Burnout-Kolumne (7)

Berufe mit Burnout-Risiko

Polizisten, Lehrer, Krankenschwestern besonders gefährdet

Sie können mit fast jeder Arbeit im Burnout landen. Es gibt jedoch eine Reihe von Berufen, Branchen und Tätigkeiten, in denen Menschen besonders gefährdet sind.

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Burnout ist nicht nur eine Manager-Krankheit. Ein überdurchschnittliches Burnout-Risiko haben zum Beispiel Ärzte, Krankenschwestern und Pflegekräfte.
Getty Images/iStockphoto

In sozialen Berufen, als Polizist oder Soldat, bei unregelmäßigen Arbeitszeiten und unter hohem Leistungsdruck  ist das Burnout-Risiko hoch.

Soziale Berufe mit Burnout-Risiko

Helfen ist gut und tut gut, nur nicht grenzenlos. Der Psychologe Wolfgang Schmidbauer führte den Begriff des „Helfersyndroms“ ein und wies auf den Zusammenhang der seelischen Überlastung in Helferberufen hin. Das betrifft zum Beispiel Lehrer, Sozialarbeiter, Pfarrer oder Beschäftigte im Gesundheitsbereich und in der Pflege. Betroffene opfern sich ständig für andere auf, um ihr eigenes Selbstwertgefühl zu stärken. Sie bekommen durch ihr Tun das Gefühl gebraucht zu werden. Dabei ignorieren sie jedoch gern ihre eigenen Bedürfnisse. Selbst Ärzte, die es wissen müssten, sind oft taub und blind für die Signale, die der Körper sendet.

Frauen sind ebenfalls gefährdet für das „Helfersyndrom“: Sie managen Haus und Kinder und kümmern sich gleichzeitig um pflegebedürftige Familienmitglieder. Oft müssen sie zusätzlich noch mit anderer Arbeit Geld verdienen. So sind die Kräfte nicht selten dauerhaft im roten Bereich – und irgendwann ausgebrannt.

"Gefährliche" Berufe

Polizisten oder Soldaten sind im Beruf vermehrt traumatischen Erlebnissen und psychischen Extremen ausgesetzt. Auch wenn sie in ihrer Ausbildung auf solche Situationen vorbereitet werden: Der Tod eines Kollegen, der Umgang mit Opfern sexuellen Missbrauchs oder die Misshandlung und der Tod von Kindern geht an den Profis nicht spurlos vorüber. Wird solch ein Trauma psychologisch nicht aufgearbeitet, kann es den Körper dauerhaft belasten. Bis zum Burnout ist es von dort aus nicht weit.

Schichtarbeit

Unser Körper benötigt einen bestimmten Rhythmus und Phasen, in denen er sich regenerieren kann. Fehlt diese regelmäßige Erholung, kann das den Körper belasten. Menschen, die in Schichten arbeiten, Bereitschaftsdienste und Wochenendarbeit leisten müssen oder ganz einfach zu viel arbeiten ohne abzuschalten, sind ebenfalls gefährdet, einen Burnout zu erleiden.

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Existenzängste als Burnout-Auslöser

Die Angst, seine Arbeit zu verlieren und Sorgen um die finanzielle Existenz können Auslöser für einen Burnout sein. Ältere Angestellte belastet der ständige Konkurrenzkampf mit jüngeren Kollegen und mangelnde Wertschätzung ihrer eigenen beruflicher Erfahrung. Doch auch jüngere Menschen, die das Gefühl haben, nicht gut genug zu sein für den Job, sind Burnout-gefährdet.  Bei Berufsstartern zahlen befristete Jobs und nicht selten eine geringe Entlohnung zusätzlich auf das Burnout-Konto ein.

Burnout-Risiko durch Arbeit unter hohem Druck

Immer höher, immer weiter: Wer hohe Ansprüche und Ideale an sich und seinen Job stellt, unter extrem viel Druck arbeitet und Verantwortung trägt, ist Burnout-gefährdet. Mann nennt diese Form "Manager-Burnout", weil leitende Angestellte oft davon betroffen sind. Jedoch besteht in fast allen Branchen, Tätigkeiten und Hierarchie-Stufen ein Risiko.

Solche Menschen führen oft abstrakte Arbeiten aus, bei denen wenig Bezug zum tatsächlichen Ergebnis besteht. Leistung wird gefordert, doch Vorgesetzte erkennen Arbeitserfolge nicht an. Dadurch fällt das Gefühl weg, etwas geschafft zu haben. Betroffene wollen es trotzdem allen recht machen und streben nach Perfektionismus. So besteht der Alltag irgendwann nur noch aus Arbeit. Das Familien- und Sozialleben findet nicht mehr statt, Abschalten ist ein Fremdwort.

Für viele Betroffene ist es unglaublich schwer, sich aus dieser Spirale selbst zu befreien. Oft ist erst der totale Zusammenbruch ein Zeichen, sich professionell Hilfe zu holen, um den Burnout zu überwinden.

Nächstes Mal: So schützen Sie sich vor Burnout

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2015

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