Schwerhörigkeit: Tipps für Betroffene und Angehörige

Die Sprache ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel. Deshalb hat ein vermindertes Hörvermögen zahlreiche soziale, psychologische und physiologische Konsequenzen. Betroffene und ihre Angehörigen sollten in der neuen Lebenssituation Hilfe in Anspruch nehmen.

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Schwerhörige können im Gespräch auf die Mundbewegungen achten, die Gestik und die Mimik.
(c) Getty Images/iStockphoto

Schwerhörige haben das Gefühl, wie unter einer Käseglocke zu leben. Dadurch sind Sie oft verunsichert, fühlen sich deprimiert, überfordert, traurig oder ärgerlich. Die körperlichen und seelischen Belastungen können darüber hinaus zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, verspannter Muskulatur, Magenproblemen, Schlafstörungen und erhöhtem Blutdruck führen.

Je länger man einen Hörfehler unbehandelt lässt, desto mehr nehmen diese Probleme zu und verstärken sich gegenseitig. Ohne Behandlung werden sich Schwerhörige an viele Aspekte der Stille und auch der Isoliertheit gewöhnen. Mit einer Hörhilfe fällt es dann oft schwer, wieder mit der geräuschvollen Umwelt vertraut zu werden. Je eher Sie ärztliche Hilfe erhalten, umso schneller und besser werden Sie durch eine Behandlung wieder hören können.

Hörgeräte  anpassen lassen

Hörhilfen für Schwerhörige werden sehr individuell angepasst und es ist normal, dass der Hörgeräteakustiker in den ersten Wochen einiges nachbessern muss. Resignieren Sie also nicht, wenn nicht auf Anhieb alles zufriedenstellend funktioniert. Suchen Sie Ihren Hörgeräteakustiker in den ersten Wochen der Gewöhnung auf, bis Sie wirklich zufrieden sind.

Weitere Tipps zum Hören mit dem Hörgerät finden Sie hier.

Im Gespräch mit Mitmenschen

Es mag sein, dass Schwerhörige einige Hilfsmittel „erlernen“ müssen, um dem, was Ihre Mitmenschen Ihnen erzählen, besser folgen zu können.

Sie können auf die Mundbewegungen achten, die Gestik und die Mimik. Sie werden sich dadurch bei Gesprächen viel stärker konzentrieren müssen und rascher ermüden, als das früher der Fall war.

Lassen Sie Ihre Gesprächspartner wissen, worauf sie achten sollten, um Ihnen die Kommunikation zu erleichtern. Bitten Sie Ihren Partner, langsam und deutlich zu sprechen, aber nicht zu schreien und Ihnen das Gesicht zuzuwenden.

Scheuen Sie sich nicht, nachzufragen.

Im Alltag nicht zurückziehen

Schwerhörige sollten sich Ihrer neuen Situation und aktiv werden: Sie selbst können viel tun, um eine mögliche Isolation und das Gefühl des Ausgeschlossenseins zu verhindern. Nehmen Sie sich immer wieder neu vor, sich nicht zurück zu ziehen, auch wenn es Ihnen im ersten Moment vielleicht oft einfacher erscheint. Schließen Sie sich zum Beispiel einer Sportgruppe an, damit Sie gezwungen sind, regelmäßig unter Leute zu gehen. Suchen Sie den Kontakt und den Austausch mit anderen Schwerhörigen. Lassen Sie Ihre Mitmenschen spüren, dass Sie nicht nur an alltäglichem Austausch, sondern weiterhin an deren persönlichen Problemen interessiert sind.

Tipps für Angehörige von Schwerhörigen

Gegen das Gefühl der Isolation können Familie und Freunde viel dazu beitragen, dass Hörgeschädigte weiterhin aktiv am Alltagsleben teilnehmen können.

Durch den mangelnden Austausch fühlen Schwerhörige sich häufig isoliert und sind verletzbar. Da vieles, was in der Familie besprochen wird, einfach an ihnen vorbei geht, entsteht leicht der Eindruck, der Schwerhörige sei nicht mehr an den anderen interessiert. Wenn Sie ihn oder sie nicht aktiv in das soziale Leben miteinbeziehen, werden Sie mehr und mehr die Nähe verlieren.

Besonders Familienmitglieder können in vieler Hinsicht dazu beitragen, dem Betroffenen seine Behinderung so erträglich wie möglich zu machen. Wenn Sie bei Gesprächen folgende Regeln beachten, erleichtern Sie Ihrem Gesprächspartner das Zuhören:

  • Sprechen Sie langsam und deutlich.
  • Schreien Sie nicht.
  • Es gibt viele Hörprobleme, die nicht allein darauf beruhen, dass die Töne zu leise wahrgenommen werden. Oft können Schwerhörige auch hohe oder tiefe Töne weniger gut hören. Das führt dazu, dass die Sprache verzerrt wahrgenommen wird. Sie können dem Schwerhörigen in diesen Fällen das Verstehen nicht erleichtern, indem Sie lauter schreien.
  • Wenden Sie dem Schwerhörigen das Gesicht zu. Er kann so viele zusätzliche Signale deuten, die das Verstehen erleichtern.
  • Formulieren Sie kurze und klare Sätze.
  • Haben Sie Geduld und wiederholen Sie Unverstandenes.
  • Formulieren Sie besonders wichtige Mitteilungen schriftlich. Vergessen Sie nicht, dass ein schlechtes Gehör zahlreiche seelische Probleme nach sich zieht. Zeigen Sie einem betroffenen Familienmitglied deshalb bewusst Ihre Zuneigung. Kommunizieren Sie auch über nicht alltägliche Dinge, um die Nähe aufrecht zu erhalten, die der Betroffene dringend braucht, um dem Gefühl der Einsamkeit zu entgehen.

Vergessen Sie nicht, dass ein schlechtes Gehör zahlreiche seelische Probleme nach sich zieht. Zeigen Sie einem betroffenen Familienmitglied deshalb bewusst Ihre Zuneigung. Kommunizieren Sie auch über nicht alltägliche Dinge, um die Nähe aufrecht zu erhalten, die der Betroffene dringend braucht, um dem Gefühl der Einsamkeit zu entgehen.

Viele Verein,  und Verbände bieten Betroffene und Angehörigen Hilfe und Unterstützung an, vermitteln Kontakte zu Selbsthilfegruppen und Fachleuten. Kontakte können Sie im Internet beispielsweise über folgende Web-Adressen knüpfen:

Verbände

Institutionen

Kinder

Tinnitus

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Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2012
Durch: es

Übersicht: Schwerhörigkeit
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