Hautpflege

Trockene Lippen: Ursachen und Pflege

Trockene Lippen können einem das Leben ganz schön schwer machen! Viele Menschen leiden vor allem im Winter unter spröden Lippen, die leicht einreißen und wehtun. Wie es zu trockenen Lippen kommt, welche Lippenpflege am besten hilft und wie einfache Hausmittel die Lippen wieder zart und weich zaubern.

Lippen
Trockene Lippen brauchen Pflege von innen und von außen. Das bedeutet: viel Trinken und viel Cremen.
© iStock.com/petrunjela

"Rote Lippen soll man küssen…", heißt es in einem alten Schlager. Kein Wunder, denn rote Lippen geben uns unbewusst das Signal: Diese Person ist gesund. Doch was tun, wenn die Lippen nicht glatt und rosig, sondern rissig und rau sind? Trockene, spröde Lippen sehen nicht nur wenig attraktiv aus, sie fühlen sich auch unangenehm an und können sogar richtig wehtun. Obendrein bieten aufgesprungene Lippen Krankheitserregern eine unerwünschte Eintrittspforte. Sie sind also keineswegs "nur ein Schönheitsproblem".

Fast alle Menschen leiden hin und wieder mal unter trockenen Lippen, vor allem im Winter. Das liegt daran, dass die Haut an unseren Lippen die zarteste und empfindlichste unseres Körpers ist und Umwelteinflüssen wie Wind und Kälte wenig entgegenzusetzen hat. An den Lippen haben wir kaum Talgdrüsen, dafür aber ganz besonders viele Sinneszellen. Das ist wichtig, damit wir Hartes, Spitzes und Unverdauliches bereits beim Reinbeissen erkennen. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass wir dadurch auch beim Küssen viel Spaß haben. Und damit das auch so bleibt, erfahren Sie im Folgenden alles über mögliche Ursachen von trockenen, aufgesprungen Lippen und was Sie tun können, damit Sie wieder zart und weich werden.

Das hilft gegen eingerissene Mundwinkel

Warum ist die Haut der Lippen so empfindlich?

Die Haut der Lippen ist drei- bis viermal dünner als die übrige Gesichtshaut. Sie hat keine Haare, die sie gegen Kälte schützen, keine Schweißdrüsen, die sie befeuchten und fasst keine Talgdrüsen, um sie geschmeidig zu halten. Auch das Hautpigment Melanin, das andernorts für Verhornung und Bräune sorgt, ist in der Lippenhaut kaum vorhanden. So können die Blutgefäße durchschimmern, was die Lippen einerseits rosarot erscheinen lässt, jedoch andererseits gegen schädliche UV-Strahlung wenig Schutz bietet. Das alles zusammen macht die Lippen so empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie Sonne, Kälte und Wind.

Häufige Ursachen für trockene Lippen

In den meisten Fällen sind es äußere Ursachen, die unseren Lippen zusetzen: Frost, UV-Strahlung, Reibung, Nässe. Oft schaden wir unseren Lippen auch durch unser eigenes Verhalten: Wenn man sich ständig über die Lippen leckt oder an ihnen knabbert – sei es aus Nervosität, Stress oder einfach, weil die Lippenhaut spannt – trocknen die Enzyme im Speichel die Haut zusätzlich aus und machen sie spröde. Schnell entstehen schmerzhafte kleine Wunden und Risse, die bei einfachen Mundbewegungen wie Lachen oder Essen bluten können. 

Wenig trinken macht Lippen spröde

Neben Kopfschmerzen sind trockene Lippen eines der deutlichsten Warnsignale unseres Körpers für einen Flüssigkeitsmangel. Wenn Sie häufig darunter leiden, sollten Sie in erster Linie überprüfen, ob Sie genug trinken. Über den Tag verteilt sollten es mindestens 1,5 Liter Flüssigkeitszufuhr sein, am besten in Form von Wasser, ungesüßtem Tee oder Fruchtschorle. Wer viel Sport macht oder sich im Winter den ganzen Tag in trockener, überheizter Luft aufhält, braucht mehr. Das gleiche gilt für heiße Tage: Auch bei Sonne und Wärme ist der Flüssigkeitsbedarf erhöht.

Manchmal steckt eine ernste Erkrankung dahinter

Manchmal können anhaltend trockene Lippen auch ein Warnzeichen für eine systemische Erkrankung oder einen Vitaminmangel sein – insbesondere, wenn sie mit schuppigen, blutigen Stellen einhergehen oder in Form von eingerissenen Mundwinkeln auftreten. Offene Wunden an der Haut sind immer ein mögliches Einlassportal für Keime. Viren wie Herpes simplex, Bakterien oder Pilze (Candida albicans) können sich in der angegriffenen Haut ansiedeln und zu Infektionen wie Soor führen. Ist die Lippenhaut trotz ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Pflege ständig rissig und rau, kann auch eine Stoffwechselstörung wie beispielsweise Diabetes dahinterstecken. Dauerhaft eingerissene Mundwinkel, sogenannte Mundwinkelrhagaden, können Zeichen für einen Vitamin B2- oder Eisenmangel sein.

Falls man trockene Lippen mit Rissen, Bläschen oder andere Hautveränderungen nicht in wenigen Wochen alleine in den Griff bekommt, ist ein Besuch beim Hausarzt oder Dermatologen ratsam.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

Die richtige Pflege bei trockenen Lippen

Gegen trockene Lippen hilft am besten: viel Trinken und Cremen! Immer wieder liest man, dass man die Lippen nicht permanent einbalsamieren sollte, da sie sonst den Eigenschutz verlieren. In der Tat kennen viele das Gefühl, vom Lippenbalsam regelrecht abhängig zu sein. Ohne die gewohnte Pflegeschicht fühlt sich die Haut trocken an, spannt und brennt. Daran ist jedoch nicht die Lippenpflege schuld und sie zerstört auch nicht den Eigenschutz, sondern man gewöhnt sich nur an das angenehm glatte Gefühl, das der Pflegestift auf den Lippen hinterlässt. Um vom Dauergebrauch des Lippenbalsams loszukommen, hilft am besten, ihn tagsüber wirklich nur bei Bedarf und nicht aus Gewohnheit zu verwenden und abends ein hochwertiges Pflegeprodukt aufzutragen.

An sehr kalten Tagen, bei starker Sonneneinstrahlung und immer dann, wenn die Lippen trocken sind, brennen oder spannen, brauchen sie zusätzliche Pflege. Im Winter darf diese Pflege sehr fetthaltig sein, bei starker UV-Strahlung ist vor allem ein hoher Lichtschutzfaktor wichtig.

Welcher Lippenpflegestift?

Lippenbalsam bleibt nicht nur auf unseren Lippen, da wir einen Teil davon auch verschlucken. Etwa 20 g Lippenpflege gelangt bei regelmäßiger Anwendung jährlich in unseren Magen – das sind vier Pflegestifte pro Jahr! Doch das ist kein Problem, denn unser Körper kann das locker verdauen, solange die enthaltenen Stoffe ungiftig sind. Bei der Wahl der Lippenpflegen sollten Sie deshalb sicherheitshalber einen kurzen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Die Basis von Pflegestiften ist immer Fett beziehungsweise gehärtetes Öl. Parafine, die auf der Basis von Mineralölen – also Erdöl – hergestell werden, enthalten giftige Schwermetalle. Achten Sie deshalb auf möglichst hochwertige und damit ungiftige Pflanzenöle als Grundstoff wie beispielsweise Kokosöl, Kakaobutter oder Sheabutter. Der richtige Pflegestift muss nicht teuer sein: Gute Testergebnisse haben immer wieder auch günstige Produkte aus dem Drogeriemarkt.

Salben bei spröden, entzündeten Lippen

Zur Hautpflege und Unterstützung der Heilung bei spröden, trockenen und aufgesprungen Lippen eignet sich der Wirkstoff Dexpanthenol, der in den meisten Wundheilsalben enthalten ist.

Zink wirkt entzündungshemmend, schützt die Haut und ist deshalb oft enthalten in Pflegestiften für extreme Temperaturen und sehr starke Sonneneinstrahlung, beispielsweise beim Wintersport.

Vaseline ist der Klassiker, den schon die Oma zur Lippenpflege empfohlen hat. Allerdings enthält Vaseline ausschließlich Fett und keine Feuchtigkeit. Das ist ideal zum Schutz vor Kälte im Winter, aber wenig pflegend bei einem Feuchtigkeitsmangel. Vaseline gibt es übrigens ebenfalls mineralölfrei als Bio-Vaseline im Drogeriemarkt oder Reformhaus.

Bei anhaltenden Wunden und Entzündungen, die nicht heilen wollen, kann der Hautarzt eine Kortisonsalbe verschreiben. Die hilft in schlimmen Fällen, den Kreislauf von trockenen, schuppenden und immer wieder erneut einreißenden Lippen zu durchbrechen. Man sollte Kortison aber immer nur kurzzeitig anwenden.

Hausmittel bei trockenen Lippen und Pflege aus der Natur

Bewährte Heilpflanzen, die in vielen Lippenpflegeprodukten und Heilsalben enthalten sind, sind Ringelblume (Calendula) und Arnica. Kamille wirkt ebenfalls entzündungshemmend, kann die Haut aber gleichzeitig austrocknen.

Aloe Vera spendet der Haut Feuchtigkeit und unterstützt die Heilungskräfte. Die Heilpflanze ist in vielen Pflegeprodukten enthalten und auch pur als Aloe Vera-Gel im Reformhaus erhältlich.

Honig tut spröden Lippen gut! Ein bewährtes und leckeres Hausmittel bei trockenen Lippen ist, einen Löffel Honig auf den Lippen zu verreiben. Den Honig zehn Minuten einwirken lassen und dabei nicht ablecken, da dies die Lippen noch mehr austrocknen würde. Das trocknet die Lippen wieder aus. Besser ist es, den Honig vorsichtig mit einem Tuch abzutupfen.

Honig hat viele heilende und pflegende Inhaltsstoffe und desinfiziert obendrein. Bei hartnäckig trockenen Lippen kann eine Honigmaske über Nacht Wunder wirken!

Bei rissigen, schmerzenden Lippen und auch bei leichtem Sonnenbrand auf den Lippen sollte man den Honig mit etwas Speisequark vermischen. Ebenfalls etwa zehn Minuten auf den Lippen lassen und anschließend vorsichtig abtupfen.

Homöopathie bei trockenen Lippen

Auch Homöopathie kann bei trockenen, rissigen Lippen hilfreich sein und die Heilung unterstützen. Folgende Mittel können zur Anwendung kommen:

  • Bryonia: bei trockenen, rissigen Lippen als Folge von Erkältung oder Grippe;

  • Condurabo: in Verbindung mit eingerissenen Mundwinkeln;

  • Natrium chloratum: bei allen Problemen im Mund- und Rachenraum, auch Zahnfleischentzündung und Lippenherpes;

  • Alumina: die "Tonerde" hilft bei trockener, rissiger Haut, die zu Ekzemen, Juckreiz und Schuppenbildung neigt.

Dosierung: dreimal täglich fünf Globuli in der Potenz C30. Bei anhaltend rissiger, schuppiger Haut sollten Sie mit einem erfahrenen Heilpraktiker sprechen.

Schüssler Salze und Schüssler Salbe für trockene Lippen

  • Schüssler Salz Nr. 8 (Natrium chloratum) bei trockenen Lippen mit Spannungsgefühl; erhöht den Feuchtigkeitsgehalt der Haut.

  • Schüssler Salz N. 1 (Calcium fluoratum) bei aufgesprungen, rissigen Lippen mit Borkenbildung.

  • Schüssler Salz Nr. 11 (Silicea) bei trockener Haut, die zu Faltenbildung neigt. Hilft auch gegen Oberlippenfältchen.

Anwendung: zwei bis drei Tabletten Schüssler Salze dreimal täglich auf der Zunge zergehen lassen oder Schüssler Salbe dreimal täglich auf die Lippen auftragen.

Trockenen Lippen vorbeugen mit täglichem Pflegeprogramm

Lippen, die zu Trockenheit neigen, brauchen regelmäßige Pflege. Das abendliche Eincremen mit einem guten Pflegeprodukt sollte bei trockenen Lippen zum täglichen Pflegeritual gehören. Ideal zur Vorsorge ist ein Lippenpeeling, das die Haut besonders gut durchblutet und für Nährstoffe und Pflegeprodukte aufnahmefähig macht. Ein solches aber bitte nur anwenden, wenn die Haut nicht rissig und entzündet ist.

Ganz einfach geht das Lippenpeeling mit einer weichen Zahnbürste: die feuchten Lippen leicht massieren und danach gut eincremen. Ein Peeling können Sie darüber hinaus auch einfach selber herstellen: Mischen Sie einen Teelöffel Sesamöl mit ein bis zwei Teelöffeln Zucker und etwas Honig. Alles sanft auf den Lippen verreiben und abspülen. Anschließend eine Lippenpflege auftragen.

Ein angenehmer Nebeneffekt des Lippenpeelings: Die Lippen werden nicht nur weich und glatt, sondern wirken wie aufgepolstert und leuchten schön rot. Wenn das keine Einladung zum Küssen ist!

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