Milchschorf ist häufig erstes Symptom

Neurodermitis beim Baby: Anzeichen, Behandlung und Tipps

Viele Babys leiden unter Milchschorf, der sich zu Neurodermitis entwickeln kann. Lässt sich dies verhindern und welche Behandlungen helfen, wenn sich bereits ein atopisches Ekzem beim Säugling gebildet hat?

Milchschorf-und-Neurodermitis
Milchschorf ist häufig das erste Symptom einer Neurodermitis beim Baby. Der quälende Juckreiz macht den kleinen Patienten schwer zu schaffen, Eltern fühlen sich oft hilflos.
© Getty Images/iStock.com/Albert Fedchenko

Neurodermitis ist die häufigste Hauterkrankung bei Babys und Kindern. Zwischen zehn und 20 Prozent aller Säuglinge sind betroffen. Damit ist das atopische Ekzem sogar die häufigste chronische Erkrankung im Baby-, Kleinkind- und Kindesalter. Oft verschwindet die Erkrankung im Jugend- und Erwachsenenalter.

Im Überblick:

Neurodermitis erkennen – die wichtigsten Symptome!

Milchschorf als erstes Anzeichen von Neurodermitis beim Baby

Das erste Symptom bei Neurodermitis im Babyalter ist häufig Milchschorf. Dieser erscheint meist nach dem dritten Lebensmonat – zunächst an Wangen und Stirn. Später kann er sich über das ganze Gesicht und die behaarte Kopfhaut ausbreiten. Charakteristisch sind gerötete, schuppende Hautareale mit einer später gelben Kruste. Auf der Haut bilden sich Knötchen, dann Bläschen, die stark jucken und nässen, sich entzünden können und dann verkrusten.

Nicht zu verwechseln ist der Milchschorf mit Kopfgneis. Er entsteht durch übermäßige Talgproduktion beim Neugeborenen.

So lässt sich Kopfgneis von Milchschorf unterscheiden:

  • Kopfgneis kann meist wenige Tage oder Wochen nach der Geburt beobachtet werden.

  • Bei Kopfgneis leidet das Baby kaum unter Juckreiz, das Allgemeinbefinden ist nicht beeinträchtigt.

  • Die Schuppen und Krusten sind fettig und können mit in Öl getränkten Tüchern leicht abgelöst werden.

  • Bei Kopfgneis ist die Haut darunter nicht gerötet und entzündet.

  • Kopfgneis verschwindet meist von allein nach dem dritten Lebensmonat.

Milchschorf dagegen heilt oft im Laufe des zweiten, spätestens des dritten Lebensjahres spontan ab. Er kann jedoch auch auf andere Stellen am Körper übergreifen und als Neurodermitis mit trockenen, juckenden und entzündeten Ekzemen in Erscheinung treten. Vor allem die Gelenkbeugen an Armen und Beinen, in schweren Fällen auch Bauch und Rücken, sind betroffen.

Ob und wann sich Milchschorf zu einer Neurodermitis entwickelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der genetischen Veranlagung. Hilfreich ist es, den Milchschorf früh zu behandeln und die Babyhaut sorgfältig zu pflegen. Dadurch kann der Entwicklung einer ausgeprägten Neurodermitis unter Umständen vorgebeugt werden.

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Symptome der Neurodermitis beim Baby variieren nach Lebensalter

Wo sich Ekzemherde befinden und wie sie genau aussehen, hängt stark vom Alter des Kindes ab.

  • Im Säuglings- und Kleinkindalter herrscht in der Regel eine leicht schuppende Rötung an den Wangen oder an der behaarten Kopfhaut vor, die sich zu einem nässenden Ekzem weiterentwickeln kann.

  • Für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr sind gerötete, trockene, schuppende und juckende Ekzemherde an den Ellenbeugen und Kniekehlen typisch. Diese Körperstellen können auch im Erwachsenenalter betroffen sein.

Hauptsymptom ist der quälende, vor allem nachts auftretende Juckreiz, der die kleinen Patienten, ihre Eltern und auch Geschwister psychisch stark belasten kann. Häufig leidet das Kind zusätzlich unter Asthma oder chronischer Bronchitis, die neben Neurodermitis zu den Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis gehören.

Charakteristisch für Neurodermitis beim Baby ist wie auch bei Erwachsenen das schubweise Auftreten der Symptome: es wechseln sich inaktive und aktive Phasen ab. Doch auch außerhalb eines aktiven Schubs ist die Haut des Babys sehr trocken und empfindlich.

Neurodermitis in Bildern: So sieht Neurodermitis aus

Wie wird Neurodermitis beim Baby behandelt?

Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung. Das heißt, sie kann nicht geheilt, sondern lediglich die Symptome gelindert werden. Die Behandlung ist langwierig, es kommt häufig zu Rückfällen.

Das A und O bei der Behandlung von Neurodermitis bei Babys und Kleinkindern ist eine gewissenhafte Hautpflege – auch in schubfreien Phasen. Dadurch wird die Trockenheit der Haut gemindert, Juckreiz reduziert und die Elastizität der Haut verbessert:

  • Baden Sie das Baby nur wenn nötig, kurz und mäßig warm.

  • Ölhaltige Zusätze im Badewasser oder rückfettende Waschlotionen sind besser geeignet als Schaumbäder.

  • Nach dem Baden wird das Kind sanft mit einem Handtuch sanft abgetupft, nicht trocken gerieben.

  • Zum Eincremen des gesamten Körpers wird eine feuchtigkeitsspendende Lotion ohne Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe verwendet. Sie sollte für die besonders empfindliche Babyhaut geeignet ist. Aufgrund möglicher Irritationen sollte vorher immer die Verträglichkeit neuer Produkte an einer kleinen Hautpartie geprüft werden.

Tipps: Juckreiz beim Baby lindern

Problematisch für Kind und Eltern ist besonders der starke Juckreiz. Neurodermitis-Babys kratzen sich dadurch häufig Hautstellen auf, bis sie blutig sind. Durch Krankheitserreger können sich die Wunden dann zusätzlich entzünden, was das Jucken verstärkt. Durch weiteres Kratzen kommt es dann zu noch schlimmeren Entzündungen.

Lindern Sie daher den Juckreiz Ihres Kindes mit folgenden Tipps:

  • Die Fingernägel sollten immer ganz kurz geschnitten und gefeilt werden.

  • Nachts können zusätzlich Baumwollhandschuhe übergestreift werden.

  • Wenn in der Nacht die Nähte der Schlafsachen auf der Haut scheuern und Juckreiz auslösen, hilft es, die Kleidung auf links zu drehen.

  • Häufiges Eincremen mit im Kühlschrank gelagerten Pflegeprodukten sowie feucht-kühle Umschläge (zum Beispiel mit schwarzem Tee) bringen Erleichterung.

Behandlung von Entzündungen bei Neurodermitis

Viele Inhaltsstoffe, die sich bei älteren Kindern und Erwachsenen mit Neurodermitis für die Behandlung bewährt haben, sind für Säuglinge nicht geeignet. Dazu gehören Antihistaminika sowie Cremes und Lotionen mit Harnstoff in höheren Konzentrationen. Eine Phototherapie wird erst ab einen Alter von zwölf Jahren empfohlen.

Auch kortisonhaltige Salben, die bei entzündeten und nässenden Hautstellen eingesetzt werden, dürfen bei Babys nur für sehr kurze Zeit angewendet werden, da Säuglinge besonders anfällig für mögliche negative Wirkungen des Kortisons sind. Ihre Haut ist viel dünner und so auch durchlässiger für Wirkstoffe; ihr Stoffwechsel und Immunsystem sind noch nicht ausgereift.

Der Arzt wird daher genau abwägen, welches Präparat sich eignet und wie häufig und lange es angewendet werden sollte. Heilsalben unklarer Herkunft und Deklaration sollte man bei Babys mit Neurodermitis auf keinen Fall anwenden – oft enthalten sie Wirkstoffe, die für so kleine Kinder nicht infrage kommen.

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Auch Klima und Sonne können unterschiedliche Wirkungen erzielen. Bei einigen Kindern wirken bestimmte klimatische Bedingungen heilend, bei anderen eher symptomverschlechternd.

Ernährung kann Neurodermitisschübe im Babyalter auslösen

Die Umstellung der Ernährung ist als Behandlungsmöglichkeit von Baby-Neurodermitis immer wieder versucht worden, ein einheitlicher Heilerfolg konnte dabei allerdings nicht beobachtet werden. Eine pauschale "Neurodermitisdiät" gibt es nicht. Jedoch reagiert etwa die Hälfte der Säuglinge und Kleinkinder mit einer Neurodermitis sensibel auf bestimmte Nahrungsmittel.

Eine Ernährungsumstellung wird von Ärzten jedoch nur bei einer diagnostizierten Nahrungsmittelallergie empfohlen. Es kann sich aber lohnen, ein Neurodermitistagebuch zu führen, um bestimmten Auslösern von Schüben auf die Spur zu kommen.

Neurodermitis beim Baby vorbeugen: Das können Sie tun

Wenn bereits Neurodermitis in der Familie aufgetreten ist, hat das Neugeborene ein erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken. In diesem Falle sollten nach Möglichkeit auslösende Faktoren gemieden werden.

Dies gilt insbesondere für die Nahrung: Für das Baby ist Muttermilch am besten, gefährdete Babys sollten möglichst vier bis sechs Monate voll gestillt werden. Bei der Umstellung auf Beikost sollten allergieauslösende Lebensmittel wie zum Beispiel Nüsse, Eiweiß und auch Kuhmilch nur sparsam oder überhaupt nicht auf dem Speiseplan stehen.

Textilien sollten keine Wolle und reine Synthetikfasern enthalten. Für Kleidungsstücke, die direkt mit der Babyhaut Kontakt haben, sind Baumwolle, Leinen oder Seide besser geeignet.

Neben bestimmten Nahrungsmitteln gibt es noch andere mögliche schubauslösende Faktoren. Dazu gehören zum Beispiel Hausstaubmilben, Pollenallergene sowie eine Umgebung, in der geraucht wird. Mit einer entsprechend allergenarmen Umwelt kann man das Risiko verringern, dass Neurodermitis beim Baby ausbricht oder zumindest dazu beitragen, dass der Krankheitsverlauf abgemildert wird und Schübe seltener auftreten.

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