Die Stoffwechselstörung kann lange symptomlos bleiben

Typ-2-Diabetes: Symptome

Anzeichen für Typ-2-Diabetes erkennen

Typ-2-Diabetes verläuft häufig über lange Zeit hinweg symptomlos und wird häufig durch Zufall bei einer Untersuchung entdeckt. Der Grund: Der Insulinmangel entwickelt sich langsam. Und selbst im fortgeschrittenen Stadium sind die Symptome meist weniger charakteristisch, als bei Typ-1-Diabetes.

Typ-2-Diabetes: Symptome
Typ-2-Diabetes verläuft häufig lange Zeit ohne Beschwerden und wird per Zufall bei einer Routineuntersuchung entdeckt.
Getty Images/Hemera

Ein Diabetes mellitus Typ-2 (früher Alterszucker genannt) kann zu Beginn ohne jede Diabetes mellitus: Symptome auf das körperliche Empfinden bleiben. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Blutzuckerwerte nur vorübergehend oder leicht erhöht sind. In diesen Fällen sind die Patienten überrascht, wenn der Arzt im Rahmen einer Routineuntersuchung einen Diabetes mellitus Typ-2 diagnostiziert.

Mögliche Hinweise

Meist beginnen die typischen Symptome über Monate bis Jahre hin schleichend. Erste Hinweise können sein:

  • stark vermehrter Durst (Polydipsie)
  • sehr häufiges Wasserlassen (Polyurie)
  • Abgeschlagenheit

Ein Typ-2 Diabetes kann sich auch hinter Krankheitszeichen wie häufigen Infektionen, schlechter Wundheilung, Wadenkrämpfen, verminderter Sehschärfe oder trockener, juckender Haut verbergen.

Wird der Arztbesuch lange hinausgezögert, können zudem Symptome wie Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Händen und Füßen oder sexuelle Störungen - bei Männern Erektionsschwierigkeiten, bei Frauen eine trockene Scheide - hinzukommen.

Symptome oft fehlgedeutet

Da die Krankheitszeichen eines Diabetes mellitus Typ-2 eher unspezifisch sind, werden sie oft falsch gedeutet. Dadurch geht Zeit verloren, in der sich erste Begleit- und Folgeschäden ausbilden können. Unter der hohen Blutzuckerkonzentration leiden in erster Linie Herz und Blutgefäße, Nieren, Augen und Nerven, deren Funktion sich nach und nach verschlechtert. Diese Folgeschäden an wichtigen Organen sind bei etwa jedem fünften Typ-2 Diabetiker bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung nachweisbar und schränken im Laufe der Zeit die Lebensqualität ein.

Schwere Folgen der Blutzuckerentgleisung, wie sie beim Typ-1-Diabetes in Form der massiven Austrocknung oder der Übersäuerung des Blutes mit dadurch bedingter Bewusstseinseintrübung zu finden sind, treten beim Typ-2 Diabetes nur sehr selten und eher bei älteren Patienten auf. Wird in dieser Situation nicht sofort ein Arzt hinzugezogen und Flüssigkeit bzw. Elektrolyte zugeführt, kann ein lebensbedrohliches sogenanntes hyperosmolares Koma resultieren.

Im Zweifelsfall zum Arzt

Auch für den Typ-2 Diabetiker gilt daher, dass er beim Auftreten der typischen Symptome baldmöglichst zum Arzt gehen sollte.

Ein einfacher Laborwert, die Zuckerkonzentration im Blut, gibt dann Auskunft darüber, ob sich hinter den Symptomen ein Diabetes mellitus verbirgt. Er wird aus dem Blut bestimmt. Die Bestimmung kann zunächst zu jeder Tageszeit als Spontanblutzuckerwert erfolgen. Liegt die Konzentration über 200 Milligramm pro Zehntelliter (mg/dl), kann die Diagnose Diabetes mellitus gestellt werden, nachdem dieser Wert in einer zweiten Messung bestätigt wurde.

HbA1c-Wert gibt Aufschluss über langfristige Blutzuckersituation

Manchmal wird der Arzt statt einer zweiten Messung des Spontanblutzuckerwertes eine Blutzuckerbestimmung auf nüchternen Magen durchführen, um den Verdacht auf einen Typ-2 Diabetes zu erhärten. Darüber hinaus kann auch eine Bestimmung des HbA1c erfolgen. Dieser wird neuerdings von manchen Ärzten auch zum Screening auf einen Diabetes eingesetzt, traditionell dient er aber der Einschätzung der langfristigen Blutzuckersituation. Denn er ist ein Maß der Anheftung von Zuckermolekülen an die Oberfläche von Erythrozyten. Eine weitere Option zur Überprüfung, ob ein Diabetes mellitus vorliegt, ist der sogenannte oGTT, der orale Glukosetoleranztest. In diesem Fall muss der Patient auf nüchternen Magen eine definierte Zuckermenge in Form einer Lösung trinken. Nach ein bzw. zwei Stunden wird der Blutzuckerwert bestimmt.

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Letzte Aktualisierung: 02. Februar 2012
Quellen: Reuter P.: Springer: Lexikon Medizin, 1. Auflage, 2004, Springer Medizin Verlag, Berlin, Heidelberg, New York Kerner W et al.: Definition, Klassifikation und Diagnostik des Diabetes mellitus. Evidenzbasierte Leitlinie DDG. Aktualisierung 10/2004. Online veröffentlicht unter www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de Guder W. G.: Das Laborbuch für Klinik und Praxis, Urban & Fischer Verlag, 2005Alexander K. et al.: Thiemes Innere Medizin TIM, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York, 2005

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