Pilzinfektion effektiv bekämpfen

Therapie von Nagelpilz mit Lack: Tipps zur Anwendung

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Für die Therapie von Nagelpilz stehen verschiedene Lacke zur Verfügung. Erfahren Sie hier, was Sie bei der Anwendung der Antipilzmittel beachten müssen und warum Sie während der Behandlung besser auf kosmetischen Nagellack verzichten sollten.

Person mit Nagelpilz verwendet Lack
© Getty Images/Denis Torkhov

Kurzübersicht: Häufige Fragen und Antworten

Welcher Lack gegen Nagelpilz? Bewährte Nagellacke enthalten die Wirkstoffe Ciclopirox oder Amorolfin. Je nach Produkt gibt es Unterschiede bezüglich der genauen Anwendung.

Kann man trotz Nagelpilz die Nägel lackieren? Bestimmte Antipilzlacke erlauben eine gleichzeitige Anwendung von dekorativem Nagellack. Es sollten die genauen Hinweise auf der Packungsbeilage beachtet werden.

Artikelinhalte im Überblick:

Nagelpilz? Diese Bilder helfen, eine Infektion zu erkennen!

Nagelpilz wirksam mit Lack bekämpfen

Auslöser für Nagelpilz (Onychomykose) sind im Großteil der Fälle Fadenpilze (Dermatophyten), welche sich an feuchtwarmen Stellen auf der Haut besonders wohlfühlen. Meist befällt der Pilz die Fußnägel, es können aber auch die Fingernägel betroffen sein.

Zur äußeren Behandlung von Nagelpilz stehen Lacke sowie Salben und Cremes aus der Apotheke zur Verfügung. Sie enthalten pilzabtötende Wirkstoffe wie Amorolfin oder Ciclopirox.

Bei einer schweren Infektion können ärztlich Tabletten zur Behandlung verordnet werden. Sie sind auch angezeigt, wenn die Erkrankung eher von der Nagelwurzel ausgeht. Sind mehr als ein Drittel der Nagelplatte befallen, reichen Nagellacke zum Auftragen oft nicht mehr aus.

Eine äußere Therapie mit Lack oder Creme erfordert von Betroffenen viel Geduld und ist nicht in wenigen Tagen oder Wochen abgeschlossen. Bei Fußnagelpilz dauert es mehrere Monate bis die Erreger restlos vernichtet sind.

Besser früh ärztlichen Rat einholen

Oft befällt Nagelpilz zunächst die Nagelränder. Nach und nach breitet sich der Erreger schließlich auf die gesamte Nagelplatte aus. Typisch sind Verfärbungen, Erhebungen und eine Verdickung des Nagels. Der befallene Nagelteil kann sich auch vom Nagelbett lösen.

In vielen Fällen betrifft eine Nagelpilzinfektion mehrere Zehen. Die Pilze können zudem weitere Hautbereiche wie die Fußhaut betreffen und Fußpilz verursachen.

Viele Menschen übersehen die ersten Symptome von Nagelpilz und/oder schieben den Besuch in einer ärztlichen Praxis auf. Nagelpilz sollte jedoch so früh wie möglich diagnostiziert und therapiert werden. 

Da die Ansteckungsgefahr bei Nagelpilz sehr hoch ist, sollten bestimmte vorbeugende Maßnahmen eingehalten werden, damit andere Personen sich nicht infizieren.

Anwendung von Lack gegen Nagelpilz

Antimykotische Nagellacke gegen Nagelpilz enthalten allgemein entweder den Wirkstoff Amorolfin oder Ciclopirox. In beiden Fällen greifen die Antipilzmittel in die Wachstumsprozesse der Pilzzellen ein und töten sie ab. Zudem können die Mittel das Erscheinungsbild der Nägel verbessern. Die genaue Behandlungsdauer richtet sich immer nach der Schwere der Infektion.

Bei der Anwendung und Wirksamkeit der Lacke gibt es jedoch einige Unterschiede zu beachten.

Ciclopirox: Wirkstoff gegen Nagelpilz

Ciclopirox ist in Form von wasserlöslichen und wasserunlöslichen Lacken erhältlich.

Wasserlösliche Produkte gegen Nagelpilz werden einmal täglich auf den betroffenen Nagel und die den Nagelrand umgebende Haut mit einem Applikator aufgetragen. Die meisten Hersteller empfehlen, das Antimykotikum vor dem Zubettgehen zu verwenden. Lackreste sollten am nächsten Morgen abgewaschen werden.

Das Dosierschema für wasserfeste Nagellacke ist komplizierter und kann je nach Produkt unterschiedlich sein. Ein Beispiel:

  • erster Monat: jeden zweiten Tag
  • zweiter Monat: zweimal wöchentlich
  • ab dem dritten Monat: einmal pro Woche

Bei wasserunlöslichen Nagellacken muss befallenes Nagelmaterial zuvor mit einer Feile abgetragen werden. Beim Abfeilen ist Sorgfalt und Vorsicht geboten, da die Nagelreste sehr ansteckend sind. Es sollten Einmalfeilen verwendet werden, die nach Gebrauch zu entsorgen sind.

Einmal wöchentlich ist zudem die gesamte Lackschicht mit einem Alkoholtupfer zu entfernen. Die genauen Anweisungen sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Nagellack mit Amorolfin bei Pilzinfektion

Pilzabtötende Mittel mit dem Wirkstoff Amorolfin sind wasserfest und müssen aufgrund einer Langzeitwirkung lediglich ein- bis zweimal wöchentlich auf die Nagelplatte aufgetragen werden.

Vor dem ersten Auftragen müssen erkrankte Nagelstellen mit einer Einmalfeile entfernt werden. Bei allen weiteren Anwendungen ist nach Bedarf erneut zu feilen (etwa bei Verdickung der Nägel).

Vor jedem erneuten Auftragen muss die Nageloberfläche mit einem Alkoholtupfer gereinigt werden, um Lackreste zu entfernen.

Nachdem das Medikament etwa zehn Minuten getrocknet ist, kann kosmetischer Nagellack aufgetragen werden. Vor der nächsten Anwendung mit einem Antipilzmittel muss eventuell vorhandender dekorative Nagellack mit Nagellackentferner vollständig entfernt werden. Wichtig: Zwischenzeitlich sollte man keinen Nagellackentferner benutzen, um die Nägel nicht zu stark zu strapazieren.

Kosmetische Nagellacke gegen Nagelpilz?

Viele Betroffene möchten während der Nagelpilzbehandlung nicht auf farbige Nägel verzichten. Gerade im Sommer, wenn man die Füße nicht mehr ständig in Schuhen verstecken mag, ist die Versuchung groß, unschöne Verfärbungen einfach mit Nagellack zu übermalen.

Es gibt einige antimykotische Nagellacke, welche diesen Wunsch im Prinzip möglich machen. Jedoch sollte man farbige Lacke auch dann eher reduziert einsetzen und auf Kunstnägel besser gänzlich verzichten. Das hat mehrere Gründe:

  • Verzögerte Heilung: Farbige Lacke oder künstliche Nägel verschließen den Naturnagel luftundurchlässig. Dadurch kann sich der Heilungsprozess verzögern, denn je mehr Sauerstoff an den Nagel gelangen kann, desto schneller verschwindet die Erkrankung.

  • Strapazierung der Nägel: Kunstnägel können die Naturnägel schädigen, diese werden dann weich und brüchig. Auch regelmäßiges Lackieren und die damit verbundene Anwendung von aggressiven Nagellackentfernern trocknen die Nageloberfläche aus und setzen ihre Widerstandsfähigkeit zusätzlich herab.

  • Gefahr für gesunde Nägel: Möchte man trotz Nagelpilz Kunstnägel verwenden, besteht die Gefahr, dass sich in kleinsten Klebstoff-Bläschen Pilze vermehren. Beim Ablösen kann es wiederum passieren, dass Teile des eigenen Nagels mit abgerissen werden. Es besteht zudem das Risiko, dass mit dem Lackpinsel die Pilzerreger von kranken Nägeln auf gesunde übertragen werden.

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