Burnout-Kolumne (1)

Wie der tägliche Wahnsinn zum Burnout führt

Was in den Burnout treibt - und wie wir gegensteuern können

In Anbetracht der Hetze von einer Krise in die nächste wächst bei vielen Menschen Zukunftsangst und damit eine innere Unruhe. Bis zum Burnout ist es oft nur ein kleiner Schritt. In unserer neuen, wöchentlichen Kolumne beschreibt Experte Dr. Vinzenz Mansmann aus seiner täglichen Praxis was die besten Therapien sind, welche Symptome auf ein Burnout-Syndrom hinweisen und wie jeder einem Burnout vorbeugen kann.

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Das Gefühl der Hilflosigkeit löst bei vielen Fluchtinstinkte aus, so mancher geht erst recht zum Angriff über - und zum Burnout ist es dann oft nur noch ein kleiner Schritt.
© iStock.com/BananaStock RF

Unser Kopf – hier das sogenannte Reptiliengehirn - kennt darauf drei Reaktionsmuster: Flucht, Angriff oder Starre. Die meisten Menschen setzen angesichts des inneren Sturms und der Angst die Segel noch stärker in den Wind und versuchen so schnell wie möglich vor dem Gefühl der Hilflosigkeit zu fliehen oder erst recht anzugreifen. Letzteres bedeutet zugleich erneute Beschleunigung, was den ehrenhaften Manager erst recht in den totalen körperlichen und seelischen Erschöpfungszustand  treibt, heutzutage nur noch Burnout genannt.

Der perfektionistische Märtyrer fühlt sich fremdbestimmt und gehetzt, verliert die Freude an der Arbeit und fällt abends nach zwölf Stunden Arbeit nur noch erschöpft ins Bett in unruhigen Schlaf.

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Die maßlose Hetze an vielen Arbeitsplätzen, ob nur zur Leistungssteigerung oder um mehr Flexibilität zu erreichen und daneben mangelnde Anerkennung nähren bei Arbeitnehmern zusätzlich eine Versagensangst, die sie selbst krank in die Arbeit treibt. Pausen werden übergangen und mit Kaffee und Cola, Vitamin und Taurin (was in vielen Energydrinks enthalten ist) oder gar Ritalin wird das Gehirn gedopt – der ganz normale Wahnsinn?

Wo bleibt der Mensch?

Die eigene Wertschätzung geht dabei immer weiter unter und die körperlichen Beschwerden spiegeln die seelische Überbelastung wider. Nervöse Unruhe, Migräne, Rückenschmerzen ohne körperliche Belastung, Magengeschwüre, Blähungen durch stressbedingte Leberüberbelastung, Darmentzündungen, Herzprobleme, chronische Müdigkeit und Aufmerksamkeitsdefizite sind typische Symptome. Und der ideale Nährboden für ein Burnout-Syndrom.

Anstatt sich der eigenen Angst, emotionalen Konflikten und möglichen Sinnlosigkeit im Alltag zu stellen, begibt sich eine ganze Generation auf Ärztewallfahrt. Zweit- oder Drittmeinungen werden eingeholt und oft werden Psychopharmaka als Lösung empfohlen und verdrängen die Psychotherapie oder Sozialpädagogen an den Rand.

Burnout-Prävention: Mut zum kurzen Ausstieg

Eine Reihe altbewährter und moderner Methoden helfen aus der inneren Unruhe und körperlichen Erschöpfung wieder in die eigene Mitte zu finden und etwas gegen einen Burnout zu tun, bevor es beginnt.

  • Stufe 1: Fasten entschlackt nicht nur den Körper, sondern ist eine seit Jahrhunderten bewährte religiöse und spirituelle Tradition gegen Überlastung.
  • Stufe 2: Ein Urlaub mit Burnout-Prävention ist eine Kombination aus Sport, entschleunigenden Entspannungs- und Aufmerksamkeitstechniken wie Meditation, Qi Gong oder Yoga, Wellness und Einzel-Coaching-Gespräche über die eigenen Lebensziele und mögliche private und berufliche Veränderungen.
  • Stufe 3: Eine Burnout-Kur ab einer Woche sollte bei ernstzunehmenden körperlichen und seelischen Erschöpfungszuständen in Anspruch genommen werden. Billigangebote (von Hotels oder Pensionen) sind meist nur Zeitverschwendung, gefragt ist eine effektive, ganzheitliche, ärztlich geleitete Hilfe aus der Lebenskrise, die auf die persönlichen Bedürfnisse ausgerichtet ist.
  • Stufe 4: Hat Burnout zu einer anhaltenden Depression und Angststörung geführt, können nur noch Fachärzte für Psychosomatik und Psychotherapeuten professionell helfen. Besteht bereits Arbeitsunfähigkeit, so ist mit einem psychosomatischen Krankenhausaufenthalt von sechs bis acht Wochen zu rechnen.

Nächste Woche: Ist es Burnout - oder eine psychische Störung?

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