Augenerkrankungen

Trockene Augen: Was ist das, was hilft?

Augentropfen und viel Flüssigkeit helfen, die Symptome zu lindern

Ein Beschwerdebild, mit dem man im Alltag oft konfrontiert wird, sind zu trockene Augen, das sogenannte Sicca-Syndrom. Vor allem Frauen zwischen 50 und 70 klagen über die lästigen Begleitsymptome wie Fremdkörper- und Druckgefühle, brennende Schmerzen, rot-geschwollene Lider und reichlich Tränenfluss.

Trockene Augen (Sicca-Syndrom) entstehen dann, wenn nicht genügend Tränenflüssigkeit produziert wird oder ihre Zusammensetzung gestört ist. Dies führt dazu, dass der Tränenfilm auf der Augenoberfläche zu früh (das heißt vor dem nächsten Lidschlag) aufreißt, es entstehen trockene Stellen. Als Folge davon können die Augenlider beim Lidschlag nicht mehr problemlos über die Augen gleiten. Sie kratzen über die Augenoberfläche, was nicht nur zu unangenehmen Empfindungen führt, sondern auch Entzündungen und Infektionen begünstigen und zu Schäden an der äußeren Schicht der Augenoberfläche, der Hornhaut, führen kann.

Die häufigsten Beschwerden bei trockenen Augen

  • Juckreiz
  • Augenbrennen
  • Augenschmerzen, -drücken
  • Fremdkörpergefühl („Sandkorngefühl“)
  • Lidschlag wird als unangenehm empfunden
  • gerötete Bindehaut
  • verklebte Augenlider nach dem Aufwachen
  • übermäßiges Tränen der Augen
  • müde Augen
  • Lichtempfindlichkeit

Ursachen für trockene Augen

Zu seinem Schutz überzieht das Auge ein dünner Tränenfilm, der sich aus Lipiden, wässrigen und mukösen Komponenten zusammensetzt. Kontinuierliche Lidschläge sorgen dafür, dass die in verschiedenen Drüsen des Auges produzierte Tränenflüssigkeit gleichmäßig über den vorderen Bereich von Augenhorn- und Bindehaut verteilt wird und der Schutzfilm nicht reißt. Benetzungsstörungen der Augenoberfläche und die darauf folgende mangelnde Befeuchtung stecken hinter dem Sicca-Syndrom.

Oft lassen sich keine eindeutigen Auslöser finden. Trockene Büro- und Heizungsluft fördern die Verdunstung des Tränenfilms. Auch Bildschirmarbeit, Umweltschadstoffe, Wind und Sonne belasten die Augen. Mit zunehmendem Alter sinkt die Tränenproduktion der Augen; bei Frauen zusätzlich verstärkt durch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren. Nicht selten treten die Benetzungsstörungen als Begleitsymptom von Diabetes mellitus, Schilddrüsenfunktionsstörungen und rheumatischen Erkrankungen auf. Auch die Einnahme von Antidepressiva, Betablockern, Kontrazeptiva ("Antibabypille") oder Abkömmlingen der Vitamin-A-Säure- lässt das Auge trocken werden.

Diagnose beim Augenarzt

  • zum Wissenstest

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Der Augenarzt verfügt über die verschiedenen Untersuchungsmöglichkeiten und Tests, um festzustellen, ob die Beschwerden tatsächlich von einer Störung in der Benetzung der Augenoberfläche herrühren oder ob ein anderer Grund besteht. So können Spannungsgefühl und Rötung beispielsweise auch von einer Bindehautentzündung hervorgerufen werden.

Dazu untersucht der Augenarzt das Auge ganz genau. Er sieht dabei nicht nur die Oberfläche des Auges an. Auch die Falten an der Lidkante zeigen dem Experten, ob es sich um trockene Augen handelt. Auch die Höhe des Tränenfilms an der unteren Lidkante spielt dabei eine Rolle. Die Zusammensetzung des Tränenfilms untersucht der Augenarzt mit einer speziellen Spaltlampe. Auch diese Untersuchung ist wichtig, damit der Patient die richtigen Augentropfen zur Behandlung erhält, etwa mit besonders viel Lipidanteil, wenn seine Tränenflüssigkeit davon zu wenig enthält.

Schirmer-Test bei trockenen Augen

Mit dem so genannten Schirmer-Test kann der Arzt die Produktion der Tränenflüssigkeit überprüfen. Dazu führt er vorsichtig einen kleinen Papierstreifen aus speziell saugfähigen Material in den unteren Bindehautsack. Je nach Befeuchtung des Untersuchungsmaterials erkennt der Arzt, ob es sich tatsächlich um trockene Augen handelt.

Hat der Augenarzt nur ein leicht oder mäßig ausgeprätes trockenes Auge festgestellt, kann der Betroffene die Symptome in Eigenregie weiter behandeln. Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt (ein- bis zweimal jährlich) sind zu empfehlen.  

Was hilft bei trockenen Augen?

Mit Tropfen, Gel oder Salbe wird bei trockenen Augen entweder die unzureichende Tränenflüssigkeit ersetzt („künstliche Tränen“) oder die Konsistenz des Tränenfilms verbessert. Die Zubereitungen werden bei Bedarf mehrmals täglich in den Bindehautsack getropft. Das Ziel der Therapie ist eine bessere Benetzung der Augenoberfläche und dadurch eine Linderung der Symptome.

Meist sind Zubereitungen zur Behandlung der trockenen Augen (Sicca-Syndrom) von dickflüssiger (visköser) Konsistenz, damit sie möglichst lange auf der Augenoberfläche verbleiben. Der Nachteil ist, dass das Sehvermögen kurz nach der Anwendung manchmal eingeschränkt sein kann (verschwommenes Sehen).

Spezielle Augentropfen verwenden

Besonders empfehlenswert sind konservierungsmittelfreie Zubereitungen. Denn Konservierungsmittel wie das häufig verwendete Benzalkoniumchlorid können die Hornhaut des Auges schädigen und die Zusammensetzung des Tränenfilms negativ beeinflussen.

Bei sehr starkem Mangel an Tränenflüssigkeit kann vom Arzt eine Verödung der Tränenpünktchen (das sind die Abflussstellen der Tränenflüssigkeit) oder ein Verschluss derselben mithilfe kleiner Silikonplomben (punctum plugs) in Erwägung gezogen werden.

Was sonst noch beim Sicca-Syndrom hilft

Oft lässt sich bereits mit einfachen Schutzmaßnahmen viel zum Erhalt der eigenen Augengesundheit beitragen. Betroffene mit Sicca-Syndrom sollten zum Beispiel Zugluft und verrauchte Räume meiden. Zum Schutz vor Wind empfiehlt sich das Tragen einer Sonnen- oder Fahrradbrille. Auch ein feuchtes Raumklima und reichlich über den Tag verteilt getrunkene Flüssigkeit (mind. 2,5 l) lindern die Symptome. Computerarbeitern helfen regelmäßige Pausen und bewusstes Zwinkern, Augenproblemen vorzubeugen.

Gesunde Augen mit Genuss

 

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