Pilzerreger lauern überall

Nagelpilz: Ursachen und Risikofaktoren

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Verantwortlich für Nagelpilz (Onychomykose) sind meist Fadenpilze aus der Gruppe der Dermatophyten. Sie finden sich vor allem dort, wo viele Menschen barfuß laufen. Aber nicht alle, die mit den Erregern in Berührung kommen, stecken sich auch an. Diese Risikofaktoren begünstigen eine Infektion!

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Die wichtigsten Risikofaktoren im Überblick:

Nagelpilz vorbeugen? So gehts!

Fußpilz kann zu Nagelpilzinfektion führen

Fuß- und Nagelpilz werden meist durch die gleichen Fadenpilze verursacht. Häufige Erreger sind beispielsweise

  • Trichophyton rubrum oder
  • Trichophyton interdigitale,

die zu den Dermatophyten gehören. Deshalb kann eine unbehandelte Fußpilzinfektion auf die Fußnägel übergreifen. Die Therapie einer Nagelinfektion ist schwieriger und langwieriger als eine Fußpilzinfektion.

Fußpilz lässt sich in der Regel gut mit Sprays oder Cremes aus der Apotheke behandeln, die einen pilzabtötenden Wirkstoff (Antimykotikum) enthalten. Ist eine äußerliche Behandlung nicht erfolgreich, können Ärzt*innen Tabletten verschreiben.

Nagelpilz-Ursache: Geschwächtes Immunsystem ist Risikofaktor

Die körpereigene Immunabwehr hat die Aufgabe, Krankheitserreger wie Pilze fernzuhalten. Ist das Immunsystem geschwächt, kann es leichter zu einer Ansteckung mit Nagelpilz kommen. Besonders gefährdet sind zum Beispiel Menschen

  • mit chronischen Erkrankungen,
  • mit einer HIV-Infektion oder
  • die immunsuppressive Medikamente einnehmen müssen, zum Beispiel bei einer Krebstherapie.

Krankheiten wie Diabetes erhöhen das Nagelpilz-Risiko

Auch andere Erkrankungen und körperliche Voraussetzungen können Pilzinfektionen begünstigen. Dazu gehören:

Menschen mit Diabetes sind sogar gleich mehrfach gefährdet: Die Erkrankung schwächt das Immunsystem und somit die Abwehrkräfte des Körpers gegenüber Nagelpilzerregern.

Zudem ist die Durchblutung in den feinen Kapillargefäßen der Finger- und Zehenspitzen sowie des Nagelbetts meist verschlechtert, wodurch sich der Pilz leichter festsetzen kann. Des Weiteren ist die Haut von Betroffenen trockener, wird häufig spröde und rissig – kleine Hautverletzungen bieten dem Pilz ideale Eintrittspforten.

Wichtig:

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ein diabetisches Fußsyndrom vorliegt, eine häufige Komplikation bei Diabetes mellitus. Aufgrund von Nervenschädigungen bemerken die Betroffenen dann mögliche Verletzungen oder Symptome von Nagelpilz oft nicht. Aufgrund einer verzögerten Wundheilung kann es schlimmstenfalls zum Absterben von Gewebe kommen.

Nagelpilz erkennen

Nagelpilz-Risikofaktor: Gestörte Durchblutung

Gesunde Nägel werden über Blutgefäße in den Zehen und Fingern mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei Krankheiten wie beispielsweise

  • dem Raynaud-Syndrom,
  • der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (Abkürzung: PAVK) oder
  • der chronisch-venösen Insuffizienz (CVI)

ist die Durchblutung jedoch gestört. Durch diese Erkrankungen kommt es zu Wachstumsstörungen an den Nägeln und krankhaften Veränderungen der Haut und der Nägel sowie einer erhöhten Anfälligkeit für die Nagelpilzerreger.

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Nagelpilz: Fußfehlstellungen als Ursache

Fußfehlstellungen und im Laufe des Lebens erworbene Deformierungen der Füße verursachen häufig Schmerzen. Sie erhöhen den Druck auf die Zehennägel, das normale Abrollen des Fußes kann erschwert sein. Außerdem kommt es durch die Verformungen im Zehenbereich zu einem erhöhten Druck auf die Nägel, was wiederum Nagelpilz begünstigt.

Beim Hammerzeh beispielsweise lassen sich die einzelnen Zehen nur schwer auseinanderbiegen. Dadurch können sich wunde, entzündete Stellen bilden, die wiederum das Eindringen von Fußpilzerregern begünstigen.

Gibt es Risse oder kleine Wunden, ist es ratsam, diese sorgfältig zu beobachten und gegebenenfalls einen*eine Arzt*Ärztin aufzusuchen. Besonders Menschen mit schlechter Durchblutung in Beinen und Füßen müssen vorsichtig sein: Kleine Verletzungen können sich bei ihnen wegen der schlechten Wundheilung schnell ausweiten.

Risikofaktor bei Nagelpilz: Lebensalter

Bei älteren Menschen kommen oft mehrere Risikofaktoren für eine Nagelpilzinfektion zusammen:

  • Ihr Immunsystem arbeitet nicht mehr mit voller Kraft, wodurch Keime weniger gut bekämpft werden können.

  • Zudem leiden ältere Menschen häufiger an Krankheiten, welche die Immunabwehr zusätzlich schwächen oder zu Durchblutungsstörungen in den Füßen führen.

  • Auch die Einnahme bestimmter Medikamente und Mangelernährung mindern die Abwehrkräfte des Immunsystems.

  • Hinzu kommt, dass die Haut mit zunehmendem Alter dünner, trockener und spröder wird und sich die Beschaffenheit der Nagelplatten verschlechtert. Verletzungen, Wunden oder Schrunden sind häufiger, heilen schlechter ab und bieten so Eintrittspforten für Pilzerreger.

Belastung der Füße durch Sport begünstigt Nagelpilz

Das gehäufte Vorkommen von Nagelpilz bei Sportler*innen hat verschiedene Gründe. An erster Stelle ist das hohe Ansteckungsrisiko in Sportanlagen wie Umkleidekabinen zu nennen. Wo viele Menschen sind, da ist oft auch jemand mit Nagelpilz. Aber nicht nur dieser Umstand macht einen Pilzbefall in dieser Gruppe wahrscheinlich.

Einseitige, sich ständig wiederholende Bewegungen belasten die Füße und Zehen besonders stark, vor allem bei nicht passenden Schuhen. Kleine Verletzungen durch Scheuerstellen, Blasen oder Risse sind Voraussetzung für das Eindringen der Pilzerreger und ermöglichen überhaupt erst eine Infektion.

Bei einigen Sportarten ist das Risiko, sich mit Nagelpilz oder Fußpilz zu infizieren, besonders hoch. Dazu gehören:

  • Schwimmen
  • Fußball
  • Ausdauersportarten wie Laufen oder Skilanglauf
  • Freizeitsportarten wie Tennis, Squash, Trekking, Wandern und Inline-Skating

Tipp:

Auch in Leihschuhen (zum Beispiel Skistiefel, Bowlingschuhe) können Pilzsporen trotz Desinfektion überleben. Wer gefährdet ist, sollte besser seine eigene Ausrüstung nutzen.

Nagellack und künstliche Nägel als Nagelpilz-Ursache

Handelsüblicher Nagellack kann die Belüftung des Nagels verschließen und den Pilzen somit ideale Wachstumsbedingungen bieten. Außerdem entziehen acetonhaltige Nagellackentferner den Nägeln fettlösliche Substanzen, was die natürliche Struktur des Nagels verändert und seine Funktion einschränkt. Vor allem Personen, die anfällig für Nagelpilz sind, sollten auf die kosmetische Dekoration ihrer Fuß- und Fingernägel verzichten. Auch bei einem Befall der Nägel ist es nicht ratsam, eventuelle Verfärbungen und Verformungen durch einen Farbanstrich zu überdecken.

Das Gleiche gilt für künstliche Fingernägel: Zwischen Natur- und Kunststoffnägeln können sich Spalten bilden, in denen sich Feuchtigkeit und Keime ansammeln. Zudem muss berücksichtigt werden, dass in manchen Nagelstudios durch mangelnde hygienische Bedingungen (etwa fehlende Desinfektion) und nicht ausreichend ausgebildetes Personal ebenfalls Nagelpilzerkrankungen übertragen werden können.

Ansteckung in Schwimmbad, Sauna, Hotel – und zu Hause

Dort wo viele Menschen unterwegs sind und zusätzlich ein feucht-warmes Klima herrscht, ist die Gefahr groß, dass Pilzerreger vorhanden sind und man sich ansteckt. Das gilt vor allem für:

  • Hotelzimmer
  • Hotelbäder
  • Umkleidekabinen
  • Wellness-Einrichtungen
  • Schwimmbäder

Nicht zu unterschätzen ist die Ansteckungsgefahr mit Nagel- oder Fußpilz in den eigenen vier Wänden. Betroffene können die Pilzinfektion durch gemeinsam genutzte Handtücher, Maniküre-Werkzeuge, nicht ausreichend heiß gewaschene Wäsche oder das Barfußlaufen in den eigenen vier Wänden leicht auf andere Familienmitglieder übertragen. Diese Checkliste zur Vorbeugung von Nagelpilz hilft dabei, andere nicht anzustecken.

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