Chili in Pflastern, Salben und Kapseln

Capsaicin: Wie Schärfe Schmerzen lindert

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Capsaicin verleiht Chilis oder Pepperoni die typische Schärfe. Der natürliche Pflanzenstoff kann aber noch mehr: Viele schwören auf Capsaicin als Pflaster und Creme gegen Gelenk- und Muskelschmerzen, als Kapseln gegen Übergewicht und mehr. Was ist wirklich dran an der Wirkung von Capsaicin?

Frau hält Chilischote auf Rücken
Capsaicin aus Chilis fördert die Durchblutung und kann den Schmerz nehmen, weshalb Wärmepflaster und Schmerzsalben häufig den Wirkstoff enthalten.
© iStock.com/piskunov

Capsaicin ist der Wirkstoff in Chilis, der ihnen ihre Schärfe verleiht. Neben Chilis kommt er auch in Pfeffer, Paprika und Peperonis vor. Capsaicin ist ein natürliches Alkaloid, das sich in Öl, jedoch nicht in Wasser löst. Deshalb helfen, wenn man zu scharf gegessen hat, fetthaltige Lebensmittel wie Milch oder ein Stück Käse. Wasser dagegen löscht das Brennen in Mund und Rachen nicht. Capsaicin lässt sich für Medikamente auch synthetisch herstellen und ist dann in Kapseln, Tabletten, Salben, Cremes und Pflastern enthalten.

Im Überblick:

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Wirkung von Capsaicin

Capsaicin gehört zu den Wirkstoffen, die durchblutungsfördernd wirken. Es reizt Nerven in der Haut und Schleimhaut. Kommt die Haut mit Capsaicin in Kontakt, werden sogenannte Neurotransmitter ausgeschüttet. Diese sorgen für eine Erweiterung der Blutgefäße und verursachen ein brennendes Gefühl. Für den Körper bedeutet dies Stress, weshalb er Endorphine ausschüttet, die den Stoffwechsel anregen.

Anwendungsgebiete und Sicherheit von Capsaicin in Pflastern

Es gibt Medikamente mit Capsaicin zur äußerlichen Anwendung in Form von Salben, Cremes, Gels und Pflastern zur Schmerzlinderung und Durchblutungsförderung. Diese hat gleichzeitig eine wärmende Wirkung.

Anwendungsgebiete von Capsaicin sind:

  • Schmerzen durch Verspannungen, beispielsweise Rückenschmerzen

  • Sportverletzungen

  • Nervenschmerzen, beispielsweise bei Gürtelrose, Fibromyalgie oder diabetischer Neuropathie

  • periphere rheumatische Schmerzen

Der schmerzlindernde Effekt setzt langsam ein, wenn das Brennen nachlässt und die Schmerzbotenstoffe ausgeschöpft sind. Die Wirksamkeit von Capsaicin-Pflastern wurde in Studien für schmerzhafte Neuropathien wie beispielsweise diabetische Neuropathie nachgewiesen.

Dosierung von Pflastern und Cremes mit Capsaicin

Leicht dosierte Pflaster, Cremes, Salben und Gele mit Capsaicin sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und können nach Packungsbeilage angewendet werden. Capsaicin sollte jedoch niemals auf verletzte oder gereizte Haut und im Gesicht aufgetragen werden.

  • Verschreibungspflichtige Capsaicin-Pflaster: Sie sollten immer von einer*einem Arzt*Ärztin aufgebracht werden und bleiben 30 bis 60 Minuten auf der Haut. Vor der Anwendung kann eine leichte Betäubung mittels einer Creme erfolgen, um den Schmerz zu reduzieren, den hochdosiertes Capsaicin verursacht. Die Anwendung kann nach 90 Tagen wiederholt werden.

  • Capsaicin-Salbe: Bis zu dreimal täglich können 1-2 Zentimeter Salbe vorsichtig aufgetragen und verrieben werden. Die Behandlung kann bis zu drei Wochen erfolgen. Nach dem Auftragen müssen die Hände sehr gründlich gewaschen und Kontakt mit den Augen und Schleimhäuten vermieden werden.

Nebenwirkungen von Capsaicin

Vor allem bei der lokalen Anwendung von Capsaicin, also der Behandlung mit Pflaster, Gel, Salbe oder Creme kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Bei der Anwendung von hochdosierten Capsicin-Pflastern können außerdem weitere Nebenwirkungen auftreten, wie:

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten keine Capsaicin-Produkte anwenden. Auch in der Schwangerschaft sollten Produkte mit Capsaicin nur nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung verwendet werden, da unklar ist, inwiefern sie auf das ungeborene Kind übergehen.

Vorsicht beim Umgang mit Capsaicin

Capsaicin darf keinesfalls in Augen, Ohren oder an die Schleimhäute gelangen. Deshalb müssen nach dem Verwenden von Capsaicin-Produkten immer gründlich die Hände mit Seife und Wasser gewaschen werden. Beim Verarbeiten von Chilis oder Pepperonis sollten immer Küchenhandschuhe getragen und niemals die Augen, Nase oder andere Schleimhäute berührt werden. Dort könnten die an den Fingern haftenden Schärfemoleküle des Capsaicins zu Verätzungen führen. Capsaicin ist auch Hauptbestandteil von Pfefferspray, dessen Wirkung auf Augen und Schleimhäute äußerst unangenehm ist.

Kapseln und Tabletten mit Capsaicin

Capsaicin wirkt auch innerlich. In Studien werden immer mehr Effekte untersucht – gänzlich erforscht sind die Effekte von Capsaicin auf die Gesundheit bis jetzt noch nicht. Demnach wirkt die gesunde Schärfe bereits, wenn Sie öfter Pepperoni, Pfeffer und Chili essen. Noch intensiver soll die Wirkung von Capsaicin-Kapseln und -Tabletten sein, die zahlreich im Handel angeboten werden.


Folgende Eigenschaften werden von Capsaicin angenommen:

  • Es ist ein starkes Antioxidans und wirkt gegen Keime (antibakteriell) und Pilze (fungizid).

  • Bluthochdruck: entspannt die Blutgefäße und senkt den Blutdruck.

  • Blutfette: senkt den Cholesterinspiegel.

  • Diabetes mellitus: senkt den Blutzuckerspiegel.

  • Leber: schützt das Organ vor Toxinen.

  • Magen: bewahrt den Magen vor Schleimhautschäden.

  • Impotenz: verbessert die Erektionsfähigkeit.

  • Abnehmen: regt den Stoffwechsel an und fördert damit die Fettverbrennung.

Da die Wirkungen von Capsaicin noch nicht intensiv erforscht wurden und sich auch unerwünschte Reaktionen auf zu viel Capsaicin zeigen, wird von der Einnahme solcher Produkte auf eigene Faust abgeraten.

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