Bei Erschöpfungszuständen und Verdauungsbeschwerden

Carbo vegetabilis: Homöopathisches Stärkungsmittel

Bei Erschöpfungszuständen mit anhaltendem Schwächegefühl sowie Kreislaufproblemen mit drohender Ohnmacht kann das homöopathische Arzneimittel Carbo vegetabilis nebenwirkungarme Hilfe bieten. Aber auch bei Verdauungsbeschwerden mit starken Blähungen und Atemwegsbeschwerden gilt Carbo vegetabilis als passendes Arzneimittel.

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Carbo vegetabilis kann bei Kreislaufbeschwerden und Erschöpfung helfen.
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Das homöopathische Arzneimittel Carbo vegetabilis wird auf Basis von Holzkohle hergestellt, die für homöopathische Anwendungen meist aus Rotbuchen- und Birkenholz gewonnen wird. In Form von Globuli, homöopathischer Tinktur oder Tabletten wirkt Carbo vegetabilis besonders gut bei anhaltenden Erschöpfungs- und Schwächezuständen nach Krankheiten oder nach massiver seelischer Belastung. Typisch für Carbo vegetabilis sind außerdem Kreislaufbeschwerden mit drohender Ohnmacht und Kollapsneigung. Betroffene verhalten sich insgesamt meist träge und gleichgültig und frösteln häufig. Hände und Füße sind kalt und die Lippen meist blau. Trotzdem haben sie ein großes Verlangen nach frischer, kalter Luft, öffnen die Fenster oder fächeln sich kühle, frische Luft zu.

Im Überblick:

Homöopathische Arzneimittel für die Hausapotheke

Carbo vegetabilis: Mittel bei Blähungen, Atemwegserkrankungen und Reaktionsmittel

Neben der Anwendung bei Erschöpfung gilt Carbo vegetabilis auch als wichtiges Mittel bei Verdauungsbeschwerden. Insbesondere Völlegefühl, Sodbrennen mit saurem Aufstoßen, schlechte Verträglichkeit von fettigen Speisen und heftige Blähungen mit übelriechenden Winden und kolikartigen Bauchschmerzen sprechen für den Einsatz von Carbo vegetabilis.

Ein dritter Einsatzbereich für das homöopathische Arzneimittel aus Holzkohle sind Atemwegserkrankungen. Insbesondere bei Husten, Schnupfen und Asthma kann Carbo vegetabilis gut als unterstützendes Element zur schulmedizinischen Therapie eingesetzt werden.

Last but not least zählt Carbo vegetabilis auch noch zur Gruppe der sogenannten Reaktionsmittel. Reaktionsmittel werden dann eingesetzt, wenn ein anderes homöopathisches Arzneimittel, das sorgfältig und richtig ausgewählt wurde, keinerlei Reaktion zeigt oder keine Verbesserungen bringt bzw. die Therapie ins Stocken gerät. Hier kann Carbo vegetabilis verwendet werden, um die Reaktionsfähigkeit des Körpers wieder anzustoßen.

Carbo vegetabilis D6 und D12: Typische Potenzen und ihre Dosierung

Für die Selbstbehandlung mit Carbo vegetabilis werden in erster Linie niedrig dosierte Potenzen von D6 und D12 empfohlen. Die Einnahme kann dabei in Form von homöopathischen Tabletten, Tropfen oder auch Globuli erfolgen.

  • Erwachsene nehmen hiervon drei Mal täglich jeweils entweder fünf Globuli, fünf Tropfen oder eine Tablette.
  • Kinder bekommen jeweils drei Globuli, drei Tropfen in Wasser gelöst oder eine halbe Tablette.
  • Für Kleinkinder und Säuglinge sind Globuli besonders gut geeignet. Hiervon nehmen Kleinkinder jeweils zwei Kügelchen. Säuglinge bekommen je einen Globulus in die Backentasche geschoben. Es können aber grundsätzlich auch entsprechend viele Tropfen der homöopathischen Lösung oder Tablettenanteile in Wasser gelöst verabreicht werden.
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    Worauf es bei der homöopathischen Selbstbehandlung ankommt und bei welchen Anzeichen man besser ärztliche Unterstützung sucht, erklärt Internist und Homöopath Dr. Ulf Riker

Bessern sich die Beschwerden, darf die Anzahl der Gaben auf zwei bis einmal täglich reduziert werden. Sobald die Symptome verschwunden sind, sollte die Behandlung eingestellt werden.

Carbo vegetabilis ab C30: Hochpotenzen und Anwendung als Reaktionsmittel

Bei hartnäckigen oder chronischen Verläufen kann es sinnvoll sein, Carbo vegetabilis auch in höheren Potenzen von C 30 oder noch höher einzunehmen. Bei der Gabe von Hochpotenzen sollte die Anwendung allerdings nicht mehr selbständig erfolgen, sondern immer ein erfahrener Homöopath um Rat gefragt werden. Dasselbe gilt, wenn Carbo vegetabilis als sogenanntes Reaktionsmittel eingesetzt wird. Auch hier wird empfohlen die Behandlung unter Anleitung eines homöopathisch kundigen Arztes, Apothekers oder Heilpraktikers durchzuführen.

Leitsymptome für die Anwendung von Carbo vegetabilis

Wenn nachfolgende Leitsymptome, also Hauptbeschwerden, auftreten, wird die Behandlung mit Carbo vegetabilis empfohlen:

  • großes Schwächegefühl und starke Mattigkeit
  • Schwinden der Lebensgeister
  • nach Krankheit nicht mehr vollkommen genesen
  • Neigung zu Ohnmacht
  • Kollapsneigung
  • ausgeprägtes Verlangen nach Frischluft und geöffnetem Fenster
  • blasse, bläuliche Haut
  • bläuliche Gesichtsfarbe
  • venöse Blutstauungen
  • Hämorrhoiden
  • Zahnfleischbluten
  • Eiskalte Hände und Füße
  • kalter Schweiß
  • Völlegefühl
  • heftige Blähungen
  • häufiges Aufstoßen
  • Sodbrennen
  • eng anliegende, einschnürende Kleidung wird als unerträglich empfunden
  • Atemnot im Liegen

Verbesserung der Symptome

  • kalte, frische Luft
  • Zufächeln von frischer Luft
  • Aufstoßen
  • Abgang von Winden
  • Hochlegen der Beine
  • Lockern von zu enger Kleidung

Verschlechterung der Symptome

  • nach Flüssigkeitsverlust
  • abends und nachts
  • im Liegen
  • bei feuchtwarmem Wetter
  • nach zu üppigem Essen
  • durch den Verzehr von Milch, Butter, Kaffee, Alkohol

Carbo vegetabilis: Ähnlich wirkende Mittel

Unterschiedliche homöopathische Arzneimittel decken mitunter ähnliche Wirkbereich ab. Um das jeweils am besten passendste Medikament herauszufiltern, ist es deshalb sinnvoll auch die Homöopathika kennen, die bei ähnlichen Symptomen angewendet werden. Bei Carbo vegetabilis sind das folgende homöopathischen Arzneimittel:

  • Veratrum album: Bei Kreislaufbeschwerden und Schwäche mit Kollapsneigung sowie Magen-Darmerkrankungen mit Durchfall und Erbrechen, kommt auch Veratrum album zur Behandlung in Frage. Auch hier empfindet der Patient eine starke körperliche Kälte und zeigt eine blasse bis bläuliche Hat. Im Gegensatz zu Carbo vegetabilis, bessern sich bei Nieswurz aber die Beschwerden durch Wärme, Zudecken und Hinlegen, während sie sich bei Carbo vegetabilis dadurch eher verschlechtern.

  • Phosphoricum Acidum: Auch bei der Phosphorsäure stehen ausgeprägte Schwäche und Erschöpfungszustände im Vordergrund. Wie bei Carbo vegetabilis klagen auch hier die Patienten über Blähungen, Sodbrennen, allerdings auch über anhaltende Übelkeit. Anders als bei Carbo vegetabilis, zeigen Phosphoricum Acidum-Patienten aber auch eine Schwäche der Knochen, Bänder und Sehnen sowie oft eitrige Pickel, Ekzeme und Furunkel auf der Haut.

  • Lycopodium clavatum: Völlegefühl mit Blähungen und Sodbrennen gehören auch zu den Hauptbeschwerden von Lycopodium clavatum. Anders als bei Carbo vegetabilis, fehlt bei Lycopodium jedoch die Kollapsneigung.

  • Asa foetida: Auch Asa foetida zählt zu den homöopathischen Arzneimitteln, die bei Verdauungsbeschwerden mit aufgeblähtem Unterleib und heftigen, überriechenden Blähungen eingesetzt werden können. Auch hier verschlimmern sich die Beschwerden in der Nacht und frische Luft bringt Besserung. Darüber hinaus gilt Asa foetida aber auch als Nervenmittel bei hysterischem, hypochondrischen und nervösen Verhalten, was bei Carbo vegetabilis nicht der Fall ist.

  • Stannum metallicum: Stannum metallicum kommt ebenfalls bei geistiger und körperlicher Schwäche zum Einsatz vor allem, wenn diese in Zusammenhang mit chronischen Lungen- und Bronchialleiden auftreten. Anders als bei Carbo vegetabilis verschlimmern sich die Beschwerden bei jeglichem Gebrauch der Stimme und sind gegen 10 Uhr vormittags besonders ausgeprägt.

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