Laborwerte

Bilirubin

Bilirubin ist ein gelber Gallenfarbstoff, der sich auch im Stuhl findet. Bei einer Leber- oder Gallenerkrankung wird dieser Laborwert untersucht.

Bluttest
Bilirubin entsteht beim Abbau des roten Blutfarbstoffes in der Leber. Ist der Bilirubinwert erhöht, weist das auf eine Erkrankung des Entgiftungsorgans hin.
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Bilirubin ist der gelbe Gallenfarbstoff. Es entsteht beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Hb). Bilirubin wird in der Leber abgebaut und zum größten Teil über die Galle in den Darm abgegeben. Im Darm wird er zu einem weiteren Farbstoff, dem Sterkobilin umgewandelt und mit dem Stuhl ausgeschieden. Ein kleiner Teil des Bilirubins  wird in den Nieren verarbeitet und über den Urin ausgeschieden, von dem er auch die charakteristische Farbe bekommt.

Wann der Arzt den Bilirubinspiegel messen lässt

Wenn der Bilirubinstoffwechsel, also der Abbau und die Ausscheidung des Bilirubins, gestört ist, so steigt die Bilirubinkonzentration im Blut an. Haut und Augen können sich gelb färben. Der Arzt lässt die Bilirubinwerte deshalb oft zur Abklärung bei einer Gelbsucht (Ikterus) bestimmen um die genauen Ursachen zu diagnostizieren. Auch wenn andere Symptome auf  Erkrankungen an der Leber oder der Galle besteht, werden die Bilirubinwerte im Labor gemessen.

Wie wird der Bilirubinwert bestimmt?

Der Wert wird im Blutserum bestimmt. Er ist auch im Urin messbar.

Normalwert für Bilirubin

Der Normalwert des Gesamtbilirubins im Blutserum liegt unter 21 µmol/l (1,2 mg/dl).

Bei Neugeborenen ist ein erhöhter Bilirubinwert normal, oft kommt es bei ihnen zu einer Neugeborenen-Gelbsucht.

Bei ihnen funktioniert die Leber noch nicht vollständig - das Organ nimmt seine Arbeit erst nach und nach in den ersten lebenstagen auf.  Auch reichen bei Neugeborenen die Ausscheidungen noch nicht aus, um den gelben Gallenfarbstoff auszustoßen. Deshalb sind bei  Neugeborenen die Normalwerte abhängig vom jeweiligen Lebenstag.

Ursachen für einen erhöhte Bilirubinspiegel

Ist zu viel Bilirubin im Blut oder Urin, so nennen Mediziner das Hyperbilirubinämie.  Erhöhte Werte für Bilirubin können verschiedenen Ursachen haben. So steigt die Konzentration zum Beispiel bei Störungen und Erkrankungen der Leber wie Leberentzündung (Hepatitis), LeberzirrhoseFettleber (Steatosis hepatis), Leberkrebs an. Auch durch Medikamente, die in der Leber abgebaut werden, kann der Bilirubinwert erhöht sein. Ein erhöhter Wert kann zu einer Gelbsucht (Ikterus) führen. Aber auch Abflussbehinderungen in der Gallenblase, zum Beispiel durch Gallensteine oder Entzündungen der Gallenwege führen zu einer Erhöhung des Bilirubinwertes.

Erniedrige Werte für Bilirubin

Ein Wert, der unter dem Normalwert von Bilirubin liegt, hat keinen medizinischen Aussagewert.

Blutbild: Wichtige Werte und was sie bedeuten

Autor:
Letzte Aktualisierung: 09. Dezember 2015
Quellen: Dr. C. Schottdorf-Timm/Prof. Dr. V. Maier: GU-Kompass Laborwerte, Gräfe Unzer 2015; Internisten im Netz, Informationen zu Bilirubin, www.internisten-im-netz.de, abgerufen September 2015;

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