Angstpatienten kann geholfen werden

Zahnarztangst: Bammel vor Bohrer und Spritze

Wer geht schon gerne zum Zahnarzt? Die meisten finden den Gedanken an Bohrer und Co unangenehm - lassen sich aber zumindest behandeln. Für einen Menschen mit Zahnarztangst undenkbar.

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Manche Menschen haben solch einen Horror vor dem Zahnarzt, dass sie nötige Behandlungen immer wieder aufschieben.
© iStock.com/fstop123

Wer unter Zahnarztangst leidet, geht erst zum Zahnarzt, wenn der Schmerz unerträglich ist. Doch selbst dann ist so ein Angstpatient keine Freude für Arzt und Assistentinnen. Seine Panik erschwert die Behandlung und behindert den ganzen Praxisablauf. Schlimmstenfalls sind psychotherapeutische Maßnahmen notwendig, um den Betroffenen von seiner Phobie zu befreien.

Die Angst vor dem Schmerz

Die Ursachen für eine Zahnarztphobie (auch Oralphobie, Dentalphobie oder Odontophobie) können ganz unterschiedlich sein. Viele Betroffene haben schlechte Erfahrungen gemacht, die sie nicht wiederholen möchten. Dazu gehören zum Beispiel Schmerzen, Behandlungsfehler, Bohrgeräusche, Spritzen oder auch ein unsensibler Zahnarzt. Dass man negative Erlebnisse nicht wiederholen möchte, ist nachvollziehbar. Diesen Schutzmechanismus kennen wir alle. Aber in diesem Fall muss die Vernunft siegen.

Doch zu dieser Einsicht kann ein krankhaft ängstlicher Mensch nicht kommen. Wer unter einer entsprechenden Phobie leidet, wird erst zum Zahnarzt gehen, wenn der Leidensdruck groß ist. Dann handelt es sich in der Regel um einen Notfall. Dementsprechend wird auch die Behandlung kein Zuckerschlecken sein. Eine negative Erfahrung, die vorhandene Ängste bestätigt.

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Interessanter Weise leiden auch Erwachsene und Kinder unter der Phobie, die noch nie bei einem Zahnarzt waren oder dort zumindest keine unangenehmen Erfahrungen gemacht haben. In diesem Fall wird das Unbekannte gefürchtet. Vielleicht haben auch Schauergeschichten von Freunden und Familienmitgliedern Ängste geschürt.

Strategie: Ängste überwinden

Bevor man psychotherapeutische Maßnahmen in Erwägung zieht, sollten alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Das kann der Patient tun:

  • Gehen Sie zum Zahnarzt, wenn Sie keine Beschwerden haben. Dann ist die Gefahr gering, dass der Besuch unangenehm wird. Sie haben eine positive Erfahrung gemacht und verringern damit Ihre Ängste.
  • Gestehen Sie dem Arzt Ihre Furcht.
  • Wenn Sie Panik überfällt, bitten Sie den Arzt, eine kurze Pause während der Behandlung einzulegen. So fühlen Sie sich weniger ausgeliefert.
  • Suchen Sie einen Zahnarzt auf, der auch alternativ arbeitet, zum Beispiel mit Hypnose, Akupunktur oder TENS (elektrische Stimulation). Eine Reihe von Zahnärzten hat sich auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert.
  • Fragen Sie nach schmerzarmen Behandlungsmethoden wie Laser-Bohrer und anderen.
  • Erlernen Sie Entspannungstechniken wie autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobsen, Meditation, Autosuggestion oder Yoga.
  • Eltern von ängstlichen Kindern können sich an speziell ausgebildete Kinderzahnärzte wenden.
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Das kann der Zahnarzt tun:

  • Der Termin sollte möglichst so gelegt werden, dass der Patient nicht lange warten muss und während der Behandlung kein Zeitdruck entsteht.
  • Keine Überraschungen auf dem Stuhl. Besser: Vorab eine schonende Aufklärung über die Behandlungsmaßnahmen durchführen.
  • Der Patient sollte erfahren, dass viele Menschen unter ähnlichen Ängsten leiden und er sich auf keinen Fall dafür schämen muss.
  • Musik wird häufig als beruhigend empfunden.
  • Untersuchung und Behandlung sollten möglichst schmerzfrei sein. Es ist ratsam, eine örtliche Betäubung auch bei kleineren Eingriffen einzusetzen. Vor dem Setzen der Spritze sollte die Einstichstelle mit einem Spray oder Ähnlichem oberflächlich betäubt werden.
  • Eine Nachversorgung mit entsprechenden Schmerzmitteln muss gewährleistet sein.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnarztangst

Bei einer krankhaften Angststörung helfen sanfte Methoden oft nicht weiter. In diesem Fall ist eine psychotherapeutische Betreuung sinnvoll. Besonders effektiv ist hier die Verhaltenstherapie. Sie soll Ängste und Gedanken frei legen und somit zu einer Furchtüberwindung führen.

Viele Angstpatienten wünschen sich eine Behandlung unter Vollnarkose. Doch diese ist immer mit einem gesundheitlichen Risiko verbunden und sollte nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen, zum Beispiel wenn eine außergewöhnlich umfangreiche Zahnsanierung nötig ist. Auch aus psychotherapeutischer Sicht hat die Vollnarkose keinen großen Nutzen, da dadurch die Ursachen der Angststörung nicht beseitigt werden.

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