Brustbiopsie

Eine Brustbiopsie wird gemacht um Knoten und auffälliges Gewebe auf Krebszellen zu untersuchen. Alles zum Ablauf und verschiedenen Verfahren.

mammografie
Werden nach einer Mammografie verdächtige Knoten in der Brust gefunden, so kann mit der Entnahme von Gewebe festgestellt werden, ob Krebszellen vorhanden sind.
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Eine Brustbiopsie wird durchgeführt, wenn bildgebende Verfahren auffällige Befunde wie einen Knoten oder Mikroverkalkungen aufweisen und damit den Verdacht auf Brustkrebs erhärten. Bei einer Biopsie wird Gewebe aus dem verdächtigen Bereich der Brust entnommen und anschließend mikroskopisch auf Krebszellen untersucht.

Eine Brustbiopsie ist ein kleiner, wenig belastender Eingriff und die einzige sichere Methode, um zwischen gut- oder bösartigen Gewebeveränderungen unterscheiden zu können.

Brustbiopsie immer erst nach bildgebenden Verfahren

Vorausgehende Untersuchungen einer Biopsie sind bildgebende Diagnoseverfahren wie Ultraschall, Mammographie oder Magnetresonanz-Tomographie.

Auffälligkeiten, die beim Abtasten, in Mammographie-Aufnahmen oder im Ultraschall entdeckt werden, müssen durch eine Brustbiopsie abgeklärt werden. Eine sichere Diagnose lässt sich erst nach einer Gewebeentnahme stellen, da die Ursachen der Veränderung erst unter dem Mikroskop zu erkennen sind. Aufgrund des minimalen Eingriffs wird die Untersuchung meistens ambulant durchgeführt. Für die Gewebeentnahme aus der Brust stehen vier Untersuchungsverfahren zur Verfügung.

Ablauf: Verschiedene Methoden der Brustbiopsie

Wird eine Biopsie indiziert, muss vor dem nächsten Untersuchungsschritt eine Blutprobe entnommen werden. Diese gibt Auskunft über den allgemeinen Gesundheitszustand sowie über die Gerinnungseigenschaften des Bluts. Das ist vor allem wichtig, falls es beim Eingriff zu einer stärkeren Blutung kommen sollte. Eine Biopsie wird meistens unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Bei aufwendigen Biopsien wird eine Kurznarkose eingeleitet.

Für die Brustbiopsie stehen mehrere Verfahren zur Verfügung. Zu den Standards gehören die Stanz-, Vakuum- und Exzisionsbiopsie. Eine weitere Methode ist die Feinnadelbiopsie. Diese werden entweder ungezielt oder gezielt unter Röntgen- oder Ultraschallkontrolle durchgeführt.

Eine Feinnadelbiopsie wird vor allem bei tastbaren Veränderungen durchgeführt. Mit einer Hohlnadel wird die Läsion punktiert und kleine Gewebeteile oder Zellen werden mit einer Kanüle angesaugt. Nach Herausziehen der Hohlnadel befindet sich im Inneren eine Zellprobe, die mikroskopisch untersucht werden kann.

Wenn einzelne Zellen für eine Diagnose nicht ausreichen, wird eine Stanzbiopsie an der Brust vorgenommen. Unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle wird die genaue Position bestimmt und über einen kleinen Hautschnitt die Hohlnadel an die betroffene Stelle geführt. Mit hoher Geschwindigkeit werden mehrere Gewebezylinder herausgestanzt. Darüber erhält man eine genaue Auskunft über den Aufbau des Zellverbands im veränderten Gewebe.

Die Vakuumbiopsie ermöglicht eine Entfernung von Herden bis zu einem Zentimeter Durchmesser. Auch bei der Vakuumbiopsie wird die Nadel über einen kleinen Hautschnitt in das betroffene Areal geführt. Im Inneren der Hohlnadel befindet sich ein drehendes Messer. Durch Unterdruck wird das Gewebe angesaugt und vom Messer abgeschnitten.

Offene Brustbiopsie unter Narkose

Die Exzisionsbiopsie wird auch als offene Biopsie bezeichnet. Sie wird durchgeführt, wenn größere Mengen an Gewebe für die Diagnose notwendig sind. Auffällige Veränderungen des Brustgewebes, die leicht zugänglich sind, werden sofort entfernt. Für die Exzisionsbiopsie ist eine Kurznarkose notwendig.

Mit der Gewebeprobe soll in erster Linie festgestellt werden, ob es sich um eine gut- oder bösartige Veränderung handelt. Werden Tumorzellen gefunden, wird der Grad der Reifung (Grading) festgestellt, das heißt wie weit die Veränderung des Tumorgewebes im Vergleich zum gesunden Gewebe, fortgeschritten ist. Durch das Grading kann eine gezielte Therapiewahl getroffen und der Erfolg der Behandlung abgeschätzt werden. Vier bis fünf Tage muss im Schnitt auf das Ergebnis der Untersuchung gewartet werden. Brustbiopsie

Wann eine Brustbiopsie notwendig ist

Wird eine Biopsie vorgeschlagen, bedeutet das nicht automatisch, dass eine bösartige Tumorerkrankung besteht. Allerdings müssen Auffälligkeiten, die beim Abtasten, in einer Mammographie-Aufnahme oder beim Ultraschall entdeckt werden, mit einer Biopsie untersucht werden. Denn eine genaue Diagnose lässt sich meistens erst durch eine Gewebeprobe stellen. Da die Biopsie eine Gewebeentnahme über einen minimalen Eingriff ermöglicht, können dadurch größere operative Eingriffe verhindert werden.

Auffälligkeiten, die eine Biopsie notwendig machen:

  •     Knoten in der Brust
  •     mammographischer Nachweis unklarer Verkalkungen oder Herdbefunde
  •     Auffälligkeiten bei Ultraschall, Magnetresonanz-Tomographie oder Galaktographie
  •     Veränderungen an den Lymphknoten
  •     Verdacht auf ein Rezidiv

Manchmal bleiben Narben

Eine Biopsie ist je nach Verfahren ein relativ kleiner Eingriff ohne große Belastung. Kurzzeitig können Blutungen auftreten, weswegen die Blutgerinnungsuntersuchung vor einer Biopsie wichtig ist. Nach einer Exzisionsbiopsie kann es unter Umständen Probleme mit der Operationsnarbe geben. Vor allem inneres vernarbtes Gewebe kann bei Nachuntersuchungen in Röntgenaufnahmen Unklarheiten hervorrufen.

Diagnoseverfahren ohne Alternativen

Die Biopsie ist die einzige Möglichkeit, einen Verdacht auf Brustkrebs mit hoher diagnostischer Sicherheit zu untersuchen. Eine Biopsie ist allerdings nie der erste Schritt in der Diagnosekette, sondern wird diurchgeführt, wenn Befunde anderer Untersuchungsmethoden dies nötig machen.

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Letzte Aktualisierung:22. Juni 2012
Letzte Änderung durch: es

Quellen: Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: http://www.krebsinformationsdienst.de/ (Stand: Januar 2016) Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Interdisziplinäre S3-Leitlinie für Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (Stand: Juni 2012) Kreienberg, R., Volm, T., Möbus, V., Alt, D.: Management des Mammakarzinoms, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, 2002 Walter de Gruyter (Hrsg.): Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter, Berlin 2007

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