Stress & Burnout
Arbeitssucht: Das neue Massenphänomen
Ohne ihre Anwesenheit im Büro läuft gar nichts. Sie reißen eine Überstunde nach der nächsten ab, nehmen die Arbeit mit nach Hause und Wochenenden kennen sie nur vom Hörensagen. Erfolgreiche Menschen sagen die einen, Workoholics die anderen. Doch wenn es ohne Arbeit gar nicht mehr geht, sprechen Experten mittlerweile von einem echten Suchtverhalten.
Eine Forschungsgruppe der Universität Bremen hält Arbeitssucht mittlerweile für ein gefährliches Massenproblem. Rund 25 Prozent der Manager und Freiberufler gelten als krankhaft arbeitssüchtig. Die Dunkelziffer ist hoch, denn hart arbeitende Menschen werden bewundert und kaum jemand nennt Erfolg eine Krankheit. Doch täglich stürzen sich zehntausende Bundesbürger maßlos und selbstzerstörerisch in den Beruf, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Professor Holger Heide. Dabei sind Männer genauso betroffen wie Frauen.
Natürlich gibt es auch Menschen, die einfach gerne viel arbeiten und darin eine gewisse Erfüllung sehen. Für den Workoholic aber ist Arbeit ein Abwehrmechanismus. Arbeitssüchtige stürzen sich in den Job, um Konflikten in der Partnerschaft aus dem Weg zu gehen und um das Gefühl der inneren Leere zu überwinden. Betroffen sind hauptsächlich Menschen, die sich im Leben vor allem durch Leistung Anerkennung verschafft haben. Doch Arbeitssüchtige empfinden bei ihrer Arbeit keine Genugtuung. Meist sind sie unfähig, mit sich selbst zufrieden zu sein, leiden unter einem perfektionistischen Leistungsethos. Freunde haben sie keine, Zeit für das Privatleben auch nicht. Wozu auch?
Wie bei allen Süchten ist auch hier der Weg heraus sehr steinig. Betroffene müssen sich erst einmal selbst eingestehen, dass sie arbeitssüchtig sind. Kommt die Einsicht nicht allein, führt häufig eine partnerschaftliche oder gesundheitliche Krise die Wende herbei. Doch soweit sollte es niemand kommen lassen. Erste Anlaufstelle können Selbsthilfegruppen, wie die Anonymen Arbeitssüchtigen in Karlsruhe, sein. (Kontakt: Kreuzstraße 13, 76133 Karlsruhe)










