Kopfverletzungen, Nervenerkrankungen und Demenz

Helleborus niger: Homöopathische Hilfe bei Erkrankungen des Gehirns

Erkrankungen des Gehirns und des Zentralnervensystems, die infolge von Entzündungen, Sturz oder Degeneration auftreten, können – begleitend zu einer schulmedizinischen Behandlung – schonend mit dem homöopathischen Arzneimittel Helleborus niger behandelt werden.

Christrose (Helleborus)
Mit einem homöopathischen Arzneimittel aus der Christrose können Hrnhautentzündung, Gehirnerschütterung und Demenz unterstützend behandelt werden.
© iStock.com/fotogaby

Das homöopathische Arzneimittel Helleborus niger wird aus der Christrose gewonnen. Der Winterblüher mit den weißen bis grünen Blüten ist in den Alpen, Mittel- und Südeuropa beheimatet. Wegen der späten Blütezeit ist die Pflanze auch unter dem Namen Schneerose bekannt. Auch schwarzer Nieswurz ist eine gängige Bezeichnung, da die Wurzel der Helleborus niger schwarz ist und früher daraus auch Niespulver hergestellt wurde.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Helleborus niger: Homöopathie bei Gehirnerkrankungen

In der Homöopathie gilt die Christrose als besonders wirksames Heilmittel zur begleitenden Therapie bei Erkrankungen des Gehirns. Klassische Einsatzgebiete für Helleborus niger sind vor allem Hirnhautentzündung, Gehirnerschütterung, Gehirnentzündung, Demenz, Schlaganfall sowie Verletzungen und Operationen am Kopf und Gehirn. Aber auch psychische Erkrankungen wie Psychosen, Depressionen und Demenz zählen zu den zentralen Anwendungsbereichen.

Wichtig: Erkrankungen des Gehirns sind immer sehr schwere und ernstzunehmende Krankheiten, die lebensbedrohlich verlaufen können. Sie müssen deshalb in jedem Fall schuldmedizinisch abgeklärt werden. Homöopathische Arzneimittel können aber ergänzend zu schulmedizinischen Maßnahmen eingesetzt werden, um die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen und die schulmedizinische Therapie damit optimal zu unterstützen.

Homöopathie: 15 häufige Beschwerden und welche Arznei hilft!

Helleborus niger: Schonende Hilfe bei Nierenerkrankungen und Ödemen

Neben der Behandlung von Erkrankungen des Gehirns gilt Helleborus niger aber auch als wirkungsvolles homöopathisches Arzneimittel zur begleitenden Behandlung von Nierenerkrankungen. Insbesondere bei Wassereinlagerungen im Körper und wenn der Urin trotz starkem Harndrang nur sehr spärlich, oftmals nur tröpfchenweise, abgeht. Als typisch Symptom für die Behandlung mit Helleborus niger gilt dabei auch ein dunkles, kaffeesatzartiges Sediment im Urin, das aber nicht immer auftreten muss.

Helleborus niger: D6 und D12: Typische Potenzen und ihre Dosierung

Für die Selbstbehandlung mit Helleborus niger werden in erster Linie niedrig dosierte Potenzen von D6 und D12 empfohlen. Die Einnahme kann dabei in Form von homöopathischen Tabletten, Tropfen oder auch Globuli erfolgen.

Erwachsene nehmen hiervon drei Mal täglich entweder fünf Globuli beziehungsweise fünf Tropfen oder eine Tablette.

Kinder bekommen jeweils drei Globuli, drei Tropfen in Wasser gelöst oder eine halbe Tablette.

Für Kleinkinder und Säuglinge sind die winzigen, süß schmeckenden Globuli auf Basis von Milchzucker gut geeignet. Hiervon nehmen Kleinkinder jeweils zwei Kügelchen. Säuglinge bekommen je einen Globulus in die Backentasche geschoben. Es können aber grundsätzlich auch entsprechend viele Tropfen der homöopathischen Lösung beziehungsweise Tablette in Wasser gelöst verabreicht werden.

Bessern sich die Beschwerden, darf die Anzahl der Gaben auf zwei beziehungsweise einmal täglich reduziert werden. Sobald die Symptome verschwunden sind, sollte die Behandlung eingestellt werden.

Mitunter ist auch die Gabe von höheren Potenzen wie C 30 oder noch höher sinnvoll. Bei der Behandlung mit Hochpotenzen sollte allerdings im Vorfeld immer ein erfahrener Homöopath um Rat gefragt werden.

Wichtig: Aufgrund der hohen Wirkstoffkonzentration ist Helleborus niger als Urtinktur verschreibungspflichtig.

Leitsymptome für die Anwendung von Helleborus niger

Um herauszufinden welches Arzneimittel bei welchem Krankheitsbild am besten hilft, sind in der Homöopathie immer die spezifischen Leitsymptome – also die beim Patienten beobachteten Hauptbeschwerden – ausschlaggebend. Für jedes Arzneimittel ist eine eigene Auswahl an Leitsymptomen besonders typisch. Als ganzheitlich orientierte Heilkunde werden dabei nicht nur die körperlichen, sondern auch die psychischen Symptome beachtet. Je mehr und ausgeprägter die Leitsymptome eines homöopathischen Arzneimittels beim Patienten beobachtet werden, umso passender ist das gewählte Mittel.

Folgende Leitsymptome sprechen für die Behandlung mit Helleborus niger:

  • Abstumpfung der geistigen Fähigkeiten
  • Apathie
  • Schwächezustände
  • Kreislaufzusammenbruch
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Hirnhautentzündung
  • Gehirnerschütterung
  • Unwillkürliche Zuckungen
  • In Falten gelegte Stirn
  • Kopf fühlt sich schwer und dumpf an
  • Heftiger brennender und in Wellen kommender Schmerz
  • Schwaches Gedächtnis
  • Nierenentzündung
  • Depressionen
  • Unstillbarer Durst
  • Muskelschwäche
  • Trockene Haut und Schleimhäute
  • Bildung von Ödemen und Wasseransammlungen im ganzen Körper
  • Starker Harndrang, aber nur tröpfchenweise Harnabgabe
  • Kaffeesatzähnliches Sediment im Urin

Ähnlich wirkende Mittel

Für jedes geprüfte homöopathische Arzneimittel existiert ein Arzneimittelbild, das mit den Symptomen, die beim Patienten beobachtet werden, abgeglichen werden muss. Um das jeweils am besten passende homöopathische Medikament zu finden, ist es deshalb wichtig, auch die Medikamente zu kennen, die ähnliche Arzneibilder aufweisen. Im Fall von Helleborus niger sind das folgende homöopathische Arzneimittel:

  • Apis mellifica: Die Honigbiene gilt ebenfalls als wichtiges homöopathisches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung bei Entzündungen der Hirnhäute oder der Nieren. Berührungen werden auch hier komplett abgelehnt. Allerdings verspüren Apis-Patienten im Gegensatz zu Helleborus niger kaum Durst. Kälte bringt eine Verbesserung der Beschwerden, während Helleborus-Patienten bei Kälte eher eine Verschlechterung empfinden.

  • Bryonia alba: Die weiße Zaunrübe wirkt vor allem auf die „inneren Häute“ des Körpers und wird deshalb auch bei Entzündungen der Hirnhäute angewendet. Zu den Leitsymptomen zählen auch hier starke stechende Schmerzen und Fieber, starker Durst und die Ablehnung von Berührungen. Anders als bei Helleborus niger werden Kälte und kalte Anwendungen als angenehm empfunden.

  • Lycopodium: Nierenprobleme mit Harnverhalten können auch mit dem homöopathischen Arzneimittel aus dem Keulenbärlapp behandelt werden. Insbesondere, wenn der Harn nur tröpfchenweise kommt und sich Sediment im Urin befindet, das an roten Sand erinnert, spricht das für eine Behandlung mit Lycopodium. Hauptwirkbereich dieses Polychrests sind aber Blähungen und Ängste.

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