Lärmschäden

Akustisches Trauma: Von Lärmschwerhörigkeit bis Knalltrauma

Bei akustischen Traumen unterscheidet man die akuten – etwa das Knalltrauma – von den chronischen (Lärmschwerhörigkeit).

Mann mit Lärmschutz
Wer beruflich jahrelang einer Lärmexposition von über 85 Dezibel ausgesetzt ist, dem droht eine Lärmschwerhörigkeit. Sie ist als Berufskrankheit anerkannt.
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Akustische Traumen betreffen in der Regel das Innenohr, wobei entweder eine mechanische Schädigung oder aber eine Durchblutungs- oder Stoffwechselstörung als Ursache anzusehen sind.

Richtig handeln bei Hörsturz

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Es werden akute und chronische akustische Traumen unterschieden. Akute akustische Traumen sind das Knalltrauma, das Explosionstrauma, das akute Lärmtrauma und der akustische Unfall. Das chronische akustische Trauma wird als Lärmschwerhörigkeit bezeichnet.

Die Lärmschwerhörigkeit (chronisches akustisches Trauma) betrifft die Menschen, die über Jahre hinweg einer Lärmexposition von mehr als 85 Dezibel ausgesetzt waren. Sie ist als Berufskrankheit anerkannt.

Symptome des akustischen Traumas

Der Verdacht auf einen Lärmschaden ergibt sich aus dem Zusammenhang zwischen dem Schallereignis und der Hörstörung, gegebenenfalls mit Ohrgeräusch. Nach Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) zur Klärung der Schalleinwirkung und des Zusammenhangs zwischen dieser und der Hörstörung werden verschiedene Untersuchungen erforderlich.

Eine Hörstörung ist prinzipiell durch einen HNO-Facharzt abzuklären, unabhängig von einer eventuellen Lärmeinwirkung als Ursache. Die hier aufgeführten Untersuchungen werden in der Praxis des HNO-Arztes beziehungsweise in einer HNO-Klinik durchgeführt. Es kann darüber hinaus erforderlich sein, durch zusätzliche Untersuchungen durch andere Fachärzte (Internist, Neurologe, Orthopäde) eventuelle Begleitursachen, die in deren Fachgebieten liegen können, auszuschließen.

Untersuchung des äußeren Ohres

Um eventuelle Zerreißungen der Mittelohrstrukturen nach einer Explosion festzustellen, erfolgt zunächst eine Untersuchung des Gehörgangs und des Trommelfells mit einem Untersuchungsmikroskop. Außerdem müssen andere Erkrankungen am Ohr ausgeschlossen werden, die ebenfalls eine Hörstörung verursachen können, wie zum Beispiel Entzündungen.

Hörprüfungen

Bei der Audiometrie wird das Hörvermögen für Töne und Sprache mit einem Audiometer geprüft. Ein Audiometer ist ein Gerät zur Erzeugung von Tönen verschiedener Höhe und Lautstärke, die dem Untersuchten über einen Kopfhörer (Luftleitungsprüfung) und über einen Knochenleitungsschallgeber (Knochenleitungsprüfung) angeboten werden. Es wird dabei zunächst ermittelt, ab welcher Intensität ein Ton bestimmter Höhe gehört werden kann. Diese ermittelte Intensität heißt Hörschwelle. Hieraus erkennt der Arzt das Ausmaß und den Frequenzbereich der Hörschädigung und kann unterscheiden, ob der schallleitende Apparat (Mittelohr) oder das Innenohr betroffen ist.

Diese Tonaudiometrie (Hörprüfung für Töne) ist essenziell, um die Diagnose zu sichern, alle anderen Untersuchungen sind ergänzende Untersuchungen. Das Hörvermögen für Sprache wird für Zahlen und Wörter mit einem Audiometer (über CD) geprüft. Hieraus kann der Arzt Schlüsse ziehen, inwieweit das Sprachverständnis des Betroffenen durch die Hörstörung eingeschränkt ist.

Akuten und chronischen Tinnitus behandeln

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Ursachen von Lärmschäden

Je nach Art des Lärmschadens sind die Ursachen verschieden. Man unterscheidet als akuten Lärmschaden das Knalltrauma, das Explosionstrauma, das akute Lärmtrauma und den akustischen Unfall. Das chronische akustische Trauma wird als Lärmschwerhörigkeit bezeichnet.

Lärm, also Schall einer bestimmten Stärke, schädigt die Haarzellen des Innenohres. Dies geschieht entweder durch eine direkte mechanische Zerstörung oder über Stoffwechsel- oder Durchblutungsstörungen dieser Zellen. Sind die Schädigungen zu intensiv oder von zu langer Dauer, so sterben die Zellen ab. Einmal zerstörte Sinneszellen des Innenohres können vom Körper nicht ersetzt werden, man spricht dann von irreversiblen Schäden. Das Ausmaß der Schäden hängt von mehreren Größen ab: der Stärke und der Art des Schallpegels sowie der Dauer und dem Zeitablauf seiner Einwirkung auf das Innenohr.

Akute Lärmschäden

Man unterscheidet verschiedene Formen akuter Lärmschäden:

Das Knalltrauma

Das Knalltrauma entsteht durch eine ein- oder mehrmalige Einwirkung eines Schalls von hoher Stärke (Intensität) von mehr als 150 Dezibel (dB) und von kurzer Dauer (unter eineinhalb Millisekunden, eine Millisekunde = eine Tausendstel Sekunde). Häufige Ursachen sind Schusswaffen, auch Schreckschusswaffen, Spielzeugpistolen oder Knallkörper. Es entsteht eine reine Schädigung der Haarzellen des Innenohres, die für die Aufnahme der hohen Töne (Frequenzen) zuständig sind. Möglicherweise kommt auch ein Ohrgeräusch (Tinnitus) dazu. Der schallleitende Apparat, die Mittelohrstrukturen, bleiben intakt.

Das Explosionstrauma

Dabei wirkt eine Schalldruckwelle von mehr als 150 Dezibel Stärke ein, die jedoch länger als drei Millisekunden dauert. Es entsteht nicht nur eine Schädigung des Innenohres, sondern es kann auch zur Zerreißung des schallleitenden Apparates, des Trommelfells oder der Gehörknöchelchenkette kommen. Ursachen können Explosionen in der Industrie sein, auch durch das Platzen von Kesseln oder großen Fahrzeugreifen sowie durch Bombendetonationen können derartige Explosionstraumen entstehen.

Das akute Lärmtrauma

Hier wirkt eine sehr hohe Schallintensität von 130 bis 160 Dezibel über einige Minuten ein. Auch hier entsteht, wie beim Knalltrauma, eine reine Schädigung des Innenohres, der schallleitende Apparat bleibt intakt. Die Hörstörung betrifft in der Regel eher den Hochtonbereich, jedoch sind auch völlige Ertaubungen möglich. Mögliche Ursachen sind Schallereignisse, die zum Beispiel durch ausströmende Gase oder Dampf auftreten.

Der akustische Unfall

Hier wirkt nicht nur ein akustischer Reiz von etwa 90 bis 120 Dezibel auf das Innenohr ein, sondern es entsteht gleichzeitig durch eine Zwangshaltung mit Fehlbelastung der Halswirbelsäule eine Minderdurchblutung eines Ohres. Die Hörstörung betrifft in der Regel alle Frequenzen, auch Ohrgeräusche sind dabei häufig vorhanden. Beispiele für derartige Ereignisse sind das Arbeiten mit Hämmern oder Bohrern über Kopf oder unter engen räumlichen Verhältnissen.

Der chronische Lärmschaden (Lärmschwerhörigkeit)

Die dauerhafte Einwirkung von Lärm einer Stärke von mehr als 85 Dezibel kann zu einer Schädigung des Innenohres führen, die im hochfrequenten Bereich bei 4.000 Hertz (c 5 ) beginnt. Hierbei sind weniger mechanische Schäden der Sinneszellen ursächlich, als vielmehr eine Erschöpfung der Stoffwechselprozesse durch lang dauernde Überforderung. Von Bedeutung sind auch hier individuelle Faktoren, aber auch die Stärke, Art, Dauer und der Zeitablauf der Lärmeinwirkung sowie die Anwendung individueller Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzkappen oder Stöpsel). Solche Lärmbelastungen treten in vielen Lebensbereichen auf: Zunächst einmal sind viele Menschen am Arbeitsplatz einer erheblichen Lärmbelastung durch Maschinen ausgesetzt. Zur Orientierung: Pumpen und Kompressoren erreichen in geschlossenen Räumen einen Schalldruck von 85 Dezibel, Holzbearbeitungsmaschinen bis über 100 Dezibel. Arbeiter in der Forstwirtschaft benutzen Motorsägen, die über 115 Dezibel erreichen. Aber auch vermeintlich schöne Töne sind laut: Berufsmusiker sind erheblichem Lärm ausgesetzt, den sie selbst erzeugen. Bei Opernaufführungen können im Orchestergraben Werte von über 100 Dezibel gemessen werden, Spitzenintensitäten von bis zu 120 Dezibel erreichen Trompeten, Posaunen und Schlagzeug, das entspricht etwa einem startenden Düsenflugzeug. Auf dem 6. Europäischen Kongress für Musikermedizin 1998 in Berlin wurden unter anderem schwere Hörstörungen bis hin zur Taubheit als typische Berufskrankheit der Tonkünstler beschrieben. Unphysiologische Körperhaltungen, die zum korrekten Spiel vor allem von Streichinstrumenten eingenommen werden, können den Effekt verstärken, da es durch Abknickungen der Wirbelsäule zusätzlich zu Durchblutungsstörungen im Innenohr kommen kann.

In zunehmendem Maße werden auch im privaten Heim- und Gartenbereich für alle anfallenden Tätigkeiten Maschinen zu Hilfe genommen. Dabei erreichen besonders Rasenmäher, Laubsauger, kompressorbetriebene Hochdruckreiniger, aber auch Staubsauger und Küchenmixer oft beträchtliche Schalldruckwerte, die ebenfalls bei 100 Dezibel liegen können, also deutlich oberhalb der Grenze, für die im Arbeitsplatzbereich umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen erforderlich sind. Und nicht zuletzt spielt auch der Lärm, der eigentlich zu Unterhaltungszwecken erzeugt wird, eine nicht geringe Rolle bei der Entstehung der Lärmschwerhörigkeit. Hier sind besonders die Diskotheken und Popkonzerte, zunehmend auch Sportstudios zu nennen, in denen oft erhebliche schädigende Lärmwerte erreicht werden. Den selben Effekt haben Walkmen, bei denen Musik mit hohem Schalldruck über Kopfhörer konsumiert wird.

Diagnose des akustischen Traumas

Je nach Ursache des Lärmschadens bemerken die Betroffenen verschiedenartige Krankheitszeichen.

Das Knalltrauma

Der Betroffene bemerkt sofort nach dem Ereignis eine Hörminderung, die auf dem der Schallquelle zugewandten Ohr stärker ist als auf der anderen Seite. Die Schädigung betrifft den Hochtonbereich und ist oft auch mit einem Ohrgeräusch verbunden.

Das Explosionstrauma

Es wird sofort eine ein- oder beidseitige Hörstörung bemerkt, die nicht nur die hohen Töne, sondern auch die mittleren und tiefen betreffen kann. Zusätzliche Verletzungen oder Verbrennungen durch die Explosion sind möglich.

Das akute Lärmtrauma

Die Hörstörung tritt auch hier unmittelbar nach dem Lärmeinfluss auf, sie kann hochgradig sein und alle Tonhöhenbereiche betreffen.

Der akustische Unfall

Hier findet sich nach der beschriebenen Lärmexposition mit Zwangshaltung der Halswirbelsäule eine einseitige Hörstörung, die alle Frequenzen betreffen kann. Auch ein Ohrgeräusch ist meist vorhanden.

Lärmschwerhörigkeit

Bei jahrelanger Lärmeinwirkung kommt es in Abhängigkeit von Stärke, Dauer und Art der Exposition und von der individuellen Lärmempfindlichkeit zunächst zu einer vorübergehenden Hörstörung, die sich nach einiger Zeit normalisieren kann.

Erst später kommt es zu einem bleibenden Hörabfall, der im hohen Frequenzbereich bei etwa 4.000 Hertz beginnt und sich dann auf die höheren und tieferen Frequenzen ausbreitet.Oft tritt auch ein Ohrgeräusch in diesem hohen Frequenzbereich auf.

Während die Zeichen der akuten Lärmschäden sofort spürbar sind, verläuft die Entwicklung bei der Lärmschwerhörigkeit eher schleichend und wird möglicherweise vom Betroffenen selbst über lange Zeit nicht bemerkt.

Typische Anzeichen der Lärmschwerhörigkeit sind:

  • Schwerhörigkeit im Bereich hoher Töne, das sind zunächst die Zischlaute in Sprache, das Zirpen von Grillen, Mückensummen oder Uhrenticken, später auch andere Laute. In der Musik geht zunächst das Gehör für die so genannten Obertöne verloren. Obertöne sind hohe Tonschwingungen, die meist nicht bewusst wahrgenommen werden, die jedoch jedem Ton eines Instrumentes oder einer Stimme ihren charakteristischen Klang verleihen. Der Hörverlust für die Obertöne lässt die Musik dumpf und flach klingend erscheinen.
     
  • das Gefühl, dass die Mitmenschen zu leise oder verzerrt reden, dass man sie wie durch eine Wand oder durch Watte im Ohr hört
     
  • ein Druckgefühl in Ohren oder Kopf
     
  • zunehmende Missverständnisse in der zwischenmenschlichen Kommunikation, die schließlich den Betroffenen isolieren können
     
  • das Bedürfnis, in Gesprächen öfter nachfragen zu müssen, auch Unsicherheit, woher ein Geräusch kommt oder von welcher Seite man angesprochen wird (Richtungshören) Aber auch die Mitmenschen bemerken den schleichenden Hörverlust zum Beispiel daran, dass der Betroffene:

Aber auch die Mitmenschen bemerken den schleichenden Hörverlust zum Beispiel daran, dass der Betroffene:

  • lauter als nötig spricht, in Gesprächen häufig nachfragt oder unpassend antwortet
     
  • Fernseher und Radio sehr laut stellt und Telefon- oder Türklingel überhört
     
  • ein Ohr bevorzugt, also im Gespräch den Kopf dreht Neben den Zeichen der Hörminderung kann eine dauerhafte Lärmeinwirkung auch Auswirkungen auf andere Organe haben. Mittlerweile ist bekannt, dass durch Dauerlärm vor allem das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zunimmt. Der Blutdruck steigt an, ebenfalls kann es zu einem Anstieg der Blutfettwerte kommen. Darüber hinaus sind auch Auswirkungen in Form von psychosomatischen Störungen einschließlich Schlafstörungen möglich.

Neben den Zeichen der Hörminderung kann eine dauerhafte Lärmeinwirkung auch Auswirkungen auf andere Organe haben. Mittlerweile ist bekannt, dass durch Dauerlärm vor allem das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zunimmt. Der Blutdruck steigt an, ebenfalls kann es zu einem Anstieg der Blutfettwerte kommen. Darüber hinaus sind auch Auswirkungen in Form von psychosomatischen Störungen einschließlich Schlafstörungen möglich.

Wie werden Lärmschäden behandelt?

Ziel der Behandlung von Lärmschäden ist es, von den geschädigten Haarzellen des Hörorgans so viele wie möglich vor dem Absterben zu retten.

Behandlung akuter Lärmschäden

Hier ist eine Infusionsbehandlung mit Substanzen erforderlich, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern (durchblutungsfördernde Behandlung). Beim akustischen Unfall ist außerdem die Behandlung der Halswirbelsäule nötig. Beim Explosionstrauma ist auch die Wiederherstellung des eventuell zerstörten Schallleitungsapparates erforderlich, beispielsweise die Abdeckung eines Trommelfell-Loches. Eine mögliche Methode, die jedoch noch nicht zu den Standardmethoden gehört, ist die Sauerstoff- Überdruckbehandlung (hyperbare Sauerstofftherapie) zur Verbesserung der Sauerstoffsättigung des Blutes. Selbstverständlich ist der Betroffene vor weiteren Lärmexpositionen sorgfältig zu schützen, um eine erneute Schädigung des Innenohres zu vermeiden.

Behandlung chronischer Lärmschäden

Beim chronischen akustischen Trauma (Lärmschwerhörigkeit) kann durch eine derartige Infusionstherapie kein Erfolg erwartet werden. Vielmehr steht hier der Schutz vor weiterer Lärmeinwirkung im Vordergrund. Falls für den Betroffenen durch die Schwerhörigkeit Kommunikationsprobleme entstehen, kann der Ausgleich der Hörminderung durch die Anpassung eines Hörgerätes vorgenommen werden.

Knalltrauma und Co. vorbeugen

Die Vorbeugung vor Lärmschäden basiert auf zwei Säulen: der Reduzierung von Lärm, der von Schallquellen ausgeht (Emissionsschutz) und dem individuellen Schutz der Menschen vor der Einwirkung von Schall (Immissionsschutz).

Mit zunehmendem Schallpegel sinkt die Zeit, die notwendig ist, um dem Ohr Schäden zuzufügen.

Im beruflichen Umfeld ist der Schutz vor akuten und chronischen Lärmexpositionen durch umfangreiche Bestimmungen und Kontrollmaßnahmen geregelt.

Der Emissionsschutz soll der Einschränkung der Schallerzeugung und der Schallaussendung dienen und wird in der Regel durch technische Maßnahmen am Arbeitsplatz realisiert. Diese können im Einbau von lärmdämmenden Wänden oder in der Schallisolierung von besonders lauten Maschinen bestehen.

Der Immissionsschutz dient dem Schutz des Arbeitenden vor Schalleinwirkung (individueller Lärmschutz) und betrifft Arbeiter in Sägewerken genauso wie Berufsmusiker in Tonstudios oder Sinfonieorchestern. In Abhängigkeit von den Anforderungen am Arbeitsplatz können hier Stöpsel, Kappen oder Lärmschutzhelme Anwendung finden. Diese Schutzmittel müssen den Angestellten durch den Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden.

Vor einem akustischen Trauma (akutem Lärmschaden) kann nur der konsequente Schutz vor Lärmeinwirkung schützen. Hierzu zählt der Schutz vor hohen Lautstärken durch Waffen, auch Spielzeugwaffen, sowie der verantwortungsbewusste Umgang mit Knallkörpern. Jeder Umgang mit Schusswaffen oder Knallkörpern sollte mit äußerster Sorgfalt und nur unter konsequenter Anwendung von Gehörschutz erfolgen.

Für Personen, die am Arbeitsplatz regelmäßig einem Lärmpegel von mehr als 85 Dezibel ausgesetzt sind, müssen Vorsorgemaßnahmen durch den Arbeitgeber über den Betriebsarzt getroffen werden: Sie sind regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen mit Hörprüfungen zu unterziehen, um einen beginnenden Hörverlust rechtzeitig zu erkennen.

Lärmschutz im privaten Bereich

Anders sieht es mit dem Lärmschutz im privaten Bereich aus. Hier sind die vorbeugenden Maßnahmen fast ausschließlich jedem Einzelnen überlassen, können jedoch entsprechend den Maßnahmen zum beruflichen Lärmschutz formuliert werden.

So banal es klingt: der wirkungsvollste Lärmschutz besteht im Vermeiden von Lärm. Dies lässt sich durch vielerlei Maßnahmen im Alltag realisieren.

Verstärker und Walkmen sollten in ihrer Lautstärke auf ein erträgliches Maß gedrosselt werden. Bei Stereoanlagen ist dies die Zimmerlautstärke, das heißt, die Musik kann in angrenzenden Räumen nicht mehr gehört werden. Für Walkmen gilt, dass sie mit Sicherheit dann zu laut sind, wenn außer dem Benutzer selbst auch andere Personen Geräusche aus dem Kopfhörer vernehmen können. Besucher von Live-Konzerten sollten sich darüber im Klaren sein, dass hier, vor allem in geschlossenen Räumen, oft erhebliche Lautstärken erreicht werden, vor denen man seine Ohren zum Beispiel durch diskrete Ohrstöpsel schützen kann, ohne eine deutliche Beeinträchtigung des Musikgenusses zu erleiden.

Die Benutzung von Haushalts-, Garten- oder Hobbygeräten sollte auch unter Lärmschutzaspekten betrachtet werden. Viele Maschinen, besonders Rasenmäher oder Laubsauger, erzeugen Schalldrucke, die im betrieblichen Bereich zahlreichen Schutzvorschriften unterliegen würden. Der erste Schritt zu einem vernünftigen Umgang mit solchen Geräten besteht in der Überlegung, ob sie überhaupt nötig sind. Die Laubbeseitigung auf einem Gehweg beispielsweise dauert mit Harke oder Besen oft nur unwesentlich länger als mit einem Laubsauger, ist aber deutlich geräuschärmer.

Den zweiten Schritt kann man bei der Anschaffung von Geräten tun: Fragen sie im Geschäft auch nach der Lautstärke der Maschine, die sie anschaffen wollen und ziehen Sie dies Kriterium bei Ihrer Kaufentscheidung hinzu. Lassen Sie sich dazu ruhig einmal verschiedene Staubsauger, Küchenmaschinen oder Werkzeuge vorführen und vergleichen Sie deren Geräuscherzeugung. Eine zunehmendes Kundeninteresse nicht nur an Leistung und Wattzahlen kann langfristig auch die Gerätehersteller zur Produktion von leiseren Motoren anregen.

Wollen Sie schließlich mit bestimmten Geräten arbeiten, so sollten Sie, als dritten Schritt, Ihre Ohren dabei vor dem entstehenden Lärm schützen. Beim Rasenmähen, Schleifen oder Arbeiten mit der Motorsäge sollte ein Gehörschutz so selbstverständlich sein wie die Sonnenbrille bei zu starker Lichteinstrahlung.

Manchmal lässt sich die Einwirkung von Lärm nicht vermeiden. Umso wichtiger ist es, den Ohren auch regelmäßige Ruhepausen zu gönnen.

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