Mönchspfeffer, Wickel & Co.

Wechseljahre: Pflanzliche Hilfe bei Brustspannen

In den Wechseljahren werden die Monatsblutungen unregelmäßig, es kommt zu Brustspannen und Brustschmerzen oft vor der Periode. Mönchspfeffer, Quarkwickel und Massagen mit Lavendelöl können die Beschwerden lindern.

aeltere Frau mit Schmerzen
Mönchspfeffer und Lavendelöl helfen gegen schmerzhaftes Brustspannen.
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In den Wechseljahren führen die hormonellen Schwankungen dazu, dass der Zyklus unregelmäßig wird. Der Abstand zwischen den Monatsblutungen verlängert oder verkürzt sich, mal dauert die Periode nur wenige Tage, ein anderes Mal ist die Regel mit starken Blutungen und Schmerzen verbunden. Auch ein Ziehen oder Brustspannen, das viele Frauen aus den Tagen vor den Tagen als Symptom des prämenstruellen Syndroms (PMS) kennen, verschlimmert sich oft während der Wechseljahre so sehr, dass die Brüste sogar schmerzen (Mastodynie).

Solche Brustbeschwerden entstehen durch hormonelle Vorgänge im Körper, die dazu führen, dass die Zellen Wasser einlagern. Dabei spielen auch seelische Einflüsse eine Rolle, berichten die Gynäkologinnen Dr. Barbara Ehret und Dr. Mirjam Roepke-Buncsak: „Körperlicher und psychischer Stress wirken sich über das Gehirn ebenfalls auf den Hormonzyklus aus“ und kann dadurch Wassereinlagerungen und Brustspannen verstärken.

Mönchspfeffer bessert Schmerzen und Brustspannen

Ein bewährtes Mittel gegen einen unregelmäßigen Zyklus und Brustspannen ist Mönchspfeffer (Agnus castus), auch Keuschlamm genannt. In einer Studie der Universität Göttingen zu prämenstruellen Beschwerden brachte ein Agnus-castus-Extrakt deutliche Besserung. Vor allem Brustschmerzen verschwanden bei fast 70 Prozent der betroffenen Frauen. Wie Mönchspfeffer wirkt, erklärt Professor Wolfgang Wuttke von der Universitäts-Frauenklinik Göttingen: „Die Wirkstoffe dieser Pflanze beeinflussen die Freisetzung des Nerven-Botenstoffes Dopamin und normalisieren dadurch die Ausschüttung des Milch bildenden Hormons Prolaktin in der Hirnanhangdrüse. Das vermindert das lästige Spannungsgefühl in der Brust vor den Tagen.“

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Mönchspfeffer ist gut verträglich. Nur gelegentlich treten juckende Quaddeln auf, wenn jemand allergisch gegen Agnus castus ist. Wie bei anderen pflanzlichen Arzneimitteln auch dauert es einige Wochen, bis Mönchspfeffer seine volle Wirkung entfaltet.

Falls eine naturheilkundliche Behandlung das Brustspannen nicht bessert, ist möglicherweise eine Therapie mit hormonhaltigen Gels sinnvoll. Solche Mittel enthalten natürliches Progesteron. Sie werden auf die schmerzenden Brüste gestrichen.

Kühlende Wickel, wohltuende Massagen, entspannende Übungen

Gegen Brustspannen können auch Quarkwickel helfen. Sie wirken abschwellend, schmerzlindernd und kühlen angenehm. Dafür brauchen Sie Quark, zwei Tücher und ein Messer oder einen Spachtel. Der Quark sollte kühl sein, jedoch nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen. Um den Wickel zu machen, streichen Sie den Quark fingerdick auf ein Tuch und legen Sie dies dann mit der Quarkseite auf die Brust. Anschließend schlagen Sie ein zweites, trockenes Tuch oder eine Bandage darüber und lassen den Wickel wirken.

Um Spannungen und Schmerzen in der Brust zu lindern, eignen sich neben Massagen mit Lavendel-, Neroli- oder Rosenöl auch warme Lavendelumschläge. Dazu einfach einige Tropfen Lavendelöl auf ein Baumwolltuch geben. Dieses in Aluminiumfolie einschlagen und etwa zehn Minuten zwischen zwei heiße Wärmflaschen legen. Das Tuch danach einmal um die Brust wickeln und mit einem vorgewärmten Handtuch abdecken.

Hilfreich sind außerdem Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Meditation oder Yoga: Sie helfen, Brustspannen und -schmerzen als weniger relevant wahrzunehmen oder sogar zu ignorieren.

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