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Muskelschmerzen: Diagnose

Die Diagnostik bei Muskelschmerzen beginnt mit einer gezielten Patientenbefragung. Daran schließen sich die körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere Untersuchungen an.

Patientenbefragung

Um die Ursache einzugrenzen, wird der Arzt den Patienten genau nach Lokalisation, Art, Häufigkeit und Zeitverlauf der Schmerzen fragen. Der Betroffene sollte z.B. genau beschreiben, wo er Schmerzen verspürt und welchen Charakter die Schmerzen haben. Sitzt der Schmerz genau an einer bestimmten Stelle oder wird er diffus wahrgenommen? Sind die Schmerzen muskelkaterartig, krampfartig oder brennend?

Wichtig sind auch die Umstände, unter denen sich der Muskelschmerz bemerkbar macht. Tritt der Schmerz z.B. bereits in Ruhe oder bei Bewegung auf? Kann der Schmerz durch Druck oder Klopfen ausgelöst werden? Kommt er unmittelbar nach oder bei körperlicher Betätigung vor? Bessert er sich im Laufe der Betätigung oder nach kurzer Ruhepause?

Auch die Begleitsymptome sind relevant. Sind die Muskelschmerzen von Krämpfen und Muskelsteifigkeit, Angstzuständen und/oder Depressionen oder anderen Beschwerden begleitet? Auch wird sich der Arzt nach eventuell bestehenden, weiteren Grunderkrankungen und einzunehmenden Medikamente erkundigen, schließlich können auch diese für die Muskelschmerzen verantwortlich sein.

Körperliche Untersuchung

Während der anschließenden Untersuchung des Patienten tastet der Arzt die entsprechenden Regionen ab und prüft unter anderem, ob die Schmerzen durch Beklopfen oder Druck auslösbar sind, ob sich kleine, druckempfindliche Knötchen ertasten lassen (Hinweis auf Muskelverspannungen/myofasziales Schmerzsyndrom) oder ob ein Hämatom (Blutaustritt, sichtbar als blauer Fleck) oder eine tastbare Delle der Muskulatur besteht. Ein Hämatom kann auf einen Muskelfaserriss hindeuten, eine tastbare Delle auf einen großen Muskelriss. Je nach Ausgangsverdacht wird der Arzt unter Umständen auch weitere Organe und Strukturen inspizieren, etwa das Knochen- und Gelenksystem oder die Haut. So können beispielsweise Hautveränderungen an Wangen, Augenlidern oder Hals ein Hinweis auf eine spezielle Muskelentzündung (Dermatomyositis) sein, bei der sich mitunter auch Hautreaktionen zeigen.

Laborchemische und apparative Verfahren

Zur Sicherung der Diagnose können weitere Untersuchungen folgen. Dies können z.B. Blutuntersuchungen zur Bestimmung wichtiger Parameter wie Differenzialblutbild, Blutsenkung, des C-reaktiven Proteins (CRP-Wert) und des Creatinkinase-Werts (CK-Wert) sein. Der CK-Wert gilt als zentraler Hinweis auf eine Muskelerkrankung. Deutlich erhöhte Werte finden sich z.B. bei Polymyositis und Dermatomyositis, aber auch bei infektiösen Muskelentzündungen oder Muskelverletzungen.

Daneben können Ultraschalluntersuchungen (Sonografie) sowie unter Umständen weitere bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll sein, um eine Muskelerkrankung nachzuweisen.

Die Elektromyografie (EMG), bei der elektrische Spannungsveränderungen im Muskel gemessen werden, ist ein weiteres wichtiges Untersuchungsverfahren zur Differenzialdiagnose bei Muskelschmerz. So lassen sich Muskelkrankheiten, die mit einer verzögerten Erschlaffung der Muskulatur nach Anspannung und anhaltenden Muskelkontraktionen einhergehen (Myotonien), sowie entzündliche oder auch degenerative Muskelkrankheiten, bei denen es zum fortscheitenden Abbau von Muskulatur (Muskelschwund) und Umbauprozessen kommt, erkennen.

Bei vielen Muskelerkrankungen erfolgt abschließend eine Gewebeentnahme (Biopsie) und -untersuchung zur Sicherung der Diagnose. Je nach vermuteter Ursache können aber auch weitere Untersuchungen zum Einsatz kommen.

Autor: Claudia Urban
Letzte Aktualisierung: 17. Oktober 2011

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