„Altersdiabetes“ – Folge unseres westlichen Lebensstils

Typ-2-Diabetes

Insulinresistenz lässt Blutzucker steigen

Typ-2-Diabetes wurde früher auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet, da man diese Form der Stoffwechselerkrankung zumeist bei älteren Menschen diagnostizierte.

Typ-2-Diabetes
Fettreiche Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel – die Hauptrisikofaktoren für Diabetes Typ 2.
Getty Images/iStockphoto

Allerdings weiß man heute, dass Typ-2-Diabetes meist als Folge unseres westlichen Lebensstils mit fettreicher Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel entsteht – ein Lebensstil, der auch bei unseren Kindern bereits Einzug gehalten hat. Kein Wunder also, dass der „Altersdiabetes“ heute schon Kinder im Grundschulalter betrifft.

Typ-2-Diabetes ist die weitaus häufigste Diabetes-Form – etwa 96 Prozent aller Diabetiker leiden unter Typ-2-Diabetes. Unsere moderne Lebensweise und insbesondere Übergewicht und Bewegungsmangel gelten als Hauptrisikofaktoren.

Was passiert im Körper bei Typ-2-Diabetes?

Bei Typ-2-Diabetes produzieren die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zunächst noch genügend Insulin – hier besteht auch der zentrale Unterschied zu Typ-1-Diabetes, bei dem ja die Inselzellen durch gebildete Antikörper angegriffen werden.

Doch warum gerät dann der Blutzucker bei Typ-2-Diabetes aus der Bahn? Der Grund liegt in der sogenannten Insulinresistenz der Zellen: Die Körperzellen reagieren nicht mehr ausreichend auf das Insulin, und damit kann auch die Glukose nicht mehr in üblichem Maße  in die Zellen eingeschleust werden. Glukose verbleibt im Blut, der Blutzuckerspiegel steigt. Es folgt eine Art Alarmstufe des Körpers – die Insulinproduktion wird weiter angekurbelt, um den Blutzuckerspiegel doch noch zu regulieren. Das Problem ist allerdings, dass diese übermäßige Insulinausschüttung die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin weiter beeinträchtigt. Die Menge an Insulin kann also die Wirkungslosigkeit des Insulins nicht ausgleichen.

Der Körper versucht dennoch weiter gegenzusteuern – immer mehr Insulin wird produziert. Am Ende dieses Teufelskreises steht dann die Erschöpfung der Inselzellen bis hin zum kompletten Versagen der Insulinproduktion. In diesem Falle muss auch bei Typ-2-Diabetes Insulin verabreicht werden.

Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes

Eine gewisse erbliche Veranlagung spielt auch bei Typ-2-Diabetes eine Rolle. Zu den Hauptrisikofaktoren allerdings zählen:

  • Fette, üppige Mahlzeiten
  • Übergewicht
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Bewegungsmangel

Die Behandlung von Typ-2-Diabetes umfasst daher im ersten Schritt immer auch eine Anpassung des Lebensstils mit viele Bewegung, Gewichtsreduktion und gesunde Ernährung. In manchen Fällen können diese Maßnahmen bereits ausreichen, um den Blutzuckerspiegel wieder in den Griff zu bekommen. Gegebenenfalls sind aber auch medikamentöse Therapieoptionen (zum Beispiel Tabletten oder Insulin) zur Behandlung von Typ 2 Diabetes notwendig.

Zehn Tipps, um Diabetes vorzubeugen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 09. September 2014
Quellen: Andreae, Susanne / Berg, Melanie (2008): Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Georg Thieme Verlag. Bopp, Annette (2007): Diabetes. Früh erkennen. Richtig behandeln. Besser leben. Stiftung Warentest. Dr. Hofbeck, M., Illig, U.; Klähn, R.: Brockhaus Gesundheit. Güterlsoh/ München, 2010 Münch, G.; Reitz, J.: Grundlagen der Krankheitslehre. Hamburg Riedl, Dr. Matthias (2006): 300 Fragen zum Diabetes. Der große GU Kompass. GU.

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