Hitzeschäden

Hitzekollaps

Hitzeerschöpfung

Der Hitzekollaps, auch als Hitzeerschöpfung bezeichnet, ist die häufigste Form eines Hitzeschadens. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Kranke. In bestimmten Situationen kann Hitzebelastung auch für Junge und Gesunde zum Problem werden: Beispielsweise beim Public Viewing während der Fußball-WM.

Hitzekollaps
Beim Public Viewing an heißen Tagen drohen Hitzeschäden wie der Hitzekollaps. Beugen Sie durch viel Trinken - aber kein Alkohol - und eine Kopfbedeckung vor!
Getty Images

Hochsommerliche Temperaturen haben Schattenseiten: Bei großer Hitze sind die körpereigenen Mechanismen zur Wärmeregulation besonders gefordert, um die Körpertemperatur auf dem Sollwert von um die 37 Grad Celsius zu halten. Bei Senioren, Kleinkindern oder chronisch Kranken sind die Wärmeregulationsmechanismen noch nicht so effektiv (Kleinkinder und Säuglinge) oder eingeschränkt. Für diese Personengruppen besteht an heißen Tagen ein erhöhtes Risiko für einen Hitzekollaps beziehungsweise eine Hitzeerschöpfung.

Was man bei Hitze nicht tun sollte!

Lifeline/Wochit

Beim Public Viewing droht an heißen Tagen Hitzekollaps

Wer jung und gesund ist, kann zwar besser mit Hitzebelastungen umgehen, ist aber gegen Hitzeschäden wie den Hitzekollaps nicht gefeit. Körperliche Anstrengung bei hoher Umgebungstemperatur, vor allem wenn eine hohe Luftfeuchtigkeit hinzukommt, fördern das Entstehen eines Hitzekollaps. Zu den Risikofaktoren gehört auch eine fehlende Luftzirkulation bei Hitze.

Dies kann zum Problem bei großen Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen oder in Stadien werden, beispielsweise beim Public Viewing während der Fußball-WM. Das zeigen unter anderem Medienberichte von der Fußball-WM 2010: Die Augsburger Allgemeine berichtete damals beispielsweise von 15 Personen, die aufgrund der Hitzebelastung "vor allem wegen Hitzeerschöpfung" während nur eines Public-Viewing-Events behandelt werden mussten.

Mittel gegen starkes Schwitzen

Flüssigkeitsmangel belastet den Kreislauf

Was aber passiert bei einem Kitzekollaps? Unser wichtigster Mechanismus zur Wärmeregulation ist das Schwitzen. Durch Verdunstung kühlt der Schweiß die Haut. Bei starkem Schwitzen gehen dem Körper viel Flüssigkeit und Mineralien verloren. Wenn Sie jetzt nicht für Ausgleich durch ausreichendes Trinken sorgen, kommt es zum Flüssigkeitsmangel, und das Blutvolumen nimmt ab. Weniger Blutflüssigkeit bedeutet einen niedrigeren Blutdruck. Zur zusätzlichen Belastung des Kreislaufs wird ein weiterer Mechanismus zur Wärmeregulation: Die Blutgefäße unter der Haut weiten sich und nehmen mehr Blut auf, um die Wärmeabgabe über die Haut zu verbessern.

Symptome der Hitzeerschöpfung

In der Folge kann es zu den typischen Symptomen eines Hitzekollaps oder einer Hitzeerschöpfung kommen:

  • Schwindel
  • Erschöpfung und Abgeschlagenheit
  • Durst
  • blasse, schweißfeuchte Haut
  • erhöhter Puls, beschleunigte, flache Atmung
  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Ohnmachtsanfälle

Wichtiger Unterschied zum Hitzschlag: Kein hohes Fieber

Die Körpertemperatur ist dabei nicht oder kaum verändert. Das ist ein wichtiger Unterschied zum Hitzschlag, dem gefährlichsten Hitzeschaden, zu dessen Leitsymptomen eine stark erhöhte Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius und eine heiße, trockene Haut gehören.

Therapie des Hitzekollaps: Trinken und Ruhen im Schatten

Stellen Sie bei sich oder einer anderen Person Symptome der Hitzeerschöpfung fest, sollten Sie umgehend handeln: Wer eine Hitzeerschöpfung hat, sollte aus der Sonne und sich hinlegen, um den Kreislauf zu entlasten. Jede Anstrengung ist zu vermeiden. Mineralienhaltige Getränke wie Mineralwasser oder Brühe helfen, den Flüssigkeits- und Mineralienmangel auszugleichen. Bei Frösteln kann eine leichte Decke sinnvoll sein. In der Regel reichen diese Maßnahmen aus, und der Betreffende erholt sich nach einiger Zeit. Kommt es zur Bewusstlosigkeit, muss der Notarzt gerufen und der Betroffene in eine stabile Seitenlage gebracht werden.

So beugen Sie dem Hitzekollaps vor

Einem Hitzekollaps beziehungsweise eine Hitzeerschöpfung können Sie wie anderen Hitzeschäden vorbeugen, indem Sie bei schwül-warmer Witterung

  • leichte, luftdurchlässige Kleidung tragen;
  • viel trinken, mindestens zwei bis drei Liter am Tag;
  • Alkohol meiden, da er den Kreislauf zusätzlich belastet;
  • körperliche Anstrengung bei großer Hitze meiden. Verlegen Sie den auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden;
  • direkte Sonneneinstrahllung meiden, besonders zwischen elf und 15 Uhr;
  • nicht ohne Kopfbedeckung in die Sonne gehen.

Pflegebedürftigen Kühlung verschaffen

Wenn Sie einen älteren oder kranken Menschen betreuen, ist es wichtig, neben den genannten Maßnahmen zur Vorbeugung einer Hitzeerschöpfung für ausreichend Kühlung im Wohnbereich dieser Person zu sorgen: etwa durch Ventilatoren. Außerdem kann ein Trinkplan sinnvoll sein, damit der Pflegebedürftige genügend trinkt. Bedenken Sie daneben, dass bestimmte Medikamente wie Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Diuretika und verschiedene blutdrucksenkende Wirkstoffe die Anpassung an Hitze verschlechtern können. Wenn Sie selbst oder ein Angehöriger, den Sie betreuen, dauerhaft Medikamente einnimmt, sollten Sie den Arzt darauf ansprechen, ob bei einer Hitzewelle eine Änderung der Medikation Sinn hat.

Kinder sind besonders hitzeempfindlich

Neben Älteren und Kranken sind Kinder besonders anfällig für Hitzeschäden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät Eltern unter anderem, die Kleinen bei Außentemperaturen ab 25 Grad Celsius zwischen elf und 16:30 Uhr nicht im Freien toben zu lassen und ihnen bei Temperaturen ab 30 Grad Celsius doppelt bis dreimal soviel zum Trinken zu geben wie sonst.

Außerdem sollte bei Sonnenschein generell niemand im werden. Denn durch die fehlende Luftzirkulation im engen Raum steigen die Temperaturen im Fahrzeug rasch auf kritische Werte an, die einen Hitzekollaps oder schlimmer noch, einem Hitzschlag auslösen können.

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