Dosierung und Effekt des beliebten Hausmittels

Flohsamen und ihre Anwendung: Kleines Hausmittel, große Wirkung!

Die Samen des indischen Wegerichs sind für ihren positiven Einfluss auf unseren Darm bekannt. Ausschlaggebend für diese Wirkung sind die enthaltenen Ballast- und Schleimstoffe. Diese wirken appetitregulierend. Bei regelmäßiger, langfristiger Einnahme können Flohsamen die Blutwerte verbessern und das Abnehmen unterstützen.

flohsamen
Nomen est omen: Flohsamen verdanken ihren Namen dem flohartigen Aussehen.
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Der indische Flohsamen (Plantago ovata), auch indischer Wegerich genannt, ist ein Verwandter des bei uns heimischen Spitzwegerichs und gehört zur Familie der Wegerichgewächse. Da die Samen der Pflanze optisch an Flöhe erinnern, kam es zur Namensgebung des krautigen Gewächses.

Als Hausmittel werden die reifen und getrockneten ganzen Flohsamen verwendet. Zum Teil kommen auch nur die (pulverisierten) Flohsamenschalen zum Einsatz. Aktive Inhaltsstoffe der Flohsamen sind Ballast- und Schleimstoffe, die in Kombination mit Wasser aufquellen.

Diese Eigenschaft macht Flohsamen zu einem leichten Abführmittel, indem sie die Darmperistaltik (Darmbewegung) anregen. Außerdem zeigen Studien einen positiven Einfluss auf das metabolische Syndrom, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauferkrankungen.

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Anwendung und Dosierung von Flohsamenschalen

In der Regel ist die Wirkung von Flohsamenschalen, die es unter anderem zu Pulver gemahlen zu kaufen gibt, intensiver als die Wirkung der ganzen Samen, da Letztere oft unverändert wieder ausgeschieden werden. Auf längere Sicht empfiehlt es sich, Flohsamenschalen den Flohsamen vorzuziehen, da diese weniger Kalorien liefern. Zehn bis 30 Gramm Flohsamen können einmalig oder über den Tag verteilt eingenommen werden. Am besten weicht man die pulverisierten Samenschalen in Wasser ein oder mischt sie in Joghurts, Brot, Müsli oder sonstige Speisen.

Wichtig ist, bei der Einnahme von Flohsamen immer viel zu trinken. Das bedeutet pro Teelöffel mindestens ein bis zwei Gläser Wasser und über den Tag verteilt zusätzlich 1,5 Liter. Denn nur bei ausreichender Flüssigkeitsaufnahme können die Samen aufquellen und ohne schädlichen Nebeneffekt ihre Wirkung vollbringen.

Flohsamen und ihre Wirkung auf den Darm

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Flohsamen bestehen zu 65 Prozent aus unlöslichen Polysacchariden wie Cellulose, Hemicellulose und Lignin, die als Ballaststoffe die Verdauung anregen und somit Verstopfung und Darmträgheit entgegenwirken. Bereits bei einer Tagesdosis von 15 bis 30 Gramm Flohsamen empfanden die Probanden einer Studie der Universität München nach wenigen Tagen eine Verbesserung des Stuhlgangs.

Zudem weisen Flohsamenschalen eine sehr hohe Quellfähigkeit auf und ergeben zusammen mit Wasser eine gelartige Substanz. Diese Fähigkeit erweist sich bei Durchfallerkrankungen als nützlich, da die überschüssige Flüssigkeit von den Flohsamen gebunden wird, sich somit der Stuhl verfestigt und eine etwaige Inkontinenz vermindert wird. Flohsamen(schalen) wirken also regulierend auf die Darmflora und können so den Stuhlgang regelmäßiger machen und erleichtern.

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Helfen Flohsamen beim Abnehmen?

Fest steht, dass man nicht automatisch abnimmt, nur weil Flohsamen konsumiert werden. Es wurde aber in mehreren Studien belegt, dass der Verzehr von 20 Gramm Flohsamen drei Stunden vor einer Mahlzeit den Appetit reduziert. Dieser Effekt ist aber mit dem von anderen Ballaststoffquellen vergleichbar und somit keine besondere Eigenschaft der Flohsamen. Signifikant ist laut einer Studie von Turnbull aber die geringere Fettaufnahme aus einer Mahlzeit, wenn Flohsamen unmittelbar nach dem Essen aufgenommen werden.

Tipp: Neben Supermärkten und Reformhäusern führen auch Online-Händler Flohsamenschalen zur Nahrungsergänzung.

Flohsamen im Einsatz gegen das metabolische Syndrom

Das metabolische Syndrom ("Wohlstandskrankheit") umfasst eine Vielzahl von Symptomen, die in Zusammenhang mit viel Bauchfett und sonstiger Fettleibigkeit einhergehen und Insulinresistenz, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck hervorrufen können.

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Die Aufnahme ballaststoffreicher Nahrung senkt das Risiko eines metabolischen Syndroms. Flohsamen haben sich hier als besonders hilfreich erwiesen, da sie zum einen verhältnismäßig günstig und zweitens besser verträglich sind als andere Ballaststoffe.

Wird die Nahrung mit Flohsamen ergänzt, verbessern sich der Blutzuckerspiegel und die Insulin-Reaktion, außerdem kann der Blutdruck leicht gesenkt werden. Somit reduziert man die Risikofaktoren des metabolischen Syndroms, sie gänzlich zu entschärfen ist mit dem Hausmittel jedoch nicht möglich.

Zu beachten ist zudem, dass Flohsamen zwar einen positiven Einfluss auf Bluthochdruck, erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte haben, die Wirkung aber zum einen von der Dauer und der Dosierung, zum anderen von den Ausgangswerten abhängt. Eine Absprache mit dem behandelnden Arzt ist unbedingt erforderlich.

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