Therapieformen

Massage

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Massagen haben zahlreiche gesundheitliche Effekte – so können sie zum Beispiel bei Verspannungen zur Muskellockerung eingesetzt werden.
(c) Getty Images/Goodshoot RF

Bei der Massage werden Haut, Unterhaut, Muskeln und tiefer gelegene Gewebe mit den Händen oder speziellen Gerätschaften bearbeitet. Dies lockert verspannte Muskeln, steigert die Durchblutung und ist mit positiven Effekten auf den Blutdruck, die Atmung und den Stoffwechsel verbunden.  Darüber hinaus kann eine Massage den Lymphstrom fördern, Schmerzen lindern und das Wohlbefinden verbessern.

 

Wirkungen der Massage

Eine Massage ist mit lokalen Wirkungen in der bearbeiteten Körperregion verbunden, die auf die verbesserte Durchblutung der Haut und tiefer gelegener Gewebe sowie auf eine Lockerung der Muskeln zurück geht. Darüber werden manchen Massagen auch sogenannte reflektorische Wirkungen zugeschrieben, also Wirkungen, die über die lokal behandelte Stelle hinausgehen und sich auf auch entfernter liegende Gewebe und Organe erstrecken.

Zu den Hauptwirkungen der Massage (Unterschiede je nach eingesetzter Massageform) zählen:

  • Lösen von Verspannungen in der Muskulatur
  • Linderung von Schmerzen, z.B. Rückenschmerzen
  • Steigerung der Durchblutung der Haut und tieferer Schichten
  • Verbesserung der Hauttrophik (Zustand der Haut, Hautspannung)
  • Beeinflussung der Unterhaut und des Bindegewebes
  • Steigerung des Lymphabflusses
  • venöse Entstauung
  • Lockerung von Narbengewebe
  • Anregung des Stoffwechsels und Förderung des Abtransports von Stoffwechselprodukten, z.B. durch eine Steigerung der Harnausscheidung
  • zielgerichtete Beeinflussung innerer Organe, z.B. mittels Anregung der Darmmotilität
  • psychische Entspannung

Massageformen

Verschiedene Massagearten existieren, die bei unterschiedlichen Erkrankungen angewendet werden können:

Klassische manuelle (d.h. mit den Händen ausgeübte) Massage

Die klassische Massage wird mit unterschiedlichen Grifftechniken wie Streichen, Kneten, Rollen, Walken, Klatschen, Klopfen oder Reiben ausgeführt und bevorzugt im Bereich des Bewegungsapparates eingesetzt.

Lymphdrainage

Förderung des Lymphabflusses in den Lymphgefäßen durch kreisende Druckimpulse der Hände.

Reflexzonenmassage

Die verschiedenen Techniken der Reflexzonenmassage nutzen die reflektorische Fernwirkung der Massage auf innere Organe:

  • Bindegewebsmassage:
    Sie wirkt auf das Bindegewebe, aber auch reflektorisch auf innere Organe, den Stoffwechsel und den Kreislauf; z.B. bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (paVK), Spannungskopfschmerz, Wirbelsäulensyndromen.
  • Periostmassage:
    Massage des Periosts, also der dünnen Außenhaut der Knochen. Behandlung schmerzhafter Zustände der Knochen, z.B. nach Knochenbruch zur Beschleunigung der Heilung und bei chronischer Osteomyelitis. Dabei tritt auch eine reflektorische Fernwirkung ein, wodurch der Kreislauf und verschiedene Organe beeinflusst werden.
  • Segmentmassage:
    Kombination aus klassischer Massage, Bindegewebsmassage und Periostmassage. Sie behandelt die Haut, das Bindegewebe, die Muskulatur und das Periost innerhalb eines bestimmten Organsegments. Spezifische Wirkung auf das jeweilige Organsystems, z.B. Kopfsegmentmasssage zur Behandlung von Spannungskopfschmerz, Migräne oder Tinnitus.
  • Kolonmassage:
    Manuelle Reizung von fünf definierten Punkten am Dickdarm; z.B. bei chronischer Verstopfung und Reizdarmsyndrom.
  • Fußreflexzonenmassage:
    Projektion innerer Organe auf verschiedene Areale der Fußsohle, z.B. zur Steigerung der Nierendurchblutung

Nicht-manuelle Massageformen

Bei den nicht-manuellen Verfahren wird die Massage nicht mit den Händen ausgeübt, sondern mithilfe spezieller Gerätschaften.

Zu den häufig eingesetzten nicht-manuellen Massageverfahren zählen:

  • Unterwasserdruckstrahlmassage:
    Massage mithilfe eines warmen Wasserdruckstrahls im Wannenbad, wodurch die mechanische Wirkung der klassischen manuellen Massage mit der Wirkung von Wärme kombiniert wird: Entspannung der Muskulatur; z.B. bei rheumatischen Erkrankungen und neurologischen Erkrankungen, die mit Spastiken einhergehen.
  • Bürstenmassage und –bäder:
    Trockenbürsten der Haut mithilfe von Handbürsten oder Bürstenbad im Wannenbad; Verbesserung der Elastizität und Durchblutung der Haut, verbesserte Infektabwehr, Stabilisierung des Kreislaufs, z.B. bei rheumatischen Erkrankungen.

Weitere Massageformen

Zu den weiteren Massagearten zählen zum Beispiel

  • Aromamassage
  • Schröpfkopfmassage
  • Saugwellenmassage
  • Extensionsmassage nach Domnik
  • Manipulativmassage nach Terrier
  • Akupunktmassage nach Penzel
  • Thai-Massage

Massage: Erstattung durch die Krankenkasse

Wird die Massage als Heilmittel ärztlich verordnet und von einem Physiotherapeuten durchgeführt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine begrenzte Anzahl an Behandlungen im Rahmen der gesetzlichen Versicherung. Bei Erkrankungen mit voraussichtlich kurzfristigem Verlauf ist eine Verordnung von einmalig sechs bis maximal zehn Behandlungen pro Jahr möglich, bei Erkrankungen mit voraussichtlich längerfristigem Verlauf können sogar 12, 18 oder 30 Behandlungen verordnet werden. Allerdings müssen die Patienten zehn Prozent der Behandlungskosten zuzüglich zehn Euro pro Rezept selbst tragen. Wie bei anderen Verordnungen auch gilt hier eine Gesamt-Zuzahlungsgrenze von einem Prozent der Bruttoeinnahmen pro Jahr bei chronisch Kranken und zwei Prozent bei allen anderen Personen (§ 62 Abs. 1 Satz 2 des Sozialgesetzbuch V). Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bei einer Heilmittelbehandlung grundsätzlich keine Zuzahlung erforderlich.

Langfristige Verordnungen, die über die festgelegte Gesamtverordnungsmenge hinausgehen, sind ebenfalls möglich. Sie müssen jedoch im Einzelfall medizinisch begründet werden und bedürfen einer ausdrücklichen Genehmigung der Krankenkasse. Bei bestimmten Erkrankungen kann die Heilmittelbehandlung auch nach Überschreiten der in den Heilmittel-Richtlinien geregelten Gesamtverordnungsmenge ohne größeren bürokratischen Aufwand fortgesetzt werden, z.B. bei Kindern mit einer schweren spastischen Lähmung, bei Multiple Sklerose (MS) oder nach einem Schlaganfall. Patienten und ihre Angehörigen sollten sich jeweils bei ihrem Arzt oder der Krankenkasse nach der Kostenübernahme erkundigen.

 

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 02. Februar 2012
Quellen: • Melchart, D. et al. (Hrsg.): Naturheilverfahren. Leitfaden für die ärztliche Aus-, Fort- und Weiterbildung. Stuttgart, New York: Schattauer, 2002 • Deutscher Verband für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten (ZVK) e.V., URL: https://www.zvk.org/bundesverband/patienten-interessierte/startseite.html (Stand: Januar 2012)

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