Hautkrankheiten

Neurodermitis: Was hilft gegen das atopische Ekzem?

Atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis

Nässende Hautentzündungen, rote Flecken, unerträglicher Juckreiz, der den Patienten oder die Angehörigen auch in der Nacht auf Trab hält – Neurodermitis hat zahlreiche Auswirkungen und belastet die betroffenen Familien in der Regel stark. Die chronisch entzündliche Hauterkrankung, in der Fachsprache atopische Dermatitis genannt, tritt schubweise auf und beginnt häufig bereits im Kindesalter. Zu den Auslösern zählen genetischen Faktoren, aber auch Umwelteinflüsse und psychische Faktoren.

ekzem am babyarm
Neurodermitis tritt häufig bereits im Kindesalter auf.
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Neurodermitis (atopisches Ekzem) ist eine chronische Erkrankung mit Hauttrockenheit sowie einer Neigung zu Ekzemen (Entzündungen der Oberhaut) und Juckreiz. Anstelle von Neurodermitis wird in der modernen Dermatologie bevorzugt von der atopischen Dermatitis oder vom atopischen Ekzem gesprochen. Denn der Begriff "Neurodermitis" wurde Ende des 19. Jahrhunderts geprägt, als irrtümlich ein Zusammenhang zwischen den Hautveränderungen und einer Entzündung von Nerven angenommen wurde (neuron = Nerv, Dermatitis = Hautentzündung).

Unter einer Dermatitis oder einem Ekzem versteht man allgemein eine Entzündung der Haut, ganz unabhängig von der Ursache. Der Begriff "Ekzem" betont zusätzlich die lange Bestandsdauer (Chronizität) der entzündlichen Hautveränderungen.

Neurodermitis: Die besten Tipps zur Pflege und mehr

 

Neurodermitis-Neigung ist erblich

Weil Neurodermitis im Wesentlichen auf einer erblichen Veranlagung beruht, können Ekzemschübe auch ohne erkennbare äußere Ursache, wie zum Beispiel eine Kontaktallergie, auftreten. Dies ist der Grund für die Bezeichnungen endogenes Ekzem oder atopisches Ekzem. Endogen bedeutet "von innen her kommend" (endo- = innen; -gen = herkommend). "Atopisch" bedeutet eigentlich "fehl am Platze" (a- = un-, fehl-; topos = Ort, Platz).

Die Bereitschaft (Disposition), ein atopisches Ekzem zu entwickeln, wird vererbt und geht häufig mit einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen und Bronchialasthma einher. Atopisches Ekzem, Heuschnupfen und Bronchialasthma werden daher auch als atopische Erkrankungen bezeichnet.

Neurodermitis-Symptome: Stadien und Anzeichen des atopischen Ekzems

Die Symptome einer Neurodermitis (atopisches ekzem) hängen ab vom Krankheitsstadium und reichen von entzündlichen Veränderungen der Haut bis hin zur Entstehung von Knötchen und Flechten.

Ein Ekzemherd der Neurodermitis beziehungsweise des atopischen Ekzems durchläuft drei Stadien. Beim Säugling kann der Milchschorf die Erstmanifestation der Hautkrankheit sein, auch an den Wangen und auf der behaarten Kopfhaut können Ekzemherde in diesem Alter vorkommen. Beim älteren Kind und auch Erwachsenen sind die typischen Stellen an den Beugeseiten der Extremitäten zu finden. Es gibt im Erwachsenenalter auch die sogenannten Minimalvarianten und das dyshidrosiforme Handekzem als Sonderform.

Stadien der Neurodermitis

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Die Krankheitszeichen bei Neurodermitis sind vielgestaltig und unter anderem vom Lebensalter abhängig. In der Entwicklung eines Ekzemherdes lassen sich ganz allgemein drei Stadien beobachten: die akute Entstehungsphase, die chronische Phase und als Endzustand eine Verdickung der Hornschicht mit einer Vergröberung der Hautoberfläche.

In der akuten Entstehungsphase eines Ekzems stehen entzündliche Veränderungen wie Rötung, Schwellung der Haut, Nässen und Krustenbildung durch Eintrocknen des Sekrets im Vordergrund. Wenn diese akute Entzündungsreaktion nicht rechtzeitig behandelt wird, zum Beispiel durch kurzfristige Anwendung eines schwach wirksamen Glukokortikoids (Kortisonpräparats) geht das Ekzem in der Regel in die chronische Phase über. In diesem Stadium können stark juckende rote Knötchen auftreten. Wenn entzündliche Herde an der Haut über längere Zeit (zum Beispiel einige Monate) bestehen, kann es zu einer Verdickung der Oberhaut aufgrund einer erhöhten Zellteilungsrate in der Basalzellschicht kommen. Insbesondere die Hornschicht ist verdickt und macht sich als weißliche Schuppung bemerkbar. Im Bereich eines chronischen Ekzems wirkt außerdem das Muster der Felder an der Hautoberfläche gröber. Diese Vergröberung des Hautreliefs in Kombination mit einer sichtbaren Verdickung der Oberhaut wird Lichenifikation (Flechtenbildung) genannt.

Bei besonders schwer betroffenen Kindern besteht unter Umständen die Gefahr einer seelischen Fehlentwicklung. Außerdem führt das Kratzen zu einer Schädigung der Hornschichtbarriere mit dem Eindringen von Bakterien in die Haut und der Folge einer verstärkten Entzündungsreaktion und noch intensiveren Juckreizes. Häufiges Kratzen sowie das Fehlen einer wirksamen Behandlung können die Abheilung der Entzündung behindern und dazu führen, dass die Entzündungsreaktion chronisch wird.

Das Aussehen der Neurodermitis

Die Lokalisation beziehungsweise das Aussehen der Ekzemherde hängt stark vom Alter des Betroffenen ab. Im Säuglings- und Kleinkindalter herrscht in der Regel eine leicht schuppende Rötung an den Wangen oder an der behaarten Kopfhaut vor, die sich zu einem nässenden Ekzem weiterentwickeln kann. Für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr sind gerötete, trockene, schuppende und juckende Ekzemherde an den Ellenbeugen und Kniekehlen typisch. Diese Körperstellen können auch im Erwachsenenalter betroffen sein.

Milchschorf als frühestes Zeichen

Beim Säugling trocknet die ausgetretene Gewebsflüssigkeit zu gelblich-bräunlichen Krusten an, die unter der Bezeichnung "Milchschorf" bekannt sind. In der Regel heilt der Milchschorf im Laufe des zweiten, spätestens des dritten Lebensjahres spontan ab. Manche Kinder, die im Säuglingsalter Milchschorf hatten, erkranken später an Ekzemen im Bereich von Ellenbeugen oder Kniekehlen (sogenanntes Beugenekzem), im Bereich der Beugeseiten der Handgelenke sowie am Hals. Andere Kinder haben lediglich eine trockene, empfindliche Haut, ohne an Ekzemen zu erkranken. Heute gilt es aber als gesichert, dass der Milchschorf die früheste Erscheinungsform der vielgestaltigen Erkrankung atopisches Ekzem ist.

Hautveränderungen bei Kindern und Erwachsenen

Für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr sind gerötete, trockene, schuppende und juckende Ekzemherde an den Ellenbeugen und Kniekehlen (sogenanntes Beugenekzem), an den Beugeseiten der Handgelenke sowie am Hals beziehungsweise Nacken typisch. Diese Körperstellen können unter Umständen auch im Erwachsenenalter betroffen sein.

Minimalvarianten

Bei Menschen mit einer atopischen Disposition können neben typischen Ekzemherden auch sogenannte Minimalvarianten der Neurodermitis (atopisches Ekzem) auftreten. Insbesondere im Erwachsenenalter können diese geringfügigen Hautveränderungen die einzigen Anzeichen der Erkrankung sein.

Bevorzugte Stellen sind:

  • Lippen – Bei Menschen mit atopischer Disposition besteht eine starke Neigung zur Austrocknung der Lippen. Insbesondere in der kalten Jahreszeit kann es, begünstigt durch Lecken der trockenen Lippen, zum sogenannten Leckekzem, einer Lippenentzündung (Cheilitis) kommen. Unter Umständen kommt Perlèche (Entzündung der Mundwinkel mit Rötung, Brennen und kleinen Hautrissen).

  • Im Falle einer Infektion wird örtlich mit Antibiotika behandelt, ansonsten mit Fettsalben, gegebenenfalls mit Zusatz eines Glukokortikoids zur Beschleunigung der Abheilung. Das Lecken der Lippen sollte vermieden werden; stattdessen sollte ein Lippenbalsam oder Vaseline aufgetragen werden.

  • Augenlider – Eine Rötung beziehungsweise ein Ekzem der Augenlider tritt insbesondere im Frühjahr oder Sommer auf, wenn die Gesichtshaut in Kontakt mit in der Luft fliegenden Pollen kommt. Feuchte Umschläge können die Beschwerden lindern.

  • Pityriasis alba – Unter Pityriasis alba (pityron = Kleie; alba = weiß) versteht man münzgroße helle Hautflecken mit feiner (kleieförmiger) Schuppung. Diese finden sich insbesondere bei Kindern im Gesicht oder an den Armen und besitzen keinen eigenen Krankheitswert. Wenn sie kosmetisch stören, kann eine Lösung der Schuppen mit Hilfe harnstoffhaltiger Salben versucht werden.

  • Rhagaden/ atopisches Hand- und Fußekzem – Schmerzhafte Hautrisse (Raghaden) am Ansatz des Ohrläppchens oder in den Fingerzwischenräumen werden ebenso mit einer Fettsalbe (gegebenenfalls unter Folie) behandelt wie Hautrisse an den Fingerkuppen und Zehen. Die Hautveränderungen (Rötung, Schuppung, Hautrisse) können auch auf Handflächen beziehungsweise Fingerrücken übergreifen und zur Entstehung eines atopischen Handekzems führen.

Hautausschlag: Welche Krankheit steckt dahinter?

Sonderformen der Neurodermitis

Eine besondere Variante der Neurodermitis (atopisches Ekzem) ist das dyshidrosiforme atopische Ekzem. Entgegen früherer Annahmen besteht allerdings kein Zusammenhang zwischen diesen Hautveränderungen und der Funktion der Schweißdrüsen (dys- = schlecht; hidrosis = Schwitzen).

Das dyshidrosiforme Ekzem ist gekennzeichnet durch viele kleine, oft nur stecknadelkopfgroße, stark juckende Bläschen mit klarem Inhalt an den Seitenflächen der Finger und/oder der Zehen, an Handflächen und/oder Fußsohlen.

So kann einem dyshidrosiformen Ekzem unter anderem eine Kontaktallergie (zum Beispiel gegenüber Nickel oder Duftstoffen) beziehungsweise eine Pilzerkrankung der Haut zugrunde liegen. Diese möglichen Ursachen lassen sich gegebenenfalls durch einen Allergietest mit einem Pflaster am Rücken (Epikutantest) oder durch Versuch der Anzüchtung von Pilzelementen aus Schuppenmaterial von der Haut ausschließen. Außerdem kann chronische Hautschädigung zum Beispiel durch alkalische Seifen oder Putzmittel das Auftreten eines dyshidrosiformen Ekzems begünstigen, insbesondere wenn der Betroffene Raucher ist.

Neurodermitis: Welche Ursachen stecken dahinter?

Neurodermitis ist keine Erbkrankheit, vererbt wird lediglich die Veranlagung (Disposition). Umweltfaktoren wie zum Beispiel die Ernährung, sowie seelische Belastungen beeinflussen den Verlauf der Erkrankung.

Bei Neurodermitis-Patienten besteht eine erhöhte Bereitschaft, Allergien zu entwickeln sowie eine geschwächte Abwehrlage an der Hautoberfläche gegenüber Bakterien und Viren. Als atopische Erkrankungen gelten neben Neurodermitis auch Heuschnupfen und Bronchialasthma.

Erbliche Veranlagung zu atopischen Ekzemen

Die Bereitschaft (Disposition), ein atopisches Ekzem zu entwickeln, wird vererbt und geht häufig mit einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Heuschnupfen und Bronchialasthma einher. Umweltfaktoren können den Verlauf des Ekzems beeinflussen.

Außerdem wird die Manifestation der Erkrankung, das heißt das Auftreten sichtbarer Hautveränderungen, durch bestimmte Umweltfaktoren begünstigt. Beispielsweise kann der Beginn der kalten Jahreszeit oder ein Infekt (durch Bakterien oder Viren verursacht) bei Menschen mit einer Disposition zu atopischen Erkrankungen ein bestehendes Ekzem verschlimmern oder erst zum Auftreten von Hauterscheinungen führen.

Auch die Ernährung spielt eine Rolle: So kann durch den Genuss von Zitrusfrüchten (Orangen, Zitronen und anderen) beziehungsweise von bestimmten Obstsäften die Haut gereizt werden. Dem liegt im Allgemeinen keine allergische Reaktion mit Freisetzung des Botenstoffes Histamin zugrunde, sondern eine unspezifische Reizung der Haut durch nicht näher bestimmte Inhaltsstoffe dieser Lebensmittel. Scharf gewürzte Speisen, Kaffee, Tee beziehungsweise Alkohol können über eine erhöhte Hautdurchblutung den Juckreiz bei atopischem Ekzem verstärken.

Feingewebliche Veränderungen

Die genauen Ursachen des atopischen Ekzems auf der Ebene von Zellen beziehungsweise Molekülen (chemischen Teilchen) sind nicht geklärt. Vermutlich wirken im Körper unterschiedliche Faktoren zusammen.

Abgeschwächte Abwehrmechanismen der Haut

Bei Menschen mit atopischer Veranlagung bestehen Besonderheiten bezüglich der Funktion des Immunsystems. Diejenigen Reaktionen des Abwehrsystems, die die Haut vor Infektionen durch Bakterien beziehungsweise Viren schützen, verlaufen bei Menschen mit atopischer Disposition im Allgemeinen abgeschwächt.

Es kommt hinzu, dass entzündliche Hautveränderungen, insbesondere wenn sie nässen und anschließend Krusten ausbilden, einen hervorragenden Nährboden für Bakterien abgeben. Eine erhöhte Dichte der Bakterien an der Hautoberfläche wiederum zieht eine neue Entzündungsreaktion mit der Folge intensiveren Juckreizes nach sich. Auch bei trockenen, schuppenden Ekzemherden ist aufgrund der Störung der Hornschichtbarriere die Gefahr einer bakteriellen Zweitinfektion gegeben. Kratzen an den juckenden Ekzemherden führt zu Verletzungen der Haut, die winzig klein, aber auch als teilweise blutige Kratzspuren deutlich sichtbar sein können. Solche Verletzungen begünstigen zusätzlich das Eindringen von Bakterien in die Haut und damit die Entzündungsreaktion im Sinne eines Ekzems. Wenn dieser Teufelskreis einmal in Gang kommt, kann es unter Umständen zu einer akuten Verschlechterung des Ekzems kommen.

Erhöhte Allergieneigung bei Neurodermitis

Im Gegensatz zu der relativen Abwehrschwäche an der Hautoberfläche (gegenüber Bakterien und Viren) steht die erhöhte Bereitschaft, auf den Kontakt mit einer eigentlich harmlosen Substanz mit einer Allergie zu reagieren.

Unter einer Allergie versteht man – im Gegensatz zur schützenden Abwehrreaktion gegenüber Krankheitserregern – eine krankmachende Reaktion des Abwehrsystems gegenüber an sich unschädlichen Stoffen wie zum Beispiel Katzenhaaren, Gräserpollen oder Stoffwechselprodukten der Hausstaubmilbe. Solche Stoffe, die häufig Allergien auslösen, werden Allergene genannt. Etwa 75 Prozent aller Patienten mit atopischem Ekzem zeigen beim Prick-Test positive Reaktionen auf unterschiedliche Allergene.

Auch wenn Menschen mit atopischem Ekzem eine erhöhte Neigung zu bestimmten Allergien und zu allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen beziehungsweise Bronchialasthma haben, ist das atopische Ekzem an sich keine allergische Erkrankung. Vielmehr kann der Kontakt mit einer Substanz, gegen die eine Allergie besteht (zum Beispiel Gräserpollen), unter Umständen einen Ekzemschub auslösen.

Verschlechterung bei seelischer Belastung

Häufig beobachten die Betroffenen eine sichtbare Verschlechterung ihres Hautzustandes bei Konflikten innerhalb der Familie sowie bei schulischem beziehungsweise beruflichem Stress. Auf welchem Wege genau die Psyche das Auftreten sichtbarer Hautveränderungen beeinflussen kann, ist nicht bekannt.

Seelische Belastung kann unter Umständen den subjektiv empfundenen Juckreiz verstärken oder auch die Aufmerksamkeit des Betroffenen verstärkt auf den vorhandenen Juckreiz lenken. Dies führt möglicherweise zu heftigem Kratzen mit zum Teil ausgeprägter Selbstverletzung. In den Blutkrusten können sich Bakterien vermehren und eine verstärkte Entzündungsreaktion hervorrufen.

Neurodermitis-Diagnose: Wie ein atopisches Ekzem festgestellt wird

Zur sicheren Diagnose einer Neurodermitis (atopisches Ekzem) müssen verschiedene Krankheitsmerkmale nachweisbarsein, wobei in diagnostische Kriterien erster und zweiter Ordnung unterschieden wird.

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Für ein atopisches Ekzem gibt es keinen spezifischen Marker, das heißt keine einzelne Veränderung im Hautbefund, bei der feingeweblichen Untersuchung oder bei der Blutuntersuchung, die für sich alleine das Vorliegen eines atopischen Ekzems beweisen würde. Daher kann die Erkrankung nur aufgrund eines Bündels von Merkmalen bei der körperlichen Untersuchung erkannt werden. Die Diagnose eines atopischen Ekzems kann nur gestellt werden, wenn mindestens drei diagnostische Kriterien erster Ordnung und gleichzeitig mindestens drei diagnostische Kriterien zweiter Ordnung erfüllt sind.

Diagnostische Kriterien erster Ordnung bei Neurodermitis

Diagnostische Kriterien erster Ordnung der Neurodermitis (atopisches Ekzem) sind:

  • Ekzeme an Stellen, die für das atopische Ekzem typisch sind (Ellenbeugen, Kniekehlen, Nacken, Hals und Gesicht)
  • starker Juckreiz, chronischer Verlauf (länger als sechs Monate) und wiederholte Rückfälligkeit der Erkrankung
  • die Erkrankung eines oder mehrer Menschen in der Familie an atopischem Ekzem, Heuschnupfen oder Bronchialasthma

Diagnostische Kriterien zweiter Ordnung

Diagnostische Kriterien zweiter Ordnung (sogenannte Atopie-Stigmata) sind bestimmte körperliche Auffälligkeiten, die bei Menschen mit atopischer Disposition statistisch häufiger vorkommen als in der Normalbevölkerung. Diese Merkmale sind nicht ursächlich durch ein atopisches Ekzem bedingt und können auch bei Hautgesunden vorkommen. Das Vorliegen oder Fehlen einzelner oder mehrerer atopischer Stigmata kann eine atopische Disposition weder beweisen noch ausschließen.

  • Menschen mit atopischer Disposition leiden häufiger als andere Personen an Juckreiz, wenn sie Wolle direkt auf der Haut tragen. Auch bei starkem Schwitzen kann Juckreiz auftreten.

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    Das Gesicht eines Menschen mit atopischer Disposition wirkt häufig blass; unter Umständen sind die Augen von dunklen Augenringen umgeben.

  • Insbesondere bei jüngeren Patienten kann eine doppelte Lidfalte am Unterlid bestehen. Diese Falte kommt bei etwa 60 Prozent aller Menschen mit atopischer Disposition, aber nur bei etwa 20 Prozent der Normalbevölkerung vor.

  • Zusätzlich kann der seitliche Anteil der Augenbrauen ausgedünnt wirken.

  • Aufgrund der Trockenheit kann die Haut einer Person mit atopischer Disposition faltig wirken.

  • Eine verstärkte Handlinienzeichnung an den Handflächen kann hinzukommen.

  • Mit der Neigung zur Verengung der Blutgefäße im Bereich der Haut hängt der sogenannte weiße Dermographismus zusammen. Dermographismus (derma = Haut, graphein = zeichnen) bedeutet wörtlich "Hautzeichnung". Festes Streichen auf der Haut mit der Spitze eines Gegenstandes (zum Beispiel einer Büroklammer) führt in der Regel zur Erweiterung der Blutgefäße und zu einer streifenförmigen Rötung der Haut. Diese rote Linie wird bei den meisten Menschen mit atopischer Disposition (aber auch bei manchen Hautgesunden) nach etwa 15 bis 60 Sekunden aufgrund einer Engstellung der Gefäße durch einen weißen Streifen ersetzt.

Neurodermitis-Behandlung: So sieht die Therapie aus

Menschen mit atopischer Disposition, das heißt mit einer veranlagungsbedingten Neigung, an Neurodermitis (atopisches Ekzem) zu erkranken, sollten ihre Haut gut pflegen und vor Austrocknung schützen. Dies kann mit der Benutzung von seifenfreien Hautreinigungsmitteln ebenso wie durch regelmäßiges Eincremen der Haut geschehen. Als Zusatz zu Salben und Cremes dient Harnsäure der Steigerung des Feuchtigkeitsgehalts der Haut, Gamma-Linolensäure soll Fettsubstanzen bereitstellen, die möglicherweise in die Fette der Hornschichtbarriere eingebaut werden.

Anstelle alkalischer Seifen sollten seifenfreie Hautreinigungsmittel mit einem pH-Wert von 5,5 verwendet werden, da diese nicht wie die alkalischen Seifen die Funktion der schützenden Hornschichtbarriere beeinträchtigen, sondern die Hornschichtbarriere sogar stabilisieren. Medizinische Ölbäder (in Apotheken erhältlich) haben einen rückfettenden Effekt. Nach jedem Duschen und darüber hinaus ein- bis zweimal täglich (je nach Hautzustand) sollte die Haut sorgfältig mit einer wirkstofffreien Salbe, Creme, Milch oder Lotion behandelt werden. Grundsätzlich stabilisieren besonders fette Grundlagen, das heißt Salben im engeren Sinne, die Hornschichtbarriere in besonderem Maße; allerdings kann der Fettfilm an der Hautoberfläche als unangenehm empfunden werden. Insbesondere im Gesichtsbereich und im Sommer sollten weniger fette Grundlagen (zum Beispiel Cremes) angewandt werden.

Harnstoffhaltige Pflegemittel tun trockener Haut gut

Der Zusatz von Harnstoff kann sich unter Umständen besonders günstig auswirken. Harnstoff wird beim Abbau von Eiweiß im menschlichen Körper gebildet und mit dem Urin ausgeschieden. Künstlich hergestellter Harnstoff wird rückfettenden Mitteln zur Hautpflege zugesetzt, weil hierdurch der Feuchtigkeitsgehalt der Hornschicht weiter gesteigert werden kann. Die Teilchen (Moleküle) der Substanz sind sehr klein, so dass sie gut in die Hornschicht eindringen. Dort binden die Harnstoffteilchen in hohem Maße Wasser, das heißt, der Wassergehalt der Hornschicht steigt, und die Haut fühlt sich glatt und geschmeidig an. Harnstoffhaltige Cremes und Lotionen sind sehr gut zur Pflege der trockenen Haut unter anderem bei Neigung zu atopischem Ekzem geeignet.

Bei akut entzündlichen Hautveränderungen sollten harnstoffhaltige Präparate allerdings nicht verwendet werden, weil Harnstoff unter Umständen die Haut reizen kann. Ein vorübergehendes leichtes Brennen beim Auftragen dieser Mittel auf unauffällige Haut kommt häufig vor und ist nicht weiter bedenklich.

Alternativ können Hautpflegemittel mit einem Zusatz von Gamma-Linolensäure verwendet werden. Diese Substanz ist im Öl der Samen der Nachtkerze, einer Blütenpflanze, enthalten. Daher ist möglicherweise auch die Einnahme von Nachtkerzensamenöl in Form von Kapseln vorbeugend wirksam. Allerdings wurde eine Wirksamkeit von äußerlich beziehungsweise innerlich angewandter Gamma-Linolensäure bei atopischem Ekzem noch nicht erwiesen. Auch ist nicht sicher, ob die Substanz tatsächlich in die Fettsubstanzen der Hornschichtbarriere (Barrierelipide) eingebaut wird.

Ganz allgemein sollte sich die Basispflege bei Menschen mit Neigung zu atopischem Ekzem jeweils am aktuellen Hautzustand orientieren; eine spezielle Empfehlung kann der Hautarzt geben.

Äußerliche Behandlung bei akuten nässenden Ekzemen

Bei nässenden akuten Ekzemen können feuchte Umschläge lindernd wirken. Entzündliche Hautveränderungen sollten im Allgemeinen frühzeitig mit einem schwach oder mittelstark wirksamen Glukokortikoid-Präparat behandelt werden, um der Entstehung chronischer Hautveränderungen entgegenzuwirken. Wichtig ist eine möglichst kurze Behandlungsdauer, um unerwünschten Wirkungen vorzubeugen.

Für feuchte Umschläge können Leitungswasser, eine 0,9-prozentige Kochsalzlösung, kalter schwarzer Tee oder eine Gerbstofflösung aus der Apotheke benutzt werden. Gerbstoffe, die im schwarzen Tee enthalten sind, sowie künstlich hergestellte Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und lindernd. Auch Extrakte aus Kamillenblüten können zur Linderung der Beschwerden beitragen, doch sollte ihr Einsatz insbesondere an entzündeter Haut vermieden werden.

Die Blüten von Kamille und anderen Korbblütlern (wie zum Beispiel Arnika oder Ringelblume) enthalten zahlreiche Substanzen, die unter Umständen Kontaktallergien auslösen können.

Neurodermitis: Diese Heilpflanzen lindern Juckreiz und Nässen

 

Zur Linderung des Juckreizes kann eine Creme mit dem Wirkstoff Thesit aufgetragen werden. Diese Substanz wirkt juckreizstillend, aber im Gegensatz zu Glukokortikoiden nicht antientzündlich. Mit nachteiligen Effekten ist bei dieser Substanz in der Regel nicht zu rechnen.

Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion auf dem Boden des Ekzems kann zusätzlich ein Antibiotikum beziehungsweise ein desinfizierender Wirkstoff äußerlich angewandt werden. In der Apotheke gibt es rezeptpflichtige fertige Cremes oder Salben, die sowohl ein Glukokortikoid als auch ein Antibiotikum oder eine desinfizierende Substanz enthalten.

Glukokortikoid-Präparate: Kortison-Cremes gegen Neurodermitis

Entzündliche Hautveränderungen sollten im Allgemeinen frühzeitig mit einem schwach oder mittelstark wirksamen Glukokortikoid-Präparat behandelt werden, um der Entstehung chronischer Hautveränderungen entgegenzuwirken. Nach Abklingen der Entzündungsreaktion sollte allmählich die Anwendungshäufigkeit des Glukokortikoid-Präparats reduziert und gleichzeitig die der wirkstofffreien Pflegecreme erhöht werden. Diese Vorgehensweise wird auch als Ausschleichen des Glukokortikoids bezeichnet. Plötzliches Absetzen des Glukokortikoids sollte insbesondere bei stärker wirksamen Präparaten vermieden werden, da dies das Wiederaufflammen der Entzündungsreaktion begünstigen kann.

Glukokortikoid-haltige Salben beziehungsweise Cremes sollten ganz allgemein nur kurzfristig eingesetzt werden, da die Haut bei regelmäßiger Anwendung über einige Wochen unter Umständen dünner werden kann.

Äußerliche Behandlung bei dyshidrosiformem Hand- und Fußekzem

Ein dyshidrosiformes Hand- und Fußekzem im Rahmen eines atopischen Ekzems sollte im Allgemeinen mit mittelstark wirksamen Glukokortikoiden behandelt werden.

Die Anwendung von feuchten Umschlägen mit gerbenden Zusätzen im Wechsel mit Salben kann die Behandlung unterstützen. Hautreizung durch Kälte oder Hitze sollte vermieden werden. Außerdem kommen sogenannte PUVA-Bäder der Hände beziehungsweise der Füße infrage. Bei dieser Therapieform werden die Hände beziehungsweise die Füße zunächst in ein Bad mit einem lichtsensibilisierenden Stoff gehalten und anschließend mit ultraviolettem (UV-A-) Licht bestrahlt. Hierzu werden Hände und/oder Füße in Schlitze spezieller Bestrahlungsgeräte gehalten, die die UV-Strahlung nicht an die übrige Haut gelangen lässt.

Innerliche Behandlung der Neurodermitis (atopisches Ekzem)

Durch innerliche Gabe von sogenannten Antihistaminika kann der Juckreiz bei atopischem Ekzem gelindert werden. Bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion der betroffenen Hautareale können Antibiotika notwendig sein.

Bei sehr schweren Ekzemschüben können insbesondere erwachsenen Patienten im Rahmen eines stationären Krankenhausaufenthalts unter Umständen Glukokortikoide innerlich verabreicht werden.

Klimaveränderungen können die Hauterscheinungen nur kurzfristig bessern; als wirksames Prinzip wird die Kombination aus ultravioletter (UV-) Strahlung der Sonne, insbesondere am Meer oder im Gebirge, allergenarmer Umgebung am Meer und im Hochgebirge und seelischer Entspannung betrachtet.

Weitere Tipps: Was Neurodermitiker noch tun können

  • Die Suche nach den Auslösern der Neurodermitisschübe ist meist langwierig und bleibt häufig sogar erfolglos. Außerdem gibt es Auslöser, mit denen der Kontakt nicht vermieden werden kann. Daher ist die beste Vorsorge eine sorgfältige Hautpflege. Diese verschafft der Haut eine glatte, geschmeidige Beschaffenheit und damit eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen.

  • Es gibt keine allgemeingültige Neurodermitisdiät. Deshalb sind übereilte und radikale Maßnahmen zur Umstellung der Ernährung mit Vorsicht zu betrachten. Lebensmittel sollten nur dann ausgelassen werden, wenn ein eindeutiger Zusammenhang zwischen deren Verzehr und dem Auftreten von Schüben erkennbar ist.

  • Übertriebene Hygiene fördert das Austrocknen der Haut. Daher gilt beim Duschen und Baden der Grundsatz: nicht zu oft, so kurz wie möglich und mit nur lauwarmem Wasser. Danach ist die Haut mit dem Handtuch trocken zu tupfen und nicht trocken zu rubbeln. Unverzichtbar ist Eincremen nach jeder Hautreinigung. In schubfreien Phasen wird die gesamte Haut mit einem Pflegeprodukt behandelt und während eines Schubes nur diejenigen Hautstellen, die nicht betroffen sind.

Für die Behandlung der Neurodermitis (atopisches Ekzem) gibt es keine Patentlösung, weder für die Medikamente noch für die Pflegeprodukte. Da jede Haut ihre eigenen Ansprüche hat, kann es eine gewisse Zeit dauern, bis die richtigen Mittel gefunden sind. Daher ist es wichtig, geduldig zu bleiben.

Neurodermitis: Kann man dem atopischen Ekzem vorbeugen?

Für Menschen mit Disposition für Neurodermitis (atopisches Ekzem) spielt regelmäßige Hautpflege als Vorbeugung eine wichtige Rolle. Außerdem sollten Allergie auslösende Stoffe oder Lebensmittel möglichst gemieden werden.

Menschen mit Neigung zu Neurodermitis (atopisches Ekzem) oder zu trockener Haut sollten auch bei Abwesenheit entzündlicher Veränderungen regelmäßig eine rückfettende Creme beziehungsweise Milch oder Lotion auftragen, um ein Austrocknen der Haut zu vermeiden.

Auch antibakterielle Kleidung und Bettzeug könnten Neurodermitis lindern. Dafür sorgen silberummantelte Mikrofasern. Die freigesetzten Silberionen reagieren mit dem Protein des Krankheitskeims und vernichten es. Durch diese ständige Eigensterilisation wird der quälende Juckreiz eingedämmt, die Haut kann in Ruhe und ohne Zusatzinfektionen abheilen.

Nebenwirkungen und Folgeschäden, wie sie bei der Behandlung mit kortisonhaltigen Präparaten auftreten können, sollen nach Angaben der Hersteller bei den antibakteriellen Textilien ausgeschlossen sein. Die Kleidung soll zudem helfen, die Dosen der medikamentösen Therapie zu verringern.

"Reizende" Lebensmittel meiden

Eine spezielle Diät gegen Neurodermitis gibt es nicht. Allerdings sollte der Verzehr von Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Zitrusfrüchten, die die Haut in unspezifischer Weise (das heißt ohne das Vorliegen einer Allergie) reizen könnten, sowie von stark gewürzten Speisen vermieden werden. Lebensmittel, gegen die nachgewiesenermaßen eine Allergie besteht (Nachweis zum Beispiel durch einen Hauttest am Unterarm oder durch Provokationstestung unter ärztlicher Aufsicht), sollten vom Speiseplan gestrichen werden.

Darüber hinaus kann der Entstehung einer Nahrungsmittelallergie beim Säugling durch die ausschließliche Ernährung mit Muttermilch in den ersten sechs Lebensmonaten wirksam vorgebeugt werden.

Sollte dies nicht möglich sein, empfiehlt sich der Gebrauch von hypoallergener, das heißt in ihrem Allergengehalt reduzierter, Säuglingsnahrung. Diese Vorsichtsmaßnahme ist bei allen Kindern zu empfehlen, die mindestens einen nahen Verwandten mit einer atopischen Erkrankung (atopischem Ekzem, Heuschnupfen oder Bronchialasthma) haben. Allerdings ist es bei entsprechender erblicher Veranlagung grundsätzlich nicht möglich, das Auftreten eines atopischen Ekzems zu verhindern.

Menschen mit atopischem Ekzem neigen zu Allergien insbesondere gegenüber Allergenen in der Luft, wie Pollen, Haaren und Hautschüppchen von Tieren sowie Allergenen der Hausstaubmilbe. Bei einer bestehenden Allergie kann Kontakt mit diesen Stoffen unter Umständen Heuschnupfen oder einen Asthmaanfall auslösen. Zusätzlich kann ein solcher Kontakt unter Umständen einen Ekzemschub auslösen.

Allergiebildung vorbeugen

Daher sollte, um von vorneherein der Entstehung einer Allergie vorzubeugen, besonders im Kindesalter der Kontakt mit den genannten Allergenen (soweit es möglich ist) gemieden werden. Dies kann durch Verzicht auf die Haltung eines Haustiers sowie durch eine geeignete Gestaltung des Wohnraums geschehen.

Der Gebrauch von Kosmetika mit Duftstoffen, Farbstoffen und Konservierungsmitteln kann einen Neurodermitisschub auslösen, daher sollen diese vermieden werden.

Auf das Rauchen sollte vollständig verzichtet werden, da durch Nikotin die Hautdurchblutung reduziert wird. Dieses Merkmal haben die meisten Menschen mit atopischer Disposition als Grundkonstitution und bei zusätzlichem Nikotingenuss würde sich die daraus resultierenden Probleme verstärken.

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Letzte Aktualisierung: 19. November 2015
Durch: sw

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