Erscheinungsbild und Ursachen

Psoriasis pustulosa palmoplantaris - Krankheitsbild

Psoriasis pustulosa Typ Barber-Königsbeck

Eine seltenere Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis pustulosa palmoplantaris, auch Psoriasis pustulosa Typ Barber-Königsbeck genannt. Sie befällt ausschließlich Handteller und Fußsohlen und kann für die Betroffenen sehr schmerzhaft sein.

Psoriasis pustulosa palmoplantaris - Krankheitsbild
Psoriasis pustulosa palmoplantaris betrifft oft Menschen im mittleren Alter
(c) Stockbyte

Bei der Psoriasis pustulosa palmoplantaris bilden sich oft innerhalb weniger Stunden kleine gelbe Pusteln (daher "pustulosa") an Handtellern und Fußsohlen ("palma" beziehungsweise "planta"). Ihr meist gelblicher Inhalt ist nicht infektiös. Nach wenigen Tagen verfärben sich die Pusteln bräunlich und schuppen schließlich ab. Die umliegende Haut ist gerötet, oft entstehen tiefe und schmerzhafte Risse. Meist hält die Erkrankung mehrere Wochen oder Monate lang an, verschwindet zwischenzeitlich und tritt dann erneut auf. Nur selten heilt sie vollständig ab.

Quälende Schmerzen an Handtellern und Fußsohlen

Besonders die tiefen Risse in Handtellern und Fußsohlen verursachen oft quälende Schmerzen. Stehen, Gehen, Greifen, Schreiben und andere alltägliche Handgriffe sind nur mühsam möglich und schränken die Betroffenen in ihrer Leistungsfähigkeit erheblich ein. Viele Erkrankte fühlen sich durch ihre deutlich sichtbare Erkrankung ausgegrenzt und gemieden. Manche Mitmenschen reagieren darauf mit Ekel und Angst vor Ansteckung, obwohl die Pusteln nicht infektiös sind.

Die Psoriasis pustulosa palmoplantaris ist abzugrenzen von der pustulösen Variante der "normalen" Psoriasis (Psoriasis vulgaris). Hier treten die Pusteln am gesamten Körper auf. Außerdem leiden die Patienten bei dieser Form unter wiederkehrenden Fieberschüben und allgemeinem Krankheitsgefühl.

Bei der Behandlung der Psoriasis pustulosa palmoplantaris erwies sich eine Kombination aus der Einnahme von Vitamin-A-Abkömmlingen und oraler Photochemotherapie als besonders effektiv.

Ursachen der Psoriasis pustulosa palmoplantaris

Die Ursachen für die Psoriasis pustulosa palmoplantaris, die bevorzugt Frauen oder Männer mittleren Alters betrifft, sind derzeit noch unbekannt. Der Zusammenhang zur Psoriasis vulgaris ist ebenfalls nicht geklärt. Bei der Mehrheit der Patienten mit einer Psoriasis palmoplantaris finden sich außer den Veränderungen an Hand- und Fußsohlen keine weiteren Schuppenflechtenherde. Bestimmte genetische Merkmale, die bei Patienten mit einer gewöhnlichen Psoriasis gehäuft auftreten, finden sich bei dieser Sonderform der Schuppenflechte nicht.

Raucher häufiger betroffen

Wahrscheinlich handelt es sich bei der Psoriasis pustulosa palmoplantaris wie auch bei der gewöhnlichen Schuppenflechte um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Abwehrsystem fälschlicherweise Antikörper gegen körpereigene Strukturen bildet. Im speziellen Fall werden die Bindungsstellen für den Botenstoff Acetylcholin blockiert. Die Substanz Acetylcholin überträgt die Signale von Nervenenden an die Hautzellen. In einer schwedischen Studie ließen sich bei immerhin 42 Prozent der untersuchten Patienten mit Psoriasis pustulosa palmoplantaris diese speziellen Antikörper im Blut nachweisen. Eine Besonderheit dieser Bindungsstelle besteht darin, dass sich außer dem Botenstoff Acetylcholin auch Nikotin an den Rezeptor binden kann (deshalb auch die Bezeichnung "nikotinischer Acetylcholinrezeptor"). Hier liegt möglicherweise die Erklärung dafür, dass Raucher häufiger an dieser Form der Schuppenflechte erkranken als Nichtraucher.

Wie bei der gewöhnlichen Schuppenflechte auch können Stress und belastende Lebensereignisse den Ausbruch einer Psoriasis pustulosa palmoplantaris begünstigten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 29. Januar 2014
Durch: rs
Quellen: Marsland, A.M., et al.: Interventions for chronic palmoplantar pustulosis (Review). In: The Cochrane Library, 1, 1-37, 2006Braun-Falco, O. et al.: Dermatologie und Venerologie. Springer Medizin Verlag Heidelberg 2005

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