Gestaltung der Kaufläche

Zahnschiene zur Zahnkorrektur

Funktionstherapeutischen Maßnahmen werden in der Regel mit einer Schienentherapie begleitet oder ausschließlich durchgeführt. Je nach Gestaltung der Kaufläche können unterschiedlichste Wirkungen mit einer Aufbissschiene erzielt werden.

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Eine Schienentherapie kann bei verschiedenen Zahnproblemen auch ohne Operation oder Zahnersatz helfen.
(c) Jupiterimages

Eine Schienentherapie gehört heutzutage für viele zum Alltag. Zwischen Störungen beim Zahnreihenschluss und Kiefergelenkstörung (CMD) bestehen sehr häufig Zusammenhänge. Die Therapie wird vielfach mittels Zahnschienen oder Bissschienen durchgeführt und/oder unterstützt. Je nach Ausgangsbefund und Therapieziel kann mit der Gestaltung der Schiene Letzteres unterstützt werden.

Was Zahnschienen bewirken können

Durch Bissschienen als Schienentherapie werden bestehende Verhältnisse im Zahnreihenschluss verändert. Dies ermöglicht zunächst sowohl eine symptomatische, als auch eine Ausschlusstherapie. Der symptomatische Effekt bewirkt in der Anfangsphase eine erwünschte positive Beeinflussung der Schmerzen. Wird eine Schiene für die Ausschlussdiagnostik verwendet, kann sie bei negativem Ergebnis ebenso rasch und unproblematisch wieder abgesetzt werden.

Die CMD–Symptomatik setzt sich aus vielen kausalen Faktoren zusammen. Mit einer Bissschiene kann kostengünstig und ohne viel Aufwand eine erfolgreiche Neueinstellung bezüglich der Zähne, der Muskeln, der Gelenke und der Nerven gut simuliert werden. Das bietet sich an, bevor größere prothetische oder konservierende Rehabilitationen geplant sind. Bissschienen werden in drei Arten eingeteilt: Reflexschienen, Äquilibrierungsschienen und Positionierungsschienen.

Reflexschiene oder Entspannungsschiene

Die Reflexschiene findet ihre Anwendung bei Gelenkerkrankungen, ausgelöst durch Störungen im Zahnreihenschluss und/oder stressbedingte Parafunktionen. Mit ihr wird ein eingefahrenes Bewegungs- und Verhaltensmuster aufgebrochen. Dies geschieht über die Propriorezeptoren im Zahnhalteapparat. 

Des Weiteren bedingt die Erhöhung der Vertikaldimension eine Reduzierung der Muskelaktivität. Als Folge des Tragens einer Reflexschiene wird diese entweder als "Zahnersatz" abgeknirscht oder nicht abgestützte Zähne können elongieren und wiederum zu parafunktionellen Vorkontakten führen. Aus diesem Grund sollte die anfangs glatte Oberfläche nach wenigen Tagen adjustiert werden. Eine Reflexschiene ist nicht angezeigt bei gelenkbedingten Störungen.

Äquilibrierungsschienen mit adjustierter Okklusion

Diese Schiene, auch als Michiganschiene oder Zentrikschiene bekannt, wird im halbindividuellen Artikulator hergestellt. Der Unterkiefer wird mit einem Zentrikregistrat zugeordnet. Dabei soll ein gleichmäßiger und gleichzeitiger Kontakt aller Zähne im statischen Zahnreihenschluss erreicht werden. Im dynamischen Zahnreihenschluss ist eine Frontzahnführung mit Disklusion im Seitenzahnbereich einzuarbeiten.

Bei dieser Schienentherapie dient die Schiene der Harmonisierung im Zahnreihenschluss und kann neben den Indikationen der Reflexschiene, zusätzliche Anwendung bei Diskusverlagerungen (exkursive Kiefergelenksbewegungen) und/oder bei Ventralverlagerungen der Kondylen-Diskus-Einheit zur Fossa finden. Sie ist dagegen nicht angezeigt bei Diskusverlagerungen im statischen Zahnreihenschluss. Die Äquilibrierungsschiene wird regelmäßig nachgeschliffen. Bei erreichter fester Unterkieferposition kann eine Übernahme mit einem Registrat erfolgen und definitive Maßnahmen zum Erhalt der Position durchgeführt werden.

Kiefergelenksreposition durch Positionierungsschiene

Die Schiene dient hauptsächlich der Reposition im Bereich der Kiefergelenke. Dazu gehört die Stellungskorrektur der Kondylus-Diskus-Einheit. Ebenso können Belastungsänderungen bei Kiefergelenkskompression erreicht werden. Die Einstellung der Schiene kann mit einem Positionierungsregistrat, durch manuelle Registration oder instrumentelle Reposition erfolgen. Bei Herstellung der Schiene im Artikulator werden zum Dekompressionsausgleich die beiden Gelenke noch entlastet – das gesunde Gelenk etwas weniger als das betroffene. Um Gewebeschäden zu vermeiden, dürfen der Diskus und die bilaminäre Zone nicht unter zu starkem Druck stehen. Der Patient wird zunächst Schwierigkeiten haben, die fixierte Position zu erreichen. Nach etwa einer Woche der Schienentherapie nehmen die damit verbundenen Muskelbeschwerden wieder ab.

Durch zeitweiliges Herausnehmen und Einnahme von Analgetika kann die Übergangszeit für den Patienten leichter zu ertragen sein. Bei symptomatischem Erfolg wird die Schiene stückweise in eine Äquilibrierungsschiene überführt. Dabei bleibt die retrusive Verschlüsselung erhalten. Nach erfolgreicher Schienentherapie resultiert im Seitenzahnbereich eine funktionelle Nonokklusion. Die Seitenzähne passen nicht mehr aufeinander und es sind entweder kieferorthopädische oder prothetische, konservierende Maßnahmen zur Wiederherstellung eines schlüssigen Zahnreihenschlusses notwendig.

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