Erkrankung in Mund und Rachen

Aphten: Das hilft gegen die schmerzhaften Bläschen

Aphten treten meist auf der Mundschleimhaut auf, können aber auch im Intimbereich wachsen. Die Bläschen tun höllisch weh und sehen manchmal wie Herpes aus. Welche Ursache hinter Aphten steckt und ob Hausmittel gegen die lästige Krankheit helfen: Wir haben die wichtigsten Infos.

Aphten
Aphte an der Innenseite der Unterlippe: Wenn die Aphte aufgeplatzt ist, bildet sich ein Krater und die Wunde heilt langsam ab. Aphten sind meist nicht gefährlich, aber sehr schmerzhaft.
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Zuerst die gute Nachricht: Aphten sind harmlos und heilen meist von selbst wieder ab. Die Schlechte ist jedoch, dass sie äußerst schmerzhaft sind und immer wieder auftreten können. Die linsenförmigen Bläschen sind eine sehr häufige Erkrankung der Schleimhaut. Sie treffen fast jeden mindestens einmal im Leben. Manche Menschen bekommen sogar immer wieder eine Aphte. Besonders betroffen sind davon Frauen.

Aphten: Die besten Hausmittel und Heilkräuter

Je nach Größe und Aussehen unterscheiden Mediziner verschiedene Formen von Aphten:

  • Minor-Aphten sind höchstens fünf Millimeter groß. Dabei handelt es sich um die mit 90 Prozent häufigste Form von Aphten. Sie bilden sich nur oberflächlich auf der Schleimhaut und heilen in der Regel problemlos wieder ab.

  • Major-Aphten sind wesentlich größer und können einen Durchmesser von drei Zentimetern erreichen. Sie wachsen tief in die Schleimhaut hinein und heilen nur langsam. Allerdings sind sie sehr selten.

  • Aphten, die Herpes ähneln (Herpetiforme Aphten): Diese Variante ist noch seltener als die Major-Aphte und tritt kaum einmal einzeln auf.

Symptome: So erkennen Sie Aphten

Zuerst bildet sich auf der Schleimhaut eine kleine, gelblich-weiße Blase mit rötlichem Rand, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Vor allem Zunge, Wangenschleimhaut und Zahnfleisch sind betroffen. Die Aphten schmerzen, brennen und stören beim Essen, Trinken, manchmal auch beim Sprechen.

Manchmal heilen die Bläschen einfach wieder ab, andere platzen auf. Es bildet sich ein Krater, der wiederum schmerzt und sich entzünden kann. Bis eine normale Aphte (Minor-Aphte) abgeheilt ist, können 14 Tage vergehen. Es bildet sich keine Narbe. Bei Major-Aphten dauert der Heilungsprozess wesentlich länger und es bleibt eine Narbe zurück.

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Herpetiforme Aphten erkennen Sie daran, dass sie nur stecknadelkopfklein sind und in großer Zahl auftreten. Sie schmerzen noch wesentlich stärker als andere Aphten.

Aphten: Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache für Aphten ist unbekannt. Fest steht jedoch, dass sie sich nur dann bilden, wenn die Schleimhaut etwas entzündet ist. Als Auslöser für Entzündungen der Schleimhaut und damit Risikofaktoren für Aphten gelten:

  • Mechanische Irritationen, also Druckstellen im Mund und an der Zunge, etwa durch schlecht sitzende Zahnspangen und Zahnschienen

  • Hormonschwankungen bei Frauen (Menstruation)

  • Stress oder andere seelische Belastungen

  • Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen, vor allem Eisen, Zink und Vitamin B12

  • Nahrungsmittelunverträglichkeit, etwa gegenüber Gluten

  • bestimmte Nahrungsmittel, die viel Säure oder Zucker enthalten

  • Immunschwäche, etwa nach einem Infekt

Zusätzlich spielt bei der Entstehung von Aphten die genetische Bereitschaft eine Rolle. Studien haben gezeigt, dass in manchen Familien die Mundbläschen besonders häufig auftreten.

Sind Aphten ansteckend und muss ich damit zum Arzt?

Wenngleich Wissenschaftler diskutieren, ob Aphten auch durch Viren ausgelöst werden können, gilt derzeit noch die Lehrmeinung, dass die Schleimhautläsionen nicht ansteckend sind. Das gleiche Besteck oder Glas benutzen sowie Küssen scheinen also keine Rolle zu spielen.

Auch herpetiforme Aphten gelten in der Regel als nicht ansteckend. Sie werden nicht durch Herpesviren hervorgerufen und sehen nur so ähnlich aus wie die bekannten Lippenbläschen. Trotzdem sollten Sie bei Aphten auf gute Hygiene achten, damit sich die beanspruchte Schleimhaut nicht zusätzlich entzündet.

Wer zum ersten Mal eine Aphte bekommt, sollte das vom Arzt abklären lassen. Denn immerhin kann das Plattenepithelkarzinom, eine Form von Hautkrebs, im Anfangsstadium ähnlich aussehen. Um das auszuschließen, ist es wichtig, eine ärztliche Diagnose stellen zu lassen. Der Zahnarzt oder der Hautarzt kann das meist per Sichtdiagnose und Mikroskop abklären. Auch wenn Aphten sehr großflächig sind, immer wieder auftreten oder mit Gliederschmerzen und Fieber einhergehen, ist ein Arztbesuch sinnvoll.

Ein Spezialfall der Hautkrankheit sind Aphten im Intimbereich. Aphten an Schamlippen, Scheide oder Penis sind zwar sehr, sehr selten, aber äußerst schmerzhaft. Auch das sollte der Arzt beurteilen und eine entsprechende Behandlung einleiten. Zusätzlich kann er abklären, ob eine Geschlechtskrankheit oder Hautkrebs die Symptome hervorruft.

Aphten richtig behandeln: Die besten Hausmittel und Heilpflanzen

Ob im Mund oder an den Genitalien: Handelt es sich tatsächlich um eine Aphte, wird der Arzt in schweren Fällen zu Kortison raten. Meist reichen aber folgende Maßnahmen für die Behandlung von Aphten im Mundbereich und der Intimregion:

  • Spülungen mit Gurgellösungen, die desinfizierend (antiseptisch) wirken

  • Lokal betäubende Salben, Gele und Sprays speziell für Schleimhäute und Mund

  • Achten Sie zusätzlich auf gute Mundhygiene. Reinigen Sie Ihre Zähne, auch in den Zahnzwischenräumen. Achten Sie jedoch darauf, bei den Säuberungsaktionen die Aphte nicht zu verletzen.

Weil Aphten so häufig und in den meisten Fällen harmlos sind, gibt es eine ganze Reihe von Hausmitteln. Dazu gehören:

  • Hochprozentiger Alkohol, etwa Rum: Tränken Sie ein Wattestäbchen mit Alkohol und bestreichen Sie damit die Aphte (bitte nicht bei Kindern anwenden).

  • Teebaumöl: Tupfen Sie mehrmals täglich, am besten nach dem Essen und Trinken, die Aphte mit einem in Teebaumöl getränkten Wattestäbchen ab. Allerdings sind manche Menschen allergisch gegen Teebaumöl.

  • Kamillenextrakt: Verwenden Sie zur äußeren Behandlung der Aphte Kamillenextrakt. Seine Wirkstoffe desinfizieren, unterstützen die Heilung und trocknen das Bläschen aus.

  • Myrrhentinktur: Das Harz der Commiphoren wirkt antibakteriell und lindert Entzündungen. Myrrhe wird deshalb häufig bei kleinen Hautverletzungen eingesetzt, etwa gegen Aphten.

  • Sieben Fakten zum Rhabarber: Die Wurzel von Rhabarber enthält Wirkstoffe, die sich gegen Entzündungen bewährt haben. Als Tinktur eignet sich Rhabarber deshalb zur Behandlung von Aphten. Seine Gerbstoffe ziehen die Bläschen zusammen und trocknen sie aus.

  • Aloe Vera: Bestreichen Sie die Aphte mit Aloe-Vera-Gel, das unterstützt den Heilungsprozess.

  • Calendula-Tinktur: Geben Sie ein paar Tropfen Ringelblumen-Extrakt in lauwarmes Wasser und spülen Sie damit mehrmals täglich Ihren Mund.

Wie Homöopathie gegen Aphten helfen kann

Viele schwören bei den schmerzhaften Mundbläschen auf sanfte Hilfe wie die Homöopathie. Dabei stehen je nach Symptomen und Ausprägung der Aphten verschiedene homöopathische Mittel zur Auswahl:

  • Borax C9 (Natriumtetraborat) bei allen Entzündungen im Mund, vor allem bei Aphten, die sich entzündet haben.

  • Mercurius corrosivus C7 (Quecksilberchlorid), wenn als weitere Symptome bei Aphten auch Mundgeruch und starker Speichelfluss auftreten.

  • Pulsatilla pratensis (Küchenschelle) bei Aphten und trockenem Mund.

  • Acidum sulfuricum C5 (Schwefelsäure), wenn die Aphte bei heißen Getränken weniger brennt.

Aphten: Die besten Hausmittel und Heilkräuter

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Letzte Aktualisierung: 01. Juni 2015

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