder kaltes Wasser aus dem Kühlschrank sind geeignet. Eispacks aus der Gefriertruhe empfinden einige Patienten als unangenehm und schmerzverstärkend. Probieren Sie am besten aus, welches Maß an Kälte der Schulter gut tut. Das Kühlen drosselt die Durchblutung im betroffenen Körpergebiet, weil sich die Blutgefäße zusammenziehen. Es bremst Entzündungs- und Stoffwechselprozesse, vermindert bei längerer Einwirkung die Muskelspannung und lässt Schmerzen abklingen. Während einer Kryotherapie sollten Sie den restlichen Körper möglichst warm halten. Wärme auf dem entzündeten Gebiet verstärkt die Schmerzen.

Physiotherapie (früher Krankengymnastik)

Physiotherapeuten versuchen, die Schulter durch bestimmte Techniken wie aktives und passives Bewegen wieder mobiler zu machen. Denn die Schulterkapsel kann schrumpfen und das Schultergelenk versteifen. Ziel der Physiotherapie ist es, die Beweglichkeit der Schulter wieder herzustellen. Auch decken Therapeuten schmerzhafte Bewegungsmuster auf und vermitteln schmerzarme Verhaltens- und Bewegungsweisen. Gut wirksam sind Dehnübungen, die sie in der Physiotherapie erlernen und zu Hause selbstständig durchführen können.

Stoßwellentherapie

Lassen sich die Schmerzen bei einer Kalkschulter nicht durch diese Maßnahmen in den Griff bekommen, kann eine Stoßwellentherapie helfen. Sie heißt auch extrakorporale Stoßwellen-Therapie (ESWT). Ärzte arbeiten bei dieser Methode mit energiereichen, mechanischen Druckwellen, die ein spezielles Gerät außerhalb des Körpers (extrakorporal) erzeugt. Die Kalkansammlungen werden gezielt mit den Stoßwellen beschossen und ohne Operation in feine Teilchen zerkleinert. Der Körper beseitigt sie anschließend. Die Stoßwellen sollen zudem die Durchblutung ankurbeln und den Heilungsprozess in Gang setzen. Auch Nieren- oder Harnleitersteine lassen sich übrigens auf diese Weise zertrümmern. Wie oft Ärzte die Stoßwellentherapie wiederholen müssen, hängt vom Ausmaß und der Lage der Verkalkungen ab. Patienten können die Stoßwellen-Behandlung ambulant beim Arzt durchführen. Eine Betäubung (Anästhesie) ist nicht nötig.

Achtung IGel-Leistung! Zu beachten ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Stoßwellentherapie bei Kalkschulter meist nicht übernehmen – im Gegensatz zu Schmerzmitteln, Physiotherapie und Operation. Die ESWT ist eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), die Patienten selbst bezahlen müssen. Laut IGeL-Monitor, einem Portal für Selbstzahlerleistungen, welches der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) betreibt, fallen folgende Kosten an: für die fokussierte ESWT zwischen 86 und 198 Euro, für die radiale ESWT zwischen 15 und 34 Euro. Die Wirkung der Stoßwellentherapie haben die Experten als "unklar" eingestuft. Der Grund: Einige Studien hätten zwar ergeben, dass die Stoßwellentherapie die Schmerzen lindert sowie die Beweglichkeit des Arms und damit die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessere. Allerdings sei die Qualität der Untersuchungen nicht durchwegs gut. So gebe es  zwar keine Belege, aber Hinweise auf einen Nutzen. Fragen Sie am besten bei ihrer Krankenkasse nach, manche übernehmen die Therapiekosten.

Operation bei Kalkschulter

Die Kalkschulter heilt in vielen Fällen von selbst beziehungsweise mit Hilfe nicht-operativer Maßnahmen aus. Allerdings dauert der Heilungsprozess in der Regel einige Zeit. Bei einer Operation der Kalkschulter sind Ärzte sehr zurückhaltend. In schweren Fällen ist manchmal eine Operation unumgänglich. Dafür müssen Arzt und Patient immer den Nutzen und die Risiken eines operativen Eingriffs gut gegeneinander abwägen. Eine Kalkschulter-Operation kommt eventuell infrage, wenn:

  • alle nicht-operativen Maßnahmen über sechs Monate keine entscheidende Verbesserung erbracht haben,
  • sie dauerhaft starke Schmerzen haben,
  • die Kalkansammlung mehr als einen Zentimeter beträgt,
  • das Kalkdepot eine sehr harte Zusammensetzung aufweist, sich also nicht von selbst oder durch andere Maßnahmen auflösen lässt.

Schulterarthroskopie – Kalkkristalle entfernen

Die Kalkansammlungen in der Schulter entfernen Ärzte mittels einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie). Weil der Eingriff an der Schulter stattfindet, heißt sie auch Schulterspiegelung oder Schulterarthroskopie. Diese Technik kommt ohne große Schnitte aus, sie zählt zur Schlüssellochchirurgie (minimal-invasive Techniken). Über winzige Hautschnitte führt der Chirurg ein Arthroskop ein und schiebt es zum betroffenen Gelenk vor. Dabei handelt es sich um ein dünnes, biegsames Instrument, an dem sich eine Lichtquelle und eine Videokamera befinden. Sie liefert Bilder aus dem Inneren, der Arzt kann sie auf einem Monitor sehen. Die Arthroskopie ist ein diagnostisches Verfahren, mit dem sich gleichzeitig therapeutische Maßnahmen durchführen lassen. Er kann zusätzlich bestimmte Instrumente zum Operationsgebiet vorschieben, zum Beispiel kleine Greifzangen. So entfernen Chirurgen im Rahmen der Operation eventuell weitere Schäden, beispielsweise entzündetes oder vernarbtes Schleimbeutelgewebe oder behandeln einen Riss der Rotatorenmanschette. Die Schulterarthroskopie wird meist unter Vollnarkose, manchmal auch unter örtlicher Betäubung (Regionalanästhesie) durchgeführt.

Nach der Kalkschulter-Operation sollten Sie Ihre Schulter für etwa drei Wochen schonen. Absolvieren Sie aber eine Physiotherapie, um die Schulterbeweglichkeit zu erhalten, und greifen Sie bei Bedarf zu Schmerzmitteln.

Nadel-Lavage (Needling)

Bei der sogenannte Nadel-Lavage, die unter Ultraschallkontrolle durchgeführt wird, schiebt der Arzt eine feine Nadel durch die Haut zu den Kalkherden vor. Die Kalkablagerungen werden mechanisch gelockert und über eine Kanüle abgesaugt. Die Methode wird unter lokaler Betäubung in spezialisierten Zentren durchgeführt. Beim früher häufig eingesetzten Needling wurden die Kalkherde lediglich durchlöchert, zerkleinert und so die Selbstauflösung in Gang gesetzt. Bei der Nadel-Lavage werden die Kalkansammlungen im besten Fall komplett entfernt, sie befinden sich dann in der Absaugvorrichtung.

Verlauf und Heilungschancen

Eine Kalkschulter heilt bei vielen Patienten nach einiger Zeit von selbst aus. Die Heilungsaussichten sind in der Regel sehr gut und die Schulter lässt sich ohne Schmerzen wieder bewegen wie zuvor. Nicht-operative Behandlungen können den Heilungsverlauf unterstützen und beschleunigen. Nur in wenigen Fällen ist eine Operation nötig. Patienten sollten die gesamte Schulter für einige Wochen schonen, aber durch Physiotherapie beweglich halten. Bei Patienten, bei denen die Verkalkung extrem verhärtet war, bleibt die betroffene Schultersehne manchmal geschwächt.

Die Kalkschulter ist in den meisten Fällen ein einmaliges Ereignis. Sind die Kalkkristalle auf natürlichem Weg abgebaut oder per Operation entfernt, kehrt die Krankheit nicht wieder. Patienten müssen keinen Rückfall befürchten.

Kann man einer Kalkschulter vorbeugen

Bislang gibt es keine Beweise dafür, dass Sie einer Kalkschulter mit Sport oder der Ernährung vorbeugen können. Regelmäßige Dehnübungen können aber die Beweglichkeit des Schultergelenks verbessern, den Druck auf die Sehnen mindern und so eventuell einer Kalkschulter vorbeugen. Richten Sie zum Beispiel Ihren Brustkorb regelmäßig auf und bringen die Schulterblätter aneinander, um ihre Schultern zu entlasten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 06. April 2017
Durch:
Quellen: Ogon P. Die Tendinosis calcarea, JATROS Orthopädie 6, 2011, http://www.sportorthopaedie-praxis.de/cms/custom/art_files/f19_ortho_1106_24_27_.pdf; Orthopädische Gelenk-Klinik Gundelfingen, https://gelenk-doktor.de/schulter-gelenk/kalkschulter-schmerzhafte-kalkeinlagerungen-in-der-schulter; Orthopädische Praxis und Gelenk- Klinik Freiburg, https://gelenk-klinik.de/orthopaedische-erkrankung/schulter/kalkschulter-tendinosis-calcarea-diagnose-und-behandlung.html; https://www.igel-monitor.de/igel-a-z/igel/show/stosswellentherapie-bei-der-kalkschulter.html

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