Schwangerschaft

HCG: Was das Schwangerschaftshormon bewirkt

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HCG ist ein Hormon, das normalerweise nur in der Schwangerschaft gebildet wird. Es lässt sich bereits in der zweiten Schwangerschaftswoche durch einen handelsüblichen Schwangerschaftstest im Urin nachweisen. Außerhalb der Schwangerschaft kann ein erhöhter HCG-Wert auf einen Tumor hinweisen.

Frau wartet auf Ergebnis des Schwangerschaftstests
© Getty Images/Adene Sanchez

Das Hormon HCG (humanes Choriongonadotropin) spielt in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Es ist in der Regel nur bei Schwangeren nachweisbar, weshalb es umgangssprachlich auch als Schwangerschaftshormon bezeichnet wird.

Artikelinhalte im Überblick:

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Was ist HCG?

HCG (auch: Beta-HCG) ist die Abkürzung für den medizinischen Fachausdruck humanes Choriongonadotropin. Es ist normalerweise nur bei Schwangeren nachweisbar. HCG gehört zu den Peptidhormonen und besteht aus zwei Untereinheiten: einer Alpha-Untereinheit und einer Beta-Untereinheit (Beta-HCG). Gängige Schwangerschaftstests reagieren auf das Beta-HCG im Urin. Genauso wie die Hormone Luteinisierends Hormon (LH), Follikelstimulierendes Hormon (FSH) und Prolaktin zählt HCG zur Gruppe der Gonadotropine.

Funktionen von HCG im Körper

Produziert wird HCG von der Plazenta (Mutterkuchen). Dieser entwickelt sich zu Beginn einer Schwangerschaft und tauscht zwischen Kind und Mutter wichtige Nährstoffe und Stoffwechselprodukte aus. Das humane Choriongonadotropin teilt dem Gehirn und den Eierstöcken mit, dass eine Schwangerschaft besteht. Das bewirkt, dass während der Schwangerschaft kein Eisprung mehr erfolgt und die Regelblutung ausbleibt. Gleichzeitig sendet das HCG eine Botschaft an den Gelbkörper, weiter Progesteron zu produzieren – dieses Hormon sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut während der Schwangerschaft erhalten bleibt.

HCG-Werte in der Schwangerschaft

Humanes Choriongonadotropin lässt sich bereits acht bis zehn Tage nach der Befruchtung im Urin und im Blut nachweisen. In den ersten Wochen der Schwangerschaft steigt der HCG-Spiegel stark und kontinuierlich an, in der Regel verdoppelt er sich dabei alle zwei bis drei Tage. In dieser Phase erreicht er im Durchschnitt einen Wert von 100.000 IE pro Liter (IE = Abkürzung für internationale Einheiten). Dieser starke Anstieg ist eine Hauptursache für die typische Morgenübelkeit in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen.

Zwischen der achten und elften Schwangerschaftswoche erreicht die HCG-Konzentration ihren Höchstwert, danach fällt sie stetig ab. Das humane Choriongonadotropin ist aber weiterhin nachweisbar: Erst 36 Stunden nach der Geburt lässt sich kein HCG mehr im Blut oder Urin finden.

Was bedeutet ein erniedrigter HCG-Wert?

Der HCG-Wert dient Fachleuten nicht nur, um eine Schwangerschaft festzustellen, sondern ermöglicht es auch, den Verlauf einer Schwangerschaft zu beobachten und etwaige Komplikationen auszuschließen. Steigt der HCG-Wert in den ersten Wochen einer Schwangerschaft nur sehr langsam an oder fällt sogar wieder ab, kann das ein Hinweis auf eine drohende Fehlgeburt, eine Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft (Extrauteringravidität) sein. Nach einer Fehlgeburt lässt sich das humane Choriongonadotropin noch durchschnittlich 19 Tage im Blut nachweisen, nach einem Schwangerschaftsabbruch noch durchschnittlich 30 Tage.

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Was bedeutet ein erhöhter HCG-Wert?

Grundsätzlich ist ein erhöhter HCG-Wert immer ein Hinweis auf eine Schwangerschaft. Ein außergewöhnlich hoher Anstieg wird oft dann gemessen, wenn sich im Mutterleib nicht nur ein neues Kind entwickelt, sondern zwei oder mehr Embryonen heranwachsen (Mehrlingsschwangerschaft). Auch bei Trisomie-21-Schwangerschaften zeigen sich höhere Werte an freiem Beta-HCG. In einigen Fällen kann eine Plazentawucherung der Grund für den starken HCG-Anstieg sein. Auslöser für eine Plazentawucherung ist zum Beispiel eine Blasenmole oder ein Chorionkarzinom. Auch Krebs im Hoden oder Eierstock können der Grund für einen erhöhten HCG-Wert sein.

HCG-Behandlung bei Unfruchtbarkeit

Choriongonadotropin stimuliert die Produktion von Sexualhormonen in Hoden und Eierstöcken und wird daher manchmal zur Behandlung von Fruchtbarkeitsstörungen eingesetzt. Bei Frauen kommt es im Rahmen von Fruchtbarkeitsbehandlungen zur Auslösung des Eisprungs zum Einsatz, bei Männern wird damit eine Unterfunktion der Hoden beispielsweise durch einen Hodenhochstand behandelt.

Fragliche HCG-Diät

Das Schwangerschaftshormon wird auch im Rahmen einer Diät eingesetzt. Dabei wird das HCG vor allem in die Körperstellen injiziert, an denen man besonders abnehmen will. Kombiniert mit einer radikalen Drosselung der Kalorienzufuhr (auf 500 kcal pro Tag) soll so eine drastische Gewichtsabnahme erreicht werden. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen raten Fachleute von der HCG-Diät ab, Studien zeigen zudem keinen Unterschied zwischen dem Effekt einer HCG-Diät und einer vergleichbaren Drosselung der Kalorienzufuhr ohne HCG-Gabe.

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