Mykosen

Fußpilz behandeln: Das hilft von Creme bis Hausmittel

Viele mögen Fußpilz zunächst für eine Lappalie halten. Allerdings kann sich die Infektion unbehandelt auf die Fußnägel ausbreiten und dort einen langwierigen Nagelpilz verursachen. Für Menschen mit herabreguliertem Immunsystem können Hautpilzinfektionen mitunter sogar lebensbedrohlich verlaufen. Hier lesen Sie, woran Sie Fußpilz erkennen und mit welchen Medikamenten und Tipps sich die Hautinfektion in den Griff bekommen lässt.

nagelpilz jucken

Fußpilz (lateinisch: Tinea pedis, Mehrzahl für beide Füße Tinea pedium) ist eine Volkskrankheit: Mindestens jeder dritte Deutsche hat im Lauf seines Lebens einmal oder mehrfach damit zu tun. Erreger der Hautkrankheit sind spezielle Fadenpilze, die Dermatophyten (griechisch für "Hautesser"). Sie ernähren sich von Kohlenhydraten, aber auch von Keratin, der Hornsubstanz in unserer Haut, den Haaren sowie den Nägeln an Fingern und Zehen.

Übergeordnet zählen Hautpilzerkrankungen wie der Fußpilz zu den Mykosen und hier zu den Dermatophytosen, also Pilzinfektionen der Haut. Auch weltweit zählen Dermatophytosen, wie man die Pilzerkrankungen abgeleitet vom Erreger nennt, zu den verbreitetsten Infektionen überhaupt.

Fußpilz trifft häufig Sportler, Senioren und Kinder

Denn die Sporen der Dermatophyten sind äußerst widerstandsfähig. Am wohlsten fühlen sich die Hautpilze jedoch in einem feuchtwarmen Milieu, wie es zum Beispiel in geschlossenen Schuhen entsteht. Nicht umsonst heißt Fußpilz auf Englisch "athlete's foot", also Sportlerfuß. Denn gerade Hobby- und Profisportler wie Fußballer oder Läufer sind oft von einer Tinea pedis betroffen.

Im Grunde kann sich aber jeder einen Fußpilz einfangen. Besonders gefährdet sind neben Sportlern unter anderem Diabetiker, Menschen mit Durchblutungsstörungen oder mit Fußfehlstellungen, bei denen die Zehen eng beieinander liegen.

Auch Kinder sind keineswegs vor Fußpilz gefeit. Sie erkranken zwar seltener, die Häufigkeit liegt aber immer noch bei etwa einem von zehn Kindern. Die Schätzungen gehen hier auseinander.

Deutlich öfter betroffen sind aber Leistungssportler sowie ältere Menschen, da bei ihnen Fußfehlstellungen, Einschränkungen der Beweglichkeit bei der Pflege, trockene Haut und bestimmte Vorerkrankungen die Entstehung von Fußpilz begünstigen. 

Über kleine Verletzungen dringen Pilzerreger in die Haut ein

Damit die Infektionskrankheit aber ausbrechen kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört natürlich das Vorhandensein der Krankheitserreger, aber auch kleiner Hautverletzungen, die dem Fußpilz eine Eintrittspforte in die Haut bieten. Auch ein generell geschwächtes Immunsystem, etwa durch Stress, leistet dem Hautpilz Vorschub.

Der Übertragungsmechanismus entspricht einer Schmierinfektion (zum Beispiel über Pilze auf dem Boden von Schwimmbad, öffentlicher Dusche oder Sauna) oder auch einer Kontaktinfektion (Ansteckung über direkten Hautkontakt).

Unbehandelt hat der Fußpilz häufig einen Nagelpilz zur Folge

In den meisten Fällen bricht ein Fußpilz im Zehenzwischenraum der vierten und der kleinen Zehe aus. Von dort kann sich die Infektion ausbreiten und bei fehlender Behandlung auf die Fußnägel übergreifen (Nagelpilz) oder nach und nach den gesamten Fuß beziehungsweise beide Füße infizieren.

Es gibt drei verschiedene Formen des Fußpilzes, die jeweils verschiedene Symptome verursachen. Meist sind es aber Juckreiz, Rötungen und schuppende Haut, die Betroffene dazu veranlassen, einen Hautarzt aufzusuchen.

Bilder zum leichteren Erkennen von Fußpilz finden Sie in der Bilderstrecke:

Symptome von Juckreiz bis Rötung: So erkennen Sie die Fußpilz-Infektion

Die Symptome bei Fußpilz und der Ort des Auftretens hängen von der jeweiligen Form der Pilzinfektion ab. Hautärzte unterscheiden drei Formen von Fußpilz, die sich durch folgende Symptome bemerkbar machen:

  • Die interdigitale Form: Sie beginnt meist mit Rötungen und Hautschuppungen zwischen den Zehen, die von tiefen, schmerzenden Hautrissen begleitet werden können. An den Seiten der Zehen bilden sich oft kleine Bläschen.

  • Die squamös-hyperkeratotische Form: Diese Form der Pilzinfektion breitet sich von den Fußsohlen ausgehend langsam über die Fußseiten und den Fußrücken aus (Mokassin-Mykose). Zunächst ist die Haut leicht entzündet und schuppt sich. Eine übermäßig starke Verhornung der Haut und Risse können im weiteren Verlauf hinzukommen. Besonders häufig tritt diese Form des Fußpilzes bei Diabetikern auf.

  • Die vesikulös-dyshidrotische Form: An den Fußkanten und -sohlen bilden sich bei dieser Form zunächst Bläschen. Weil sich an diesen Stellen meist eine dickere Hornschicht befindet, platzen die Bläschen nicht auf, sondern trocknen ein. Betroffene werden dann oft von Spannungsgefühlen und Juckreiz geplagt.

Auch Fußnägel können von Pilzen befallen werden

Fußpilz-Erreger können auch die Nägel befallen. Wenn die Haut rissig wird, kann es zusätzlich zu bakteriellen Infektionen kommen. Dies gilt vor allem für ältere Menschen und zusätzlich für Personen mit schlecht durchbluteten Füßen wie Diabetiker.

Fußpilz: Diese Ursachen und Risikofaktoren sollten Sie kennen

Ausgelöst wird Fußpilz durch Dermatophyten, so der medizinische Fachausdruck für Hautpilze. Aufgrund von Grunderkrankungen oder Gewohnheiten sind manche Menschen dabei anfälliger für Fußpilz als andere.

Fußpilz wird zumeist durch Hautpilze (Dermatophyten) der Gattungen Epidermophyten oder Trychophyten, beispielsweise Trychophyton rubrum, ausgelöst. Diese besiedeln die obersten Hautschichten und bevorzugen die feuchtwarmen Bereiche der Haut. Zwischen den Zehen, in der Leiste und unter der Brust gedeihen sie besonders gut.

Auslöser und Risikofaktoren für Fußpilz

Von Fußpilz betroffen sind oft Menschen,

  • in deren Familie auch andere Personen mit Fußpilzen infiziert sind.

  • die eine Fußfehlstellung wie Hammerzehe oder Hallux valgus haben.

  • die öffentliche Bäder oder Saunen benutzen.

  • die an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) erkrankt sind.

  • die unter Durchblutungsstörungen leiden.

Generell sind ältere Menschen und Leistungssportler stärker gefährdet, einen Fußpilz zu bekommen. Aber auch Kinder, deren Füße sehr lang in geschlossenen Schuhen stecken oder die gern in Sauna und Schwimmbad gehen, sind für die Pilzerreger leichte Opfer.

Besonders gefährlich können Hautpilze Menschen werden, die unter einer Immunschwäche leiden oder deren Abwehrsystem zum Beispiel im Rahmen einer Chemotherapie supprimiert wurde.

Fußpilz-Verbreitung durch winzige Hautschuppen

Fußpilz überträgt sich von Mensch zu Mensch über Schuhe, Socken oder auch beim Barfußgehen über verschiedene Fußbodenoberflächen. Dort bleiben Hautschuppen infizierter Menschen zurück und gelangen an die Füße anderer Personen. Pilze finden sich häufig in öffentlichen Duschen und Bädern oder in Teppichböden, in denen sie über einen längeren Zeitraum hinweg überleben können.

Fußpilz-Diagnose mit Spatel und Laborkultur

Zur Diagnose von Fußpilz gibt es grundsätzlich zwei Verfahren: Die mikroskopische Untersuchung von Hautschuppen und das Anlegen einer Erregerkultur (Pilzkultur).

Zeigen sich erste Symptome, die auf einen Fußpilz (Tinea pedis) hindeuten, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann den Verdacht auf eine Pilzinfektion bestätigen, indem er eine gewonnene Probe der Hautschüppchen zur Diagnose unter dem Mikroskop untersucht oder eine Erregerkultur anlegt. Auf diese Weise werden die Art der Pilze und das Ausmaß der Infektion genau bestimmt.

Woran Sie einen Fußpilz erkennen, zeigt folgende Bilderstrecke:

Fußpilz: Bilder zum Erkennen und Tipps für die Behandlung

 

Behandlung von Fußpilz: Creme, Sprays und Hausmittel

Zur örtlichen Behandlung (topischen Therapie) bei Fußpilz werden Cremes, Lösungen, Puder, Sprays oder Gele eingesetzt. Diese enthalten unter anderem die Wirkstoffe Bifonazol, Clotrimazol und Miconazol (Wirkstoffgruppe Azole).

Ciclopirox oder Terbinafin kommen zum Einsatz, wenn der Fußpilz sehr ausgeprägt ist oder die Nägel mitbetroffen sind. Die Anwendung erfolgt lokal, die Präparate werden also direkt auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen beziehungsweise aufgesprüht.

Nach Abklingen der Fußpilz-Symptome weiterbehandeln

Auch wenn die Symptome dadurch schnell gelindert werden, sollten Betroffene die Behandlung noch drei bis vier Wochen weiterführen. Im Einzelfall hilft es, Schuhe, Socken, Handtücher und andere Gegenstände zu desinfizieren, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich darüber die Krankheitserreger verbreiten.

Wenn Fußpilz nicht erkannt oder behandelt wird, kann er über Jahre hinweg fortbestehen und sich über den Fuß ausdehnen. Die zusätzliche Ansiedelung von Bakterien führt zu unangenehmem Fußgeruch. Die squamös-hyperkeratotische Form wird oft fälschlicherweise als trockene Haut interpretiert, weshalb der Pilz unbehandelt bleibt.

Tabletten gegen Nagel- und Fußpilz: nicht in der Schwangerschaft!

Eine hartnäckige Dermatophytose, die sich über den gesamten Fuß ausgebreitet oder auf die Nägel übergegriffen hat, muss in vielen Fällen systemisch behandelt werden. In diesem Fall kommen Tabletten zum Einsatz, die zum Beispiel die Wirkstoffe Itraconazol, Terbinafin oder Fluconazol enthalten können.

Kommt es in der Schwangerschaft zu einem Fußpilz, sollten keine antimykotischen Tabletten zur systemischen Therapie zum Einsatz kommen. Als gut verträglich für Schwangere, Stillende und kleine Kinder hat sich der Wirkstoff Clotrimazol erwiesen.

Wenn Sie unter Fußpilz leiden, ist es zudem ratsam, die Schuhe mit einem desinfizierenden Spray zu behandeln und Baumwoll-Socken zu tragen. Diese sollten Sie täglich wechseln und – wenn möglich – in der Kochwäsche reinigen.

Daneben können Sie mit verschiedenen Hausmitteln die Behandlung von Fußpilz unterstützen:

Bekannte Hausmittel gegen Fußpilz:

  • Machen Sie regelmäßig Fußbäder aus Eichenrinde. Dazu kochen Sie zwei Esslöffel Eichenrinde (Apotheke) zehn Minuten in einem halben Liter Wasser auf. Sieben Sie die Rinde heraus und geben Sie den Sud zu Ihrem Fußbad. Ein Spritzer Zitronensaft verhindert ein Verfärben der Füße.

  • Behandeln Sie Ihre Füße eine Woche lang mit Fußbädern aus einem Liter Molke und einem Liter Wasser.

  • Reiben Sie die Stellen, die von einem Fußpilz betroffen sind, regelmäßig mit Teebaum-Öl ein. Das Öl erhalten Sie in der Apotheke.

  • Essen Sie dreimal pro Woche ein Hauptgericht aus Hirse. Hirse enthält das Spurenelement Silizium, das die Abwehrkraft der Haut stärkt. So können Sie den Heilungsprozess bei Fußpilz sanft unterstützen.

  • Trinken Sie über den Tag verteilt drei Tassen Brennnessel-Tee. Der Tee trägt zur Stärkung der Abwehrkräfte bei.

Fußpilz vorbeugen: So hat der Pilz keine Chance!

Zur Vorbeugung von Fußpilz ist es wichtig, den Kontakt mit dem Erreger zu vermeiden und dem Hautpilz keine idealen Bedingungen zu bieten, zum Beispiel durch sorgfältiges Trocknen der Zehenzwischenräume nach Dusche oder Bad.

So hat Fußpilz keine Chance!

Denn Fußpilz verheilt in der Regel nicht von alleine und lässt sich nur mit viel Ausdauer bekämpfen. Sinnvoller ist es daher, dem Pilzbefall gezielt vorzubeugen. Folgende Punkte sollten dabei beachtet werden:

  • Strümpfe aus atmungsaktiven Materialien wählen und täglich wechseln.

  • Füße und Fußzwischenräume beim Baden oder Duschen mit Seife reinigen.

  • Nach dem Waschen und Baden jeden Zeh einzeln sorgfältig abtrocknen. Das gilt auch für die Zwischenräume.

  • In Schwimmbädern und Saunen Badeschuhe tragen und so den Kontakt mit den Erregern verhindern.

  • Beide Füße regelmäßig auf Veränderungen, Verletzungen, Rötungen und Schuppungen in den Zehenzwischenräumen überprüfen. Wird Fußpilz früh erkannt, können auch früh Maßnahmen ergriffen werden.

Kinder mit Fußpilz bei der Vorbeugung unterstützen

Eltern von Kindern mit Fußpilz sollten darauf achten, dass diese Regeln auch vom Nachwuchs beachtet werden. Hilfreich ist der Kauf von atmungsaktiven Schuhen und Socken. Auch nach erfolgreicher Behandlung des Fußpilzes sollten Kinder im Schwimmbad geeignete Schlappen tragen und die oben genannten Hygieneregeln befolgen, um einer neuerlichen Infektion vorzubeugen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. Mai 2015
Durch: Sarah Wagner
Quellen: Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Wilhelm Goldmann, München 2005 F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006 Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft: Tinea der freien Haut. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/002 (Stand: 15.01.2015) Online-Informationen des Zentralverbands der Podologen und Fußpfleger Deutschlands e.V.: www.zfd.de (Stand Januar 2015); Informationen des Deutschen Grünen Kreuzes: http://dgk.de/gesundheit/allergie-haut/haut-und-haar/fusspilz-nagelpilz.html (letzter Aufruf: 9. Februar 2015); Patienteninformation der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft: http://www.dmykg.de/information/patienten-information.html (letzter Aufruf: 9. Februar 2015); medproduction (Hausmittel)

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